Vorsorge
Deutsche Bank schöpft Aktienquote voll aus

An den Aktienmärkten in Deutschland, Russland und Brasilien übergewichtet und das alles mit einem Hang zu Rohstoff-Aktien. Was sich nach einem globalen Investmentfonds anhört, ist ein Stück Innenleben der Pensionsverbindlichkeiten der Deutschen Bank.

DÜSSELDORF. Nikolaus Schmidt-Narischkin, Leiter betriebliche Altersvorsorge bei der Deutsche Asset Management, und Georg Schuh, Geschäftsführer der Deutsche-Bank-Tochter, geben Einblick in Konstruktion, Strategie und Performance des Fonds.

„Heute sind bei der Deutschen Bank die Zuständigkeiten für Fragen der Pensionsverbindlichkeiten gebündelt, so dass es stets eine klare, bewusste Gesamtstrategie gibt“, sagt Schmidt-Narischkin zur Aufstellung im Unternehmen. Als einer der ersten Dax-Konzerne gliederte die Deutsche Bank Ende 2002 ihre Pensionsrückstellungen aus der Bilanz aus. Ein so genanntes „Contractual Trust Arrangement (CTA)“ verwaltet die Rückdeckungsmittel für die Renten der Mitarbeiter treuhänderisch. Für die Angestellten ändert sich nichts: Sie behalten ihre Ansprüche aus den traditionellen Leistungszusagen gegenüber der Deutschen Bank. Diese haftet unabhängig vom Anlageerfolg mit den benötigten Rückdeckungsmitteln.

Zuletzt war CTA 5,7 Mrd. Euro schwer. Dieser erwirtschaftete 2005 ein Plus von 15,8 Prozent, nach 11,5 Prozent im Jahr davor. Weil jeder Bankangestellte feste Pensionszusagen hat, kommt die Entwicklung in erster Linie dem Fonds selbst zugute. Er setzt also Speck für schlechte Zeiten an. Eine Performance wie zuvor erwarten die CTA-Manager nicht. Der Fonds ist zu 75 Prozent in Anleihen investiert.

„Große Entscheidungen gibt es gewöhnlich nur ein- bis zweimal pro Jahr. Zuletzt stieg Mitte 2005 die Aktienquote auf den Maximalwert von 20 Prozent. Im dritten Quartal reduzierte das Team den Anteil an Unternehmensanleihen. Zuletzt wechselten wir bei Anleihen von einer starken zu einer leichten Untergewichtung“, sagt Schuh. Grund sind die gestiegenen Zinsen. „Wir rechnen nicht mit einer großen Zinswende und sehen für zehnjährige Staatsanleihen die Zinsen nicht über fünf Prozent in den USA und nicht über vier Prozent in Euroland“, sagt Schuh. Das entspricht etwa dem heutigen Niveau.

Innerhalb der Anlageklassen kommt es häufiger zu Veränderungen. Aktien kauft und verkauft der Trust durchschnittlich alle drei Tage. „Rohstoff-und Industriegüter-Aktien sind derzeit unsere Favoriten. Konsum-Aktien und US-Finanzwerte erscheinen uns am wenigsten attraktiv“, sagt Schuh. Der weit verbreiteten Abneigung gegenüber US-Aktien, weil diese bezogen auf Kurs und Firmengewinne teurer als europäische Titel sind, mag Schuh inzwischen nicht mehr ganz zustimmen. Zuletzt stiegen die USA etwas in seiner Gunst: Wall-Street-Aktien sind nicht mehr stark, sondern nur noch leicht untergewichtet.

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