Vorsorgeexperten
"Es gibt keine Rendite ohne Risiko"

50 Prozent aller Berufstätigen haben keine Vorstellung, aus welchen Quellen sie später ihre Renteneinkünfte bestreiten. Unabhängige Vorsorgeexperten warnen in einer Diskussion des Handelsblatts vor überzogenen Erwartungen.

Warum tun die Leute so wenig für ihre Vorsorge?

Weber: Man verdrängt das wohl einfach. Es ist unangenehm heute zu sparen und auf Konsum zu verzichten. Ich fange auch jetzt mit 55 erst an, darüber nachzudenken.

Huber: Es ist auch die Angst, dass der Sparer, das, was er für sich auf die hohe Kante gelegt hat, später mit anderen teilen muss, und zwar mit denen, die nichts für ihre Altersvorsorge getan haben.

Vogelsang: Der Alltag macht das Problem erst mal klein. Man hört viel, dass das mit der Altersvorsorge dringend ist, aber bis man selbst initiativ wird, das dauert doch sehr lange.

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Zögern Sparer auch deswegen, weil die Auswahl an Altersvorsorgeprodukten einfach zu groß ist?

Weber: In den USA hat man in einem Supermarkt sehr viele Marmeladengläser hingestellt, um herauszufinden, ob die Leute dann mehr Marmelade kaufen. Das Ergebnis war das Gegenteil. Die Leute waren durch das Angebot überwältigt und haben gar keine Marmelade mehr gekauft. Der psychologische Effekt – wenn ich jetzt was kaufe, mache ich sicher was falsch, da gehe ich lieber wieder nach Hause – ist bei der Altersvorsorge der gleiche.

Wie fange ich am besten an?

Vogelsang: Erst muss ich mal wissen, welches Kapital brauche ich für Zukunftsinvestitionen und anstehende Ausgaben. Dann kann ich anfangen zu sparen. Der zweite Schritt ist, das Ganze zu strukturieren. Sparer sollten dabei nicht all zu viel Angebote mit fester Vertragsbindung annehmen. Wenn ein 25-jähriger sein ganzes Geld in eine Lebensversicherung steckt, kommt er nicht mehr dran wenn er später dringend Geld braucht.

Ein Liquiditätspolster ist also wichtig. Wie groß sollte es ungefähr sein?

Huber: Zwei bis drei Monatsgehälter sind angebracht. Wenn es danach um die Altersvorsorge geht, sollte sich der Sparer ein klares Konzept machen. Was ist das Sparziel? Und dieser Betrag sollte idealerweise am Anfang des Monats abgezweigt werden. Das tut dann nicht so weh.

Es kommt wohl auch drauf an, was ich spare...

Huber: Ganz sicher. Und da ist für alle wichtig, ausreichend zu streuen. Nicht auf eine Anlage setzen, sondern sich breit aufstellen. Die Aufteilung, was wohin geht, kann sich dann im Laufe des Lebens natürlich ändern. Junge Anleger können es sich meist leisten, einen größeren Teil in Aktien zu sparen als ein Investor, der kurz vor der Rente steht.

Wird das in der Praxis auch so gemacht?

Huber: Leider nein. So werden etwa Zahnärzten häufig ausschließlich geschlossene Beteiligungen verkauft. Da ist dann keinerlei Flexibilität mehr da. Eine hohe Verschuldung führt dann zwangsläufig irgendwann zu einem Liquiditätsproblem.

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