Vertragsänderung bei Krankenhaustagegeldschutz
Private Krankenversicherung: Kunden überrumpelt

Viele Privatversicherte bekamen in den vergangenen Wochen unangenehme Post von ihrer Krankenversicherung. Sie sollten für einen erhöhten Krankenhaustagegeldschutz zusätzlich zahlen. Der Bund der Versicherten (BdV) klagte gegen das Vorgehen der Versicherer. Versicherte seien vielfach vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Unter anderem verschickten HUK-Coburg und DBV-Winterthur geänderte Versicherungsscheine, für die dann eine höhere Prämie verlangt wurde. Der neue Vertrag sollte wirksam werden, wenn der Versicherte nicht innerhalb einer Frist Widerspruch einlegt. Die Richter am Landgericht Coburg beurteilten das Vorgehen als sittenwidrig und irreführend. Der Versicherer habe seine Versicherungsnehmer überrumpelt (13 O 87/04). Er dürfe die Verträge nicht einseitig ändern, und es genüge auch nicht, wenn er den Kunden eine Widerspruchsfrist einräume. Die HUK-Coburg kann gegen das Urteil Berufung einlegen.

Lilo Blunck, Geschäftsführerin beim BdV, rät Versicherten, die den Zusatzschutz nicht wollen, der Änderung mit Hinweis auf das Urteil zu widersprechen. Auslöser für die Aktion der Krankenversicherer waren Kürzungen bei der Beamtenbeihilfe. Laut DBV-Winterthur hätten sich rund 70 Prozent der Beihilfeberechtigten in ihren Verträgen für einen Umstellungsservice entschieden, der bei Beihilfekürzungen automatisch den Versicherungsumfang bei der DBV erhöhte. Aus eigenem Antrieb passte die Versicherung aber auch die Verträge der übrigen Kunden automatisch an.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 38 vom 09.09.2004 Seite 220

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