Wohn-Riester
So macht der Staat den Weg zum Eigenheim billiger

Die Regierung will die Regeln für den ohnehin beliebten Wohn-Riester noch verbessern und die Kosten senken. Ein Elf-Punkte-Programm für Häuslebauer, die dadurch viel Geld sparen. Die Sache hat allerdings einen Haken.
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DüsseldorfDie Wohnbauförderung läuft wieder heiß. Allerdings heißt die staatliche Hilfe für Bauherren und Wohnungskäufer nicht mehr „Eigenheimzulage“; diese teure Subvention wurde zum 1. Januar 2006 abgeschafft. Stattdessen gibt es seit 2008 den Wohn-Riester. Diese Variante der staatlich geförderten Altersvorsorge, kurz Riester-Rente, startete verspätet und sehr träge, doch seit diesem läuft das Geschäft prächtig. Erstmals verkauften die Bausparkassen im ersten Quartal sogar mehr Riester-Verträge als die scheinbar übermächtigen Konkurrenten, die Versicherer.

Und es könnte noch besser für die Bausparkassen kommen. Denn die Regierung will das Altersvorsorgegesetz erneut verändern. Im September soll ein dickes Paket im Bundeskabinett beschlossen werden. Von 22 Verbesserungsvorschlägen bezieht sich allein die Hälfte auf den Wohn-Riester.

Den Vertretern der Bausparkassen könnte es dadurch noch einfacher werden, ihre Variante der Riester-Rente zu verkaufen. Während die Versicherer durch ihre Vertragskosten selbst in der Politik scharfe Kritik auf sich ziehen, bekommen die Bausparkassen gute Bewertungen von Verbraucherschützern. Viele Finanzexperten beurteilen den Wohn-Riester als die attraktivste Form unter den Varianten der staatlich geförderten Altersvorsorge – also der klassischen und der fondsgebundenen Rentenversicherung, dem Fondssparen und dem Banksparplan. 

Wie einfach der Wohn-Riester heute schon zu verkaufen ist, legte die größte Bausparkasse der Sparkassen, die LBS West, in diesem Jahr vor Journalisten dar. Im ersten Schritt nennen Verkäufer die hohe Förderung und stellen sie bildhaft dar. Die Grundzulage betrage 154 Euro pro Person, die Kinderzulage Kinderzulage 185 Euro für Kinder, die vor 2008 geboren wurden und 300 Euro für Kinder, die ab 2008 auf die Welt kamen.

Im zweiten Schritt zeigen sie die schnelle Tilgung auf. Tenor: „Kürzere Laufzeit und geringere Gesamtkosten durch Riester! (Mit Zulagen und Steuerersparnis das Eigenheim finanzieren.)“ Und im dritten Schritt verweisen sie auf Tests der Stiftung Warentest: „Die hohe Förderung zahlt sich aus.“ So einfach ist das.

„Die meisten Bausparvertreter locken mit Zulagen und der Verzinsungsgarantie“, sagt der erfahrene Finanzierungsexperte Max Herbst von der FMH-Finanzberatung in Frankfurt. So würden Bausparverträge mit Riester-Rente oft verkauft. Ein Vermittler rede dabei nicht über Details der Riester-Förderung, das Wohnförderkonto oder die Besteuerung im Rentenalter, stellt er fest. Was ja aus der Sicht des Verkäufers auch vernünftig sei. Schließlich wisse der genauso wenig wie sein Kunde, was in 30 oder 40 Jahren sein wird.

Kommentare zu " Wohn-Riester: So macht der Staat den Weg zum Eigenheim billiger"

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  • Das ist genau der Punkt! Keiner spricht davon dass nicht nur die eigentlichen Riester-Zulagen versteuert werden sondern auch >>> mein anteiliger eingezahlter Betrag! Das bedeutet im Klartext, dass alles was über die Mindest-Einzahlungen hinausgeht geschenktes Geld für den Staat ist. Bitte informieren wie der mindeste Eigenanteil pro Monat aussehen kann...3-4% des Jahresgehaltes wenn ich mich nicht täusche und dann wirklich nur über einen regulären Bausparvertrag abschließen. Das Wohnförderkonto bläst sich ansonsten unnötig auf. Eines ist klar - uns wird im Alter sicher nichts geschenkt und diese nachgelagerte Besteuerung kann mir keiner rechnen, weil keiner weiß was bis dahin passiert. Daher Vorsicht - alles was in jungen Jahren geschenkt wird ist nicht wirklich geschenkt! Schade dass man das alles erst selbst raus finden muß - und noch trauriger wie toll und super das alle Medien darstellen!

  • Das ist aber ein Kardinalfehler, die Wohn-Riester-Beträge in einen Bausparvertrag zu zahlen und nicht für Tilgungen zu nutzen. Über keine andere Immobilienförderung herrscht so viel Unklarheit wie über das Wohn-Riestern. Deshalb habe ich in meinem Buch "Praxisleitfaden Immobilienanschaffung und Immobilienfinanzierung" (erschienen im Springer-Verlag ISBN 978-3-642-22621-2) Klartext geschrieben und alles so erklärt, dass es jeder verstehen kann. Warum fällt es den Autoren und Beratern denn so schwer, Dinge mal so zu erklären, dass sie jeder versteht ?

    http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss_1?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Daps&field-keywords=Guido+Rennert

  • Wohriester ist O.K., aber doch bitte nicht über einen Bauspar-Riester!!!!! Jeden Riester-Vertrag kann man nutzen zum Wohnriestern. Mit einem Ansparzins von 0,5 bis 1% über Jahre und in der Regel keiner direkten Tilgung verdient nur einer: Die Bausparkassen!!! Wer einen guten Riester-Fondssparplan macht mit 5-6% Rendite und dann noch Zulagen und Steuerersparnis spart langfristig tatsächlich Geld. Dazu braucht es aber eines unabhängigen Beraters, bei der Kunde im Mittelpunkt steht.

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