Wie Firmen ihre Kollektionen vor Schaden schützen
Kunst versichern ist auch eine Kunst

Schäden können hier sehr ins Konto schlagen: Kunstwerke sind kostbar. Sie erfordern eine spezielle Behandlung, und zwar nicht nur physisch. Auch versicherungstechnisch gilt es einige Besonderheiten zu beachten.

Corporate Collections manifestieren Unternehmenskultur. Das Sammeln von Kunst signalisiert gesellschaftliches Engagement, fördert das Ansehen des Unternehmens in den Augen der Öffentlichkeit sowie der Kunden und stimuliert nicht zuletzt die Kreativität der Mitarbeiter. Auf Grund dieser Ausstrahlung werden Kunstsammlungen von Firmen als Kommunikationsinstrumente genutzt und geschätzt. Die Zahl der international beachteten Firmensammlungen ist stark steigend, und der internationale Kunstmarkt trägt dieser Entwicklung Rechnung.

Den Anstoß für den Aufbau einer Sammlung im Unternehmen gibt meist ein kunstinteresssiertes Mitglied der Geschäftsleitung oder der Unternehmer selbst. Gemeinsam mit professionellen Partnern aus der Kunstszene wird anschließend ein Sammlungskonzept erstellt, dem die ersten Ankäufe folgen. Spätestens wenn die Sammlung einen sechsstellig Wert erreicht, stellt sich die Frage nach ihrer adäquaten Versicherung.

Schutz mit Deckung aller Gefahren

Eine spezielle Kunstversicherung bietet dann Versicherungsschutz mit einer Allgefahrendeckung. Mitversichert sind auch Aufenthalte bei Restauratoren und Transporte. Denn wie die Kunst im Museum sind die Objekte einer Firmensammlung prinzipiell den gleichen Gefahren ausgesetzt: Sie sind öffentlich zugänglich, können von internen oder externen Personen beschädigt oder entwendet werden oder abhandenkommen, ohne dass ein Einbruchdiebstahl nachgewiesen werden kann.

Zu einem umfassenden Versicherungsschutz gehören auch Serviceleistungen rund um die Firmensammlung: Die Spezialisten der Kunstversicherung kümmern sich vor Ort um Schadenprävention, achten auf konservatorische Bedingungen, prüfen den Abstand von Gemälden zu Heizkörpern, die Belichtungsstärke durch Strahler und die Aufhängung, beraten bei Verpackung sowie Transport und empfehlen Kunstspeditionen.

Kommt ein Kunstwerk trotz aller Vorkehrungen zu Schaden, wird eine spezialisierte Kunstversicherung den geeigneten Restaurator empfehlen, durch Sachverständige den Totalverlust oder den restaurierbaren Schaden feststellen lassen. Bei einem Totalschaden wird der zuvor vereinbarte Versicherungswert pro Objekt ersetzt oder, wenn das Objekt restaurabel ist, wird die Kunstversicherung für die Restaurierungskosten und die Wertminderung aufkommen.

Die Prämien für das stationäre Risiko bewegen sich weltweit im Bereich der Prämien für die Betriebsausstattung. Für Transporte werden Extraprämien berechnet, die sich danach bemessen, wie weit transportiert wird und wie empfindlich die Objekte sind. Kunstversicherer erwarten meist eine gute Absicherung des Firmengebäudes, bei hohen Einzelwerten auch Einbruchmelde-Anlagen entsprechend den Klassifikationen der Sachversicherer vor Übernahme des Risikos.

Als Anbieter von weltweiten Kunstversicherungen kommen in Deutschland einige wenige spezialisierte Versicherungen in Betracht, wie zum Beispiel Allianz und AXA Art. Diese Kunstversicherer verfügen über einen Mitarbeiterkreis von Kunsthistorikern mit spezieller Versicherungsausbildung, die neben der Vertragsgestaltung auch alle zwei bis drei Jahre auf Grund ihrer Verbindung mit dem Kunstmarkt Neubewertungsvorschläge bei Wertveränderungen unterbreiten.

Hans Jürgen Kronauer ist Technischer Underwriter bei der AXA Art Versicherung AG in Köln.

Quelle: Handelsblatt Nr. 183 vom 21.09.05 Seite c03

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