Zollgebühren
Kostenfalle Urlaubsmitbringsel

Ein Urlaubsmitbringsel ist oft nur so lange ein Schnäppchen, bis es an der Zollstation landet. Waren nicht zu verzollen, ist oft verhängnisvoll. Doch wer viel mitbringt, kann von einer Pauschale profitieren.
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FrankfurtFür viele ist die Reise in den Sommerferien auch die Zeit für Schnäppchen: ein iPad aus den USA, kubanische Zigarren oder ein neuer maßgeschneiderter Anzug aus Thailand - alles spottbillig. Zurück am heimischen Flughafen dann der Schock: Zollkontrolle.

Ob bewusst oder nicht, für viele wird die Shopping-Tour in fernen Ländern schnell zum teuren Spaß. „Wer sich für den grünen Ausgang entscheidet, und die Zöllner werden dann fündig, der erfüllt den Tatbestand der Steuerhinterziehung", warnt Christine Kolodzeiski vom Zoll des Frankfurter Flughafens. Denn der grüne Ausgang steht für anmeldefreie Waren, also nichts zu verzollen. Um solch böse Überraschungen zu vermeiden, gilt es, einige Regeln zu beachten.

Die Zöllner unterscheiden bei den Urlaubern, ob sie aus einem EU-Land oder einem Drittland einreisen. Wer innerhalb der EU reist, muss weniger Regeln beachten als der Fernreisende (siehe Tabelle). Dabei gehören einige Länder zwar zum Zollgebiet der EU, werden jedoch steuerlich wie Drittländer gehandhabt. Dazu zählen die Kanarischen Inseln, französischen Überseedépartements wie Martinique oder die britischen Kanalinseln.

Für Urlauber aus Drittländern gilt: Flug- oder Seereisende dürfen sogenannte sonstige Waren wie Kleidung oder Elektronik bis zu einem Wert von 430 Euro anmeldefrei aus dem Urlaub mitnehmen. Auch Edelsteine und -metalle gehören dazu. „Aus den USA werden häufig iPads oder iPhones mitgebracht", weiß Zöllnerin Kolodzeiski. Aus Dubai sind es Luxusartikel, aus Thailand Maßanzüge, aus Fernost Kameras. Ein Beispiel: In den USA kostet das günstigste iPad 399 Dollar. Beim derzeitigen Kurs sind das knapp 325 Euro. Im Vergleich zu Deutschland hätte man 75 Euro gespart.

Für Tabakwaren und Alkohol sind die Grenzen nicht abhängig vom Wert, sondern von der Menge. Wer also eine gute Zigarre oder einen teuren Tropfen schätzt, kann im Urlaub ein echtes Schnäppchen machen. Bei Alkohol richtet sich die Menge nach dem Alkoholgehalt.

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Kostenfalle Urlaubsmitbringsel

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Pauschale erleichtert Verzollung

Kommentare zu " Zollgebühren: Kostenfalle Urlaubsmitbringsel"

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  • @Modorok
    So generell will ich das, was sie sagen nicht stehenlassen.
    Zwar wird effektiv der Zoll tatsächlich weltweit meistens kontoproduktiv benutzt. (Seit den letzten 20 Jahren auch in Deutschland immer mehr.)
    Aber gerade bei einer vernünftigen Anwendung sind Zölle eine wichtige und sehr gute Methode, um die Folgen von Ungleichgewichten zwischen unterschiedlich starken Volkswirtschaften auszugleichen.

    Aber wie gesagt: In 95% aller Fälle werden Zölle zum Nachteil der eigenen Volkswirtschaft verwendet, und zum Vorteil von Lobbys - um Umsatzrenditen über 30% weiterhin zu erzielen.

  • @Verarsche:

    Sie haben vollkommen recht. Der gesamte Zoll ist nur ein weiteres Arm der Staatskrake, der nur einen einzigen Sinn hat, nämlich den normalen, arbeitenden Bürger gnadenlos abzuzocken und auszunehmen wie eine Weihnachtsgans, damit das Krebsgeschwür Staatsbürokratie weiter parasitär wuchern darf. Man sollte diese gesamte Behörde abschaffen - oder besser noch: die gesamte Belegschaft an die EU-Aussengrenzen verschiffen, damit sie dort etwas nützliches tuen, nänmlich verhindern das noch mehr Wirtschaftsflüchtling in die EU einströmen.

  • Vor einem Tag habe ich aufgegeben, die gegenwärtigen Zollbestimmungen in Bezug auf Einfuhren aus der Schweiz herauszufinden.

    Die Webseite des Zolls ist oberflächlich. Sie bietet nicht die nötigen Informationen zu meiner Fragestellung.
    Die Gesprächspartnerin (für Privatpersonen) bei meinem Anruf war zwar bemüht, aber sie wußte auch nicht mehr.
    Die versprochene Email (abgeschickt von deren Email zu gewerblichen Anfragen) enthielt nicht mehr als die oberflächlichen Informationen der Webseite.

    Führe ich jetzt durch, was ich vorhabe, würde ich erst an der Zollstation erfahren, wie teuer es wird.
    Ohne dieses Wissen jedoch, kann ich nicht berechnen, ob es sich überhaupt lohnt.

    Ich werde dass wohl ganz praktisch angehen. Niemand wird mir vorwerfen können, ich hätte nicht alles Angemessene versucht. (Angemessen im Verhältnis zum Warenwert.)

    Außerdem ist mir klar, warum die Informationen absichtlich so undeutlich sind: Es ist nicht erwünscht, dass Privatpersonen im Ausland kaufen - weder im sogenannten europäischen Binnenmarkt, noch im übrigen Ausland.
    Durch dieses Verhalten verlieren die Verantwortlichen jegliche eventuell vorhandene Legitimation.

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