Weltspartag
Deutschen geht Sicherheit vor Gier

Festgeldkonto statt Aktie, Bundesschatzbrief statt Anleihe - viele Anleger haben aus der Finanzkrise den Schluss gezogen, dass man gar nicht konservativ genug sparen kann. Bei der Anlage gilt die Devise: Hauptsache sicher.
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HB FRANKFURT/M. Zum Weltspartag am Freitag (30.10.2009) stellten die Bankenverbände außerdem Berechnungen vor, wonach die Deutschen so viel Geld beiseitelegen wie lange nicht mehr. Die Finanzkrise hat für einen Bewusstseinswandel gesorgt. Nach Angaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) stieg die Sparquote im vergangenen Jahr um 0,4 Prozentpunkte auf 11,2 Prozent. Zum gleichen Ergebnis kam vor kurzem auch der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Die Deutschen sparten damit einen so hohen Anteil ihres Nettoeinkommens wie zuletzt zu Beginn der 90er Jahre. Für das laufende Jahr sagen die Volksbanker eine gleichbleibend hohe Quote voraus. Unterstützt wird diese Prognose von den Zahlen des Statistischen Bundesamts für das erste Halbjahr.

Vor der Krise waren Sparbücher out

In den Jahren vor der Finanzkrise hatten die traditionellen Formen des Sparens zu kämpfen. Vielen Anlegern erschienen Sparkassen und Volksbanken mit ihren vergleichsweise hohen Gebühren und niedrigen Zinsen als Auslaufmodell. Sparbücher waren out. Direktbanken überboten einander mit Spitzenzinsen auf Tagesgeld. Ausländische Geldhäuser wie die isländische Kaupthing Bank warben mit attraktiven Zinsen. Zertifikate wie die der Lehmann-Bank boten überdurchschnittliche Renditen. Dann kam die Krise.

Heute fühlen sich Lehmann-Anleger betrogen, Kaupthing-Kunden mussten lange um ihr Geld kämpfen. Als das internationale Bankensystem im Herbst 2008 kurz vor dem Zusammenbruch stand, zahlten panische Anleger plötzlich größere Summen bei Sparkassen ein, weil das Geld dort am sichersten schien.

2008 verlor jeder Deutsche im Schnitt 3 150 Euro

Wie groß der Bewusstseinswandel durch die Krise ist, zeigen die aktuellen Zahlen. Anleger flüchteten aus Aktien - rund 45 Mrd. Euro zogen sie im Jahr 2008 aus dieser Anlageform ab. Gleichzeitig stiegen die Einlagen bei Kreditinstituten um rund 96 Mrd. Euro - noch 2006 waren es nach den DSGV-Zahlen nur 24,8 Mrd. Euro.

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