Wiesn-Versicherung

Die Gefahr aus dem Bierzelt

Eine bayerische Versicherung bietet erneut eine Kurzzeitpolice für Oktoberfest-Besucher per Smartphone an. Für 5,99 Euro gibt es einen Schutz für 24 Stunden. Verbraucherschützer raten allerdings davon ab.
Nach ein paar Maß kann schon mal ein Unfall passieren. Quelle: AP
Wiesn

Nach ein paar Maß kann schon mal ein Unfall passieren.

(Foto: AP)

FrankfurtEs ist ein festes Ritual. Wer auf das am Samstag beginnende Oktoberfest in München geht, folgt einer eigenen Kleiderordnung. Dirndl, Lederhose und Trachten gehören für die knapp sechs Millionen Besucher, die jedes Jahr auf das Festgelände in München strömen, zum festen Repertoire. Geht es nach den Vorstellungen der Versicherungsgruppe die Bayerische sollten die Gäste noch an ein weiteres Utensil denken: eine Kurzfrist-Unfallversicherung.

Erneut bietet die Assekuranz den Besuchern der größten Bierschwemme der Welt vorübergehend einen Ad-hoc-Versicherungsschutz per Smartphone-App an, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Die Police soll die Besucher schützen, wenn sie möglicherweise nach dem Genuss von mehreren Maß Bier einen Unfall bauen.

Worüber sich Bankkunden bei der Finanzaufsicht beschweren
Beschwerde bei der Bafin
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Eigentlich kontrolliert sie Banken, Versicherungen und Wertpapier-Emittenten, um die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten. Doch gelegentlich wenden sich auch Verbraucher an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), wenn sie sich von einem Institut ungerecht behandelt fühlen. Im vergangenen Jahr gingen 5636 Verbraucherbeschwerden bei den Bafin-Aufsehern ein, wie der Jahresbericht der Behörde für 2015 ausweist. Die häufigsten und interessantesten Fälle im Folgenden.

Kreditbearbeitungsgebühren
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Viele Bankkunden beschwerten sich im vergangenen Jahr über Kreditbearbeitungsgebühren. 2014 hatte der Bundesgerichtshof (BGH) derartige Gebühren für unzulässig erklärt – und den Banken eine Rückerstattung für den Zeitraum bis 2004 auferlegt. Die Verbraucher bemängelten zumeist, dass die Rückzahlungen zu lange auf sich warten ließen. Während einige Institute zügig Geld zurück zahlten, gingen bei anderen Banken mehrere Monate ins Land.

Gewerbekredite
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Unklarheit herrschte in dieser Angelegenheit auch darüber, inwiefern die Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGH) auch für Gewerbekredite oder Förderdarlehen gilt. Der BGH erklärte lediglich pauschale Gebühren für unzulässig, die unabhängig vom Bearbeitungsaufwand des Kreditantrags erhoben werden. Allerdings könne die Bafin nicht im Interesse einzelner Kunden tätig werden und deren Verträge prüfen, so die Aufseher in ihrem Bericht.

Kündigung von Bausparverträgen
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Wer einen Bausparvertrag abschließt, spart in der Regel, um ein Haus zu bauen. Doch manch einer „überspart“ seinen Vertrag, indem er über die vereinbarte Summe hinaus Geld einzahlt. In Zeiten niedriger Zinsen bedeutet das oft ein Verlustgeschäft für das betroffene Institut, das den Vertrag dann in der Regel kündigt. Für viele Verbraucher war das 2015 ein Grund, sich bei der Bafin zu melden. Die Aufseher schreiben jedoch in ihrem Bericht, dass die Institute rechtmäßig handelten – sei die Bausparsumme erreicht, bestehe kein Recht mehr auf, sich ein Bauspardarlehen auszahlen zu lassen.

Verkauf einer kreditfinanzierten Immobilie
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Daneben ging im vergangenen Jahr auch eine Reihe von Einzelfällen bei der Bafin ein. So beschwerte sich etwa ein Hausbesitzer, der seine Immobilie per Darlehen einer Bank finanzierte. Weil er das Haus noch während der Laufzeit verkaufen wollte, einigte er sich mit seiner Bank darauf, statt des Hauses ein verpfändetes Kontoguthaben als Sicherheit zu hinterlegen. Als der Kunde jedoch den Darlehensvertrag vorzeitig beenden wollte, verlangte die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung. Das Problem: Eine solche Vorfälligkeitsentschädigung ist nur zu zahlen, wenn es sich um ein grundpfandrechtlich gesichertes Darlehen handelt – und nicht etwa um ein verpfändetes Konto. Nach Intervention der Bafin verzichtete die Bank auf die Entschädigung.

