Versicherungsvertreter
Studenten oftmals schlecht beraten

Versicherungsvertreter beraten Studenten meist mangelhaft. Zu dem Ergebnis kommt die Verbraucherzentrale NRW. Die Verbraucherschützer ließen stichprobenweise 25 Policenverkäufer Vorschläge machen.

HB DÜSSELDORF. Die Verbraucherschützer kreierten Kundenprofile, die eindeutig zu den finanzschwächeren Schichten der Bevölkerung passten: Monatseinkommen von 900 Euro, rund 3 000 Euro auf dem Sparbuch. Die Tester stellten sich als Studenten im ersten Semester vor, die die Woche über im Studentenheim wohnen. Sie fragten nach, welchen Schutz sie unbedingt benötigen. Laut Testvorgabe sollten dafür monatlich rund 50 Euro zur Verfügung stehen. Der Rest war fest gebunden: für Miete, Lebensunterhalt, Studium und sonstige Ausgaben.

Trotz dieser Vorgaben präsentierten acht der 25 Versicherungsvertreter verschiedenster Gesellschaften und Agenturen Vorschläge, nach denen die Testkunden mehr als 600 Euro Jahresbeitrag zu zahlen hätten. Als „extrem dreist“ – so die Verbraucherzentrale – habe sich ein Vertreter entpuppt, der fünf verschiedene Policen über insgesamt 1 649 Euro jährlich anbot.

Studenten empfehlen die Verbraucherschützer eine private Haftpflichtversicherung. Für rund 50 Euro Beitrag im Jahr würden sich finanzielle Risiken abdecken lassen, die durch Fahrlässigkeit entstehen können, wenn anderen Schaden an Hab und Gut oder Gesundheit zugefügt wird. In der ersten ununterbrochenen Berufsausbildung seien junge Menschen hingegen weiterhin über die Policen der Eltern versichert, betonen die Experten. Ein separater Haftpflichtvertrag sei also nicht nötig.

Im genannten Testfall hatten die Studenten angegeben, bereits eine Ausbildung abgeschlossen zu haben. Doch jeder vierte Berater habe nicht auf die günstige Einstiegsvariante hingewiesen, so die Verbraucherzentrale. „Eine möglicherweise verheerende Schludrigkeit”, rügt Versicherungsexpertin Elke Weidenbach.

Nach den Testvorgaben sollte der Hausrat der Erstsemester unter dem elterlichen Schutz stehen. Denn ihr Lebensmittelpunkt sei weiterhin die elterliche Wohnung - da werde am Wochenende heimgependelt, und auch die Semesterferien würden zu Hause verbracht. Eine eigene Absicherung gegen Brand oder Diebstahl wäre also nicht nötig. Neun der 25 Berater hätten aber eine solche unnötige Versicherung empfohlen.

Eine Berufsunfähigkeits-(BU) und eine Unfallversicherung empfehlen die Verbraucherschützer hingegen sehr wohl. „Für wenige Hundert Euro im Jahr“ sei eine Kombi-Lösung mit einer Risiko-Lebensversicherung zu haben, so die Verbraucherzentrale. Diese Lücke im Versicherungsschutz hätten 22 der 25 Berater erkannt. Die Lösungsvorschläge seien allerdings oft nicht optimal gewesen. Bisweilen seien die Policen mit einer Renten- oder Kapitallebensversicherung kombiniert worden, die nach Meinung von Verbraucherschützerin Elke Weidenbach „allein dem Provisionsinteresse der Vertreter” diene.

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