Zentrale Rolle für IHK
Glos stärkt den Schutz für Versicherte

Die Bundesregierung setzt mit erheblicher Verspätung die EU-Vermittlerrichtlinie für die Versicherungswirtschaft aus dem Jahr 2002 um. Das von Michael Glos (CSU) geführte Bundeswirtschaftsministerium hat jetzt einen Entwurf für das "Gesetz zur Neuregelung des Versicherungsvermittlungsrechts" erarbeitet, der dem Handelsblatt (Freitagsausgabe) vorliegt.

BERLIN. Im Kern soll das Gesetz den Verbraucherschutz stärken. Zum ersten Januar 2007 tritt es laut Plan in Kraft. Bislang wurde die Versicherungsvermittlung als eine gewerbliche Tätigkeit angesehen, die jeder ohne besondere Voraussetzungen ausüben konnte. Künftig muss jedoch eine Erlaubnis vorliegen. Dabei kommt laut Gesetzentwurf den Industrie- und Handelskammern (IHK) eine zentrale Rolle zu.

So müssen sich Versicherungsvermittler in das künftig von den IHKs geführte Vermittlerregister eintragen lassen. Die Zulassung durch die Kammern hängt von einer Prüfung ab, die sich an der Ausbildung zum Versicherungsfachmann orientiert. Grundsätzlich sollen alle Versicherungsvermittler zum Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung verpflichtet werden.

Der Bund der Versicherten kritisiert, dass sich die Regierung bei der Qualifikation am Versicherungsfachmann orientiert und nicht am Versicherungskaufmann. Die Ausbildung zum Versicherungsfachmann dauere nur zehn Monate und sichere keine Qualifikation zur Beratung, monieren die Verbraucherschützer. „Da hat die Versicherungswirtschaft massiv Druck ausgeübt“, vermutete Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Die großen Versicherer beschäftigten Tausende von nebenberuflichen Vertretern. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hofft dagegen, dass sich mit den neuen Qualitätsansprüchen auch langfristig „das Image des Berufsstandes der Versicherungsvermittler und damit auch der Assekuranz verbessert“.

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