Vorsorgesparen
Abgeltungsteuer kann in Renditefallen locken

Die Abgeltungsteuer ändert die Spielregeln für Vorsorgesparer. Produktanbieter locken mit Steuervorteilen.
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Von 2009 an greift die einheitliche Abgeltungsteuer auf Zinsen, Dividenden und Veräußerungsgewinne von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Aktionäre sind gegenüber der bis Ende 2008 geltenden Regelung benachteiligt, weil sie nicht mehr nach Ablauf der Spekulationsfrist von zwölf Monaten Kursgewinne steuerfrei kassieren können. Gut verdienende Zinssparer kommen zukünftig besser weg, weil ihr persönlicher Steuersatz meist höher liegt als bei der Abgeltungsteuer. Viele Anleger überlegen daher, ob sie bis Ende 2008 noch in Aktien oder Aktienfonds einsteigen sollen, um später die Kursgewinne noch steuerfrei zu kassieren.

Für die private Altersvorsorge über 20 oder 30 Jahre ist ein Investment, das sich ohne Steuernachteile nicht umschichten lässt, keine Lösung. Banken und Lebensversicherungen propagieren daher den Einstieg in Fondspolicen und Dachfonds. Innerhalb dieser Produkte fällt beim Verkauf einzelner Fonds keine Abgeltungsteuer an. So können Sparer vor Rentenbeginn das Anlagerisiko ihres Portfolios senken, indem sie Aktienfonds gegen risikoärmere Anleihenfonds tauschen.

Steuerlich ist diese Lösung zwar reizvoll, doch ein Haken bleibt: Bei Dachfonds fallen gleich auf zwei Fondsebenen Kosten an. Zudem gibt es derzeit nur wenige leistungsfähige Produkte auf dem Markt. Ähnliche Probleme hat auch die Fondspolice: Es fehlt an Angeboten mit renditestarken Einzelfonds, und die Kosten schlucken nicht selten 20 Prozent des Sparbeitrages. Grund für die Einbußen sind hohe Verwaltungs- und Vertriebskosten. Die Renditeschwäche der Dachfonds sowie die Mehrkosten der Fondspolice können die Steuervorteile im Einzelfall mehr als aufwiegen.

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