Zweiter Dokumentarfilm über Mehmet Göker
„Dollar-Noten riechen einfach am besten“

Der Skandalvertreter Mehmet Göker hat einen zweiten Film über sich drehen lassen. Göker protzt darin wieder mit großen Plänen. In vertraulichen Momenten bröckelt die Fassade. Den Ex-Millionär plagen hohe Schulden.
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DüsseldorfRechnungen müssen raus, sonst kommt kein Geld herein. Binnen Sekunden ist er von Null auf 180, wieder einmal. Sein Atem wird schneller, das Hemd spannt. Göker beugt sich über den Schreibtisch, um sich selbst zu überzeugen. Tatsächlich: Viele Aufträge sind noch nicht korrekt abgearbeitet, die dringend notwendigen Überweisungen auf sein Konto ziehen sich weiter hin.

Auf einmal verlässt Mehmet Göker den Raum. „Farid, ich brauche dich kurz alleine.“ Er muss mit seinem engsten Kollegen Farid Aminzadeh sprechen, sagt er an der Kamera vorbei zum Regisseur. Göker geht raus, der Kameramann bleibt im Büro. Das Bild bleibt auf der gerade geschlossenen Türe stehen. Die Szene scheint beendet, der Zuschauer wartet auf den Schnitt. Stattdessen läuft die Kamera weiter, und mit ihr der Ton. Göker hat vergessen, dass er ein Mikrofon am Hemd trägt. Man hört Göker weiterhin, hinter der verschlossenen Türe.

„Wir haben 270.000…“, beginnt Göker das vertrauliche Gespräch. „Ich muss, ich brauche bis morgen…du willst ja auch dein Geld…Ich weiß nicht, wo ich das Geld hernehmen soll. … Ich kann es nicht! Ich habe es nicht! … Ich kann jetzt ‘ne Bank ausrauben oder wir können hier morgen zumachen. Ich kriege es nicht hin!“

Jetzt kommt der Schnitt.

Der bekannte Dokumentarfilmer Klaus Stern hat einen neuen Streifen über Mehmet Göker herausgebracht. Über das Vertriebsgenie aus Kassel, das mit Anfang 20 angefangen hat, aus dem Kinderzimmer der Eltern heraus private Krankenversicherungen zu verkaufen. Über den Sohn türkischer Einwanderer, der mit Mitte 20 Millionär geworden ist. Über einen mutmaßlichen Gesetzesbrecher, der nach der schillernden Insolvenz seiner Firma behauptet, genau so weiter zu machen wie bisher – und genau so viel Geld damit zu verdienen.

Ein Mann, der polarisiert. Und dessen Verbleib viele interessiert: Anwälte, Versicherer, Ex-Kollegen und junge Vertriebler, die in Göker einen Verkäuser-Messias sehen. In „Der Versicherungsvertreter 2 – Mehmet Göker macht weiter“ beschreibt Stern, wie es mit dem Ex-Versicherungsmakler wirklich weiter gegangen ist.

Stern hat Göker dafür fast zwei Jahre lang begleitet, ihn mehrmals in seiner „Residenz“ in der Türkei besucht. Die Genehmigung für den Dreh sei kein großes Problem gewesen, erzählte der Regisseur in einem Interview. „Er hat mich sofort eingeladen. Göker liebt meinen damaligen Film, weil er dadurch enorm an Bekanntheit gewonnen hat. Das ist, wohlgemerkt, seine Lesart.“

Zahlreiche Ex-Mitarbeiter von Gökers alter Firma MEG und seinem neuen Unternehmen beschreiben in dem Film, wie das wahre Leben des Mehmet Göker abläuft. Welche Tricks er benutzt hat, um weiterhin Geld zu verdienen. Und wie erfolgreich er wirklich in den vergangenen Jahren gewesen ist.

Am Ende ist klar: Ein Vorbild ist Mehmet Göker schon lange nicht mehr.

Kommentare zu " Zweiter Dokumentarfilm über Mehmet Göker: „Dollar-Noten riechen einfach am besten“"

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  • Das doofe ist, das jeder der sich vor Jahren, einmal über Private Krankenversicherungen informieren wollte, seine Daten angeben musste...

    Diese Daten, werden seit Jahren immernoch genutzt... - erst heute wieder hat mich einer Ihrer Server/Skripte angerufen (+49895566220) - um zu schauen ob meine Nummer noch da ist... - seit der Insolvenz von MEK kommt die Nr die einen Anruft laut Netzabfrage dann halt aus der Türkei, o.ä. - auf jeden Fall versuchen die (wenn mal doch ein Realer Mensch dran ist) - immernoch mir Versicherungen zu verticken... (und nicht nur ich, werde seit Jahren weiterbelästigt, sondern auch alle anderen, die immernoch die gleiche TelNR haben, wie zu der Zeit, als Sie das Online Formular ausfüllten.... ;(

  • sehr geehrter herr steiner,
    ich sehe keinen widerspruch zu meinem statement. über die häufigkeit dieser spezies habe ich ja nichts gesagt.

  • @ Herr peter gramm:

    "Die wahren Betrogenen sind doch wohl die seriös arbeitenden Vermittler." - Das war ja wohl nichts... Diese gehören mittlerweile zu einer aussterbenden Spezies. Überlegen Sie mal warum heute noch jemand versucht etwas zu vermitteln...

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