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06.12.2007 
Geschäft mit Altersrente

Warten auf Rürup-Fonds

von Anke Rezmer

Das Geschäft mit der staatlich geförderten privaten Rürup-Altersrente kommt in Fahrt: Große Finanzbetriebe bauen auf das Zugpferd Rürup-Rente und verweisen auf das schwierige Umfeld für Versicherungsbetriebe. Doch anders als bei der Riester-Rente gibt es bisher noch kein Fondsprodukt – Fondsgesellschaften empören sich über die Sturheit des Finanzministeriums.

Bert Rürup: Der Wirtschaftsweise ist Namensgeber der Rürup-Rente. Foto: dpa

Bert Rürup: Der Wirtschaftsweise ist Namensgeber der Rürup-Rente. Foto: dpa

FRANKFURT. Ihnen hatte der Gesetzgeber vor einem Jahr zugesichert, auch Fonds für die nach dem Wirtschaftsweisen und Regierungsberater Bert Rürup benannte Altersrente verkaufen zu dürfen. Doch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sendet keine Signale aus, Rürup-Verträge auf reiner Fonds-Basis steuerlich zu fördern. Den Rürup-Berechtigten bleibt derzeit nur eine staatlich geförderte Rentenversicherung als private Altersvorsorge.

In diesem Jahr wird sich das Neugeschäft mit den auch Basisrente genannten Produkten auf 350 000 Verträge verdoppeln, wie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) schätzt. Bis Jahresende soll es demnach einen Bestand von rund 630 000 Verträgen geben. Zu den großen Anbietern zählen AMB und Allianz. Große Finanzvertriebe wie die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) sprechen vom „Zugpferd Rürup-Rente“ im ansonsten schwierigen Umfeld für Versicherungsvertriebe. Nach Aussage von DVAG-Chef Reinfried Pohl führt sein Vertrieb den Markt im Rürup-Neugeschäft an mit einem Anteil von 26 Prozent. Finanzberater hätten 2007 die beratungsintensive Förderrente entdeckt, meint Pohl. Die Menschen seien überrascht von den Anreizen zur Steuerersparnis bei Rürup, was einen immensen Einfluss auf die Anlageentