Vertreter packen aus (Teil 3)
„Aus Gier über die Stränge geschlagen“

Üppige Provisionen und luxuriöse Freizeitangebote sollen viele Vertriebler heiß auf den Abschluss machen. Mehrere Finanzvertreter verraten, was sie verdienen. Und welche Schrottprodukte sie ihren Kunden andrehen.
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Diese Rechnung könnte beinahe Lust auf einen Jobwechsel machen. In einem internen Schulungspapier für seine Vertriebler rechnet der Chef einer Fondsgesellschaft vor: Bei zwölf Beratungsterminen pro Woche erzielen gute Verkäufer im Schnitt mindestens vier Abschlüsse.

Bei einer üblichen Abschlusshöhe von 20.000 Euro und der gezahlten Provision von drei Prozent erzielen Vertreter jeden Monat Provisionen in Höhe von 9600 Euro. „Logisch ist, dass Vermittler, die planmäßig und intensiv arbeiten, tatsächlich noch bessere Abschlussquoten mit durchschnittlich noch höheren Verträgen haben“, erklärt der Chef.

Auch wenn die goldenen Jahre der Vertriebe vorbei sein mögen, weil die Finanz-und Versicherungsindustrie im Zuge vielfältiger Sparrunden auch bei den Vertrieben keine Ausnahme macht – der Verkauf von Finanzprodukten ist immer noch lukrativ.

Nach Recherchen von Handelsblatt Online erzielen erfolgreiche Vermittler von Bausparverträgen die volle Abschlussgebühr, etwa 1,2 bis 1,3 Prozent der Bausparsumme. Bei Baufinanzierungen sind üblicherweise ein Prozent der Darlehnssumme drin – was schnell einige Tausend Euro sein können. „Bausparverträge und andere provisionsgetriebene Produkte sind das, was selbst das Vertriebsverhalten jeder kleinen Sparkasse steuert“, erklärt ein Banker.

Girokonten oder Tagesgeldkonten werden von freien Vermittlern dagegen offenbar nur ungern feilgeboten. Eine automatische Vermittlung übers Internet bringt zum Beispiel nur noch 30 bis 60 Euro. „Von Spar- oder Tagesgeldkonten will niemand etwas hören, das bringt keine Marge und ist Ballast“, erklärt ein Banker.

Wirklich Geld machen die Vermittler aber mit anderen Produkten. Eine Liste von Anwälten zeigt beispielhaft: mit dem Verkauf eines Schiffsfonds erzielten Banken bis zu 14 Prozent. Für Zertifikate gab es Provisionen von bis zu drei Prozent pro Jahr. Für den Kauf eines bekannten vermögensverwaltenden Fonds gingen 6,8 Prozent an das Geldhaus. Bei Lebensversicherungsfonds wurden schon mal bis zu acht Prozent des Anlagebetrages eingestrichen.

Kommentare zu " Vertreter packen aus (Teil 3): „Aus Gier über die Stränge geschlagen“"

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  • Das schlimme ist, dass viele Kunden glauben, dass die BaFiN da helfen kann. Tatsächlich werden Finanzberatungsgesellschaften garnicht von der BaFin überwacht und die Topmanager der Unternehmen sowie Politiker interessieren sich scheinbar wenig für entsprechende Kunden-/Bürgerbedürfnisse. Das ist in dem folgenden Kundenblog zu erkennen: http://vfalle.wordpress.com/

  • Ich lese immer wieder die von der Redaktion editierten Hinweise :"Bleiben Sie sachlich".
    Ich hätte mir gewünscht, dass man diesen Satz bei Erstellung dieser Serie auf Bildzeitungsniveau selbst berücksichtigt hätte.

  • Teil 3

    Wenn man Ihr Viedeobericht weiter verfolgt findet man auch recht interessante Passagen wie diese:

    ….was mir und vielen Vertrieblern aufgestoßen ist, dass einige Vermittler besten FreundenProdukte verkaufen, die sie überhaupt nicht brauchen. (Herr Hagen, sind Sie ein Vermittler? o.ä.?Oder warum stellen Sie diese Behauptungen auf, die Sie evtl. selbst nicht kennen oder nicht wissen können!)

    oder hier:

    …Junge Vertriebler werden verheitzt, weil die mit einem Dienstälteren Hasen zusammen los gehen… und der ältere dann die Produkte verkauft, um den jüngeren zu zeigen wie es geht..(Haben Sie noch nie einen Praktikum absolviert oder gar eine Lehre/Ausbildung gemacht? Oder durfte denn als Praktikant in einem Kfz-Betrieb arbiten an einer Bremsanlage durchführen, anstelle vom Kfz-Meisters?).



    oder hier Ihre Tipps:

    ….Verbraucherschützer raten dazu, einen Zeugen mit zum Gespräch zu nehmen….wenn das dem Berater nicht passt oder er es zu verhindern versucht, sollten Kunden misstrauisch werden.

    Bitte was? Sind wir hier hier im Kindergarten? Wofür gibt es all die schönen gesetzlichen Vorschriften, z.B. eine Dokumentationspflicht?? Und auch wenn, wird dann doch der Vermittler Problemme kriegen, die ihn zur Verlust seiner Lizensen führen könnten.

    Frage:

    Müsste dann ein Bewerber um Platz einer Führungskraftposition bei einem Einstellungstermin auch jemanden dabei haben??


    Oder hier:

    So fühlt man dem Finanzberater auf den Zahn: Kunde..“ich bin risikoscheu und möchte mind. 5% Rendite. Das ist doch für Sie kein Problemm?

    Ihre Antwort: Es sollte ein Problemm für Berater sein. Wer diese Frage sofort bejaht, hat sich als „unsolide“ geoutet.

    Verehrter Herr Hagen, wer so miserabel recherchiert und den Markt nocht nicht mal ansatzweise kennt, der „outet“ sich sofort und steht dann ganz anders da.

    Ohne Werbung machen zu wollen, gibt es tatsächlich Produkte auf dem Deutschen Markt die garantierten Zins von mind. 5% p.a. aufweisen.

    VG

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