Aufregung um einen Cent
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Kurios auch der Fall des Bankkunden, der sich wegen einer Abbuchung in Höhe von 0,01 Euro bei der Bafin beschwerte: Weil eine Überweisung nicht durchgeführt werden konnte, versuchte sich eine Bank an einer schnellen, aber ungewöhnlichen Benachrichtigungsmethode. Sie buchte einen Cent vom Konto des Kunden ab, teilte ihm den Fehler per Verwendungszweck mit – und buchte den Cent kurz darauf wieder zurück. Nach einer Beschwerde beanstandete die Bafin die „Art und Weise, wie die Bank Informationen übermitteln wollte“. Die Bank sagte daraufhin in einer Stellungnahme zu, ihren Kunden künftig keine Informationen mehr auf diesem Weg zukommen zu lassen.

Immer wieder kommt es nach Besuchen des Oktoberfestes zu schweren Unfällen. Im vergangenen Jahr stürzte bereits am ersten Wochenende ein junger Mann in der Schützen-Festhalle aus fünf Meter Höhe von der Empore, ein 47-Jähriger geriet auf dem Heimweg unter einem Bus.

Mit der der Kurzzeit-Police sollen sich Gäste nun auf Tagesbasis vor Schadenereignissen absichern können – unkompliziert via App vom Smartphone oder über eine Website. Enthalten in dem Schutz sind etwa Unfallfolgen, unfallbedingte kosmetische Operationen, Kosten für einen Krankenrücktransport im Inland oder für die Wiederbeschaffung verlorener Papiere. Überdies ist eine Zahnzusatzversicherung enthalten.

Die vertiefte Kenntnis der bayerischen Bräuche und Gepflogenheiten spricht dabei aus einem anderen Detail der Police: Sie haftet auch bei Unfällen in Folge von Alkoholgenuss. Schäden unter Alkoholeinfluss seien versichert – jedoch sollten Besucher verantwortungsvoll und gesundheitsbewusst mit ihrem Bierkonsum umgehen, erklärte die Bayerische.

„Pokémon-Versicherung“ gegen Zusammenstöße
#PokemonGo4Brazil
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Mit dem Aufruf, das Smartphone-Spiel „Pokémon Go“ nach Brasilien zu bringen, haben Hacker den Twitter-Account von Niantic-Chef John Hanke gekapert. „This hack for Brazil“ oder #PokemonGo4Brazil hieß es am Sonntag auf dem Profil von Hanke. Gekennzeichnet waren die Posts jeweils mit #OurMine. Der Hacker-Gruppe „Our Mine“ war es zuvor bereits gelungen, die Social-Media-Profile berühmter Personen aus der Tech-Szene zu manipulieren.

Junge findet Tüte mit Geldscheinen in Norwegen
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Auf der Jagd nach einem Pokémon hat ein Junge in Norwegen eine Tüte mit mehreren tausend Kronen gefunden (Symbolbild). „Das war ganz cool. Das ist etwas, das nicht so oft passiert“, sagte der Zwölfjährige dem norwegischen Fernsehen am Freitag. Der Junge war in der Innenstadt des südnorwegischen Ortes Lillesand auf der Suche nach einem Stromanschluss gewesen, weil der Akku seines Handys bei der Jagd nach den kleinen virtuellen Monstern aufgebraucht worden war. Dabei fand er die Tüte mit den Geldscheinen auf dem Boden - und gab sie bei der Polizei ab. Um wie viel Geld es sich genau handelte, wollten die Ermittler nicht sagen (1 Krone = 0,11 Euro). Dem ehrlichen Pokémon-Jäger stehe ein Finderlohn zu.

Pokémon GO und Olympia
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Zahlreiche Athleten des Olympischen Dorfes in Rio de Janeiro haben Grund zur Freude, Pokémon GO funktioniert jetzt auch in Brasilien. „Gute Nachrichten“, twitterte zum Beispiel der französische Kanute Mathieu Péché. Kurze Zeit vorher war auf der Facebook-Seite des beliebten Smartphone-Spiels veröffentlicht worden, dass nun auch in Südamerika Pokémons gejagt werden können: „Pokémon GO wird nun offiziell in die Hände unserer Fans in Lateinamerika, an die Besucher und die Olympia-Athleten in Rio übergeben!“

Monster im Auswärtigen Amt
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Die Begeisterung fürs virtuelle Jagen kleiner Monster hat auch die deutschen Ministerien erfasst: „Alle Pokémon im Auswärtigen Amt sind gefangen + an das Innenministerium übergeben“, schrieb das Auswärtige Amt auf Twitter. Dort bedankten sich die Kollegen für die Unterstützung - „gerade in der Ferienzeit.“ In die Unterhaltung, die am Montag begann, schaltete sich am Dienstag auch das Handelsblatt ein: In der Redaktion gebe es noch welche. „Wenn wir unseren Transporter repariert bekommen, beamen wir uns in der Mittagspause zu Euch nach Düsseldorf ;-)“, twitterte das Auswärtige Amt zurück.

Pokémon-Versicherung
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Der Hype um das Handyspiel "Pokémon Go" bringt die Versicherer auf den Plan. Auf der Jagd nach den Pokémon-Monstern erleiden abgelenkte Spieler immer häufiger Unfälle und Verletzungen. Jetzt bietet das Berliner Unternehmen Knip erstmals eine „Pokémon-Versicherung“: Passionierte Zocker des Augmented-Reality-Spiels können sich damit gegen Unfälle absichern.

Versichert Pokémon Go spielen
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Rund zehn Millionen Menschen weltweit spielen Pokémon Go. Mit starrem Blick aufs Handydisplay bewegen sie sich durch die Großstädte. Jedoch erweisen sich Pikachu und Co als Gefahrenquelle neuer Dimension. Auto-Karambolagen, Stürze, Verletzungen und Zusammenstöße: Auf rund 100 Millionen Euro schätzen Experten des Versicherungsportals www.knip.de die finanziellen Schäden. Die weltweit erste Pokémon-Versicherung kommt rund um die Uhr für Unfallschäden auf und deckt typische Pokémon-Risiken ab.

Bummelzug
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Die Düsseldorfer Rheinbahn springt jetzt auch auf den, nun, Pokémon-Zug auf. Wie das Unternehmen bei Facebook verkündete, wird es eine historische Straßenbahnfahrt für Gamer geben – und zwar ganz gemächlich. „Unter dem Motto „GOTTA CATCH ‘EM ALL“ fährt eine Oldiebahn aus dem Jahr 1969 – mit Pikachu und Co. dekoriert – langsam quer durch Düsseldorf und ermöglicht Euch an Bord, viele Pokémon zu fangen und an PokeStops Items zu sammeln“, hieß es weiter. Drei Stunden dauert die Fahrt am kommenden Donnerstag. Der Spaß kostet pro Person acht Euro und damit mehr als ein Tagesticket. Klingt nach einer findigen Geschäftsidee.

„Das ist das ideale Angebot für Kurzentschlossene, die unbeschwert auf der Wiesn feiern wollen mit dem beruhigenden Gefühl, abgesichert zu sein“, frohlockt Martin Gräfer, Vorstand Vertrieb und Service der Bayerischen. Verbraucherschützer zweifeln allerdings, ob eine spezielle Unfallversicherung überhaupt auf der Wiesn nötig ist – denn meist würden in dem Fall auch normale Unfallversicherungen zahlen.

Doch die App hat auch noch einen weiteren, kleinen Schönheitsfehler: ihr Preis. Denn für die Ad-hoc-Police, die eine Laufzeit von mindestens 24 Stunden hat, ruft die Versicherung eine Gebühr von 5,99 Euro auf. Zum Vergleich: Eine Pokémon-Versicherung ist für 35 Euro zu haben – als Jahresgebühr.

Wenn man jedoch die hohen Bierpreise auf der Wiesn zum Maßstab nimmt, dann gewinnt das Preisschild eine andere Relation. Allein für eine Maß Bier müssen die Besucher des Oktoberfests in diesem Jahr nämlich mehr als zehn Euro zahlen – und bei einer Maß bleibt es häufig nicht. Dagegen nimmt sich der Preis der Kurzzeit-Assekuranz dann wieder geradezu bescheiden aus.

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