Verweigerer: Krankenversicherer leiden unter Nichtzahlern

Verweigerer
Krankenversicherer leiden unter Nichtzahlern

Rund 144.000 Kunden in der privaten Krankenversicherung zahlen ihre Beiträge nicht - ein Schaden von mehr als 500 Millionen Euro. Bisher hat nur ein Versicherer eine Lösung. Jetzt soll das Gesetz geändert werden.
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DüsseldorfEin immer größeres Problem in der privaten Krankenversicherung (PKV) sind die Nichtzahler. Inzwischen ist deren Zahl nach Angaben des PKV-Verbandes auf 144.000 der insgesamt knapp neun Millionen Kunden gestiegen. Weil die Prämien von diesen Kunden nicht fließen, ist bisher ein Schaden von mehr als 500 Millionen Euro entstanden. Die Kosten muss das jeweilige Kollektiv des betroffenen Versicherers tragen.

Der Schaden wird im Laufe der Zeit umso größer, je länger die Kunden ihre Prämien nicht zahlen. Als Ausweg ruft die Branche nun nach der Politik. Im Gespräch ist nun ein Nichtzahlertarif für alle privaten Krankenversicherer. Laut "Welt" soll dieser Tarif rund 100 Euro im Monat kosten und nur noch akute Krankheiten oder Schwangerschaften abdecken. Zunächst sollten säumige Versicherte zweimal gemahnt werden, bevor ihr bisheriger Tarif automatisch in einen Ruhezustand versetzt werde.

Die privaten Anbieter sind sehr unterschiedlich von Nichtzahlern betroffen. "Die Zahl der Nichtzahler bei den von uns beobachteten PKV-Unternehmen schwankt zwischen 0,05 und 4,5 Prozent der Versicherten", sagte Guido Leber, Analyst der Ratingagentur Assekurata. In der Branche schätzt man, dass der Anteil der Nichtzahler in der Spitze bei einzelnen Unternehmen sogar bis auf zehn Prozent der Versicherten hochgeht.
Vergleichsweise stark unter Nichtzahlern leiden Versicherer, die in vergangenen Jahren aggressiv mit Billigtarifen auf Kundenfang gegangen sind. Dazu zählen die Generali-Tochter Central und die Ergo-Tochter DKV. Beide haben sich inzwischen aus dem Niedrigpreissegment wieder zurückgezogen. Für die aufgelaufenen Verluste müssen die Altkunden aufkommen, deren Beiträge daher in diesen Tagen zum Teil stark erhöht werden.

Als einziger Versicherer hat Hanse Merkur bisher einen speziellen Tarif für Nichtzahler in der Auslage. Das Produkt heißt „Mini“ und sei nicht für das Neugeschäft geöffnet, sondern nur für den Tarifwechsel innerhalb der Hanse Merkur, erklärte ein Sprecher. Bei einem sehr hohen Selbstbehalt von 5.000 Euro zahle ein 30 Jahre alter Mann 57 Euro monatlich, eine gleichaltrige Frau komme auf 68,54 Euro im Monat.

 

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5000 Euro muss der Kunde selbst tragen

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  • Naja, schön wäre es. Leider basiert unser krankes Gesundheitssystem aber darauf, gewisse Berufsgruppen insbes. vor Marktwirtschaft zu schützen. Und da an den Kassenpatienten kaum noch was zu verdienen ist, wird bei den privat Versicherten nun massiv abgezockt. In der Folge wurden die Prämien für die privaten Krankenversicherungen massiv erhöht. Ich persönlich zahle für meine PKV als Selbständiger auch mehr als in jedem Land dieser Welt (selbst die Schweiz und die USA wären für mich inzwischen billiger), bin aber froh, dass ich es mir noch leisten kann.
    Tja, viele Privatpatienten, die nicht vom Staat alimentiert werden wie die Beamten, können sich das nun aber nicht mehr leisten. Und dieses System führt zu weiteren Kuriositäten: Ein Freund von mir ist selbständig und lebt mit seiner Lebensgefährtin nun schon 15 Jahre zusammen. Sie haben zwei Kinder, können aber nicht heiraten, weil er dann die Krankenversicherungskosten kaum noch stemmen könnte. Er war schon selbständig, bevor er die Frau kennen lernte. Und leider trifft man die Entscheidung zum Wechsel in die PKV bereits in Jahren, wo man noch nicht das komplette Leben überblicken kann. Als Selbständiger ohne Familie bleibt einem häufig auch nichts anderes als die PKV übrig. Eine Einheitsversicherung für alle (auch Selbständige, die sich vermutlich freuen würden, Beamte und Politiker, die sich vermutlich nicht freuen würden) fände ich daher auch gut. Aber dies wird in DE nicht kommen. Dann würden Ärzte und Apotheker doch auch an allen Patienten dasselbe und somit ganz erheblich weniger verdienen. Das werden die Lobby-Gruppen sicherlich verhindern. Zu Not streiken die Weißkittel halt wieder.

  • Jeder der Beteiligten weiß, auf was er sich beim Wechsel in die PKV einläßt. So hilft jetzt kein jammern, denn dies ist Marktwirtschaft.
    Aber hier wird wieder versucht, die Kosten auf die "dumme" GKV abzuwälzen.
    Es gibt nur zwei Wege 1. einmal PKV immer PKV auch wenn im alter, oder arbeitslosigkeit das evtl. Vermögen weg ist, weil wer von günstigen Tarifen profitiert, darf wenn es mal nicht so schön ist, sich das Beste aussuchen.
    Der 2. Weg alle in die GKV (Einheitskasse), gleiches Beitragsgefüge, keine Ausnahmen (inkl. Beamte, Selbständige etc.).
    Wer von Gerechtigkeit spricht, hat hier ein schönes Spielfeld.
    Dieses Model könnte man auf die Rentenversicherung übertragen.

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