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26.07.2006 
Pläne der Bundesregierung als riskant für Verbraucher

Versicherungsmathematiker vermissen Sicherheit bei Garantiefonds

Erhebliche Bedenken gegen die geplante Zulassung von Garantiefonds in Deutschland hat die Deutsche Aktuarvereinigung erhoben. Die Versicherungsmathematiker vermissen in den bisher vorliegenden Vorschlägen vor allem die langfristige Absicherung derartiger Geldanlagen.

HB KÖLN. Daraus könnten sich versteckte Risiken bei langfristigen Anlagen ergeben, die dem Käufer so nicht bewusst seien, sagte der Vorsitzende der Aktuarvereinigung, Norbert Heinen.

In Deutschland werden bereits Garantiefonds vertrieben. Das sind Geldanlagen, die beispielsweise auf zehn Jahre jedenfalls die Rückzahlung des eingezahlten Kapitals zusichern, auch wenn der Fonds aufgrund einer ungünstigen Börsenentwicklung eigentlich Verluste macht.

Diese Fonds kämen aber in erster Linie aus Luxemburg, erläuterte Heinen. Um Wettbewerbsnachteile für die deutsche Finanzbranche zu beseitigen, wolle das Bundesfinanzministerium solche Fonds nun auch in Deutschland zulassen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) habe einen entsprechenden Entwurf vorgelegt und veranstalte dazu am Freitag eine Anhörung.

Die Aktuare lehnten nicht die Garantiefonds ab, versicherte Heinen. Es sei aber zu ihrer Absicherung wie bei den Lebensversicherungen ein Gesetz erforderlich und nicht lediglich - wie vorgesehen - ein Rundschreiben der Bafin. Nach den bisherigen Plänen seien vor allem die Anforderungen an das Eigenkapital der Anlagegesellschaften nicht ausreichend.

Langfristiges Zinsrisiko nicht berücksichtigt

Heinen nannte es „merkwürdig“, dass nach dem Entwurf der Bafin die Anbieter von Garantiefonds Eigenmittel erst einbringen müssten, wenn bereits der Ernstfall eingetreten sei. Falls die Eigentümer nicht bereit seien, freiwillig das benötigte Kapital nachzuschießen, wäre der Weg zum Konkursrichter unvermeidlich. „Es ist nicht viel versprechend, mit dem Klingelbeutel rumzugehen, wenn es ernst wird“, sagte Heinen.

Problematisch sei ferner, dass das Risiko von Zinsveränderungen über längere Sicht nicht berücksichtigt werde. Sinke der Zins, werde die Absicherung des Garantiefonds teurer, erläuterte Heinen. Dafür werde nach dem vorgeschlagenen Modell aber keine Vorsorge verlangt. Es sei jedoch zu erwarten, dass die Laufzeiten der Garantiefonds von heute üblicherweise bis zu zehn Jahren auf die für Lebensversicherungen typischen 20 bis 30 Jahre steigen würden, da sie im Neugeschäft die herkömmliche Lebensversicherung weitgehend ablösen dürften. Für längere Laufzeiten müsse aber das Zinsrisiko unbedingt eingeplant werden. „Das ist der fundamentale Kritikpunkt“, betonte Heinen.

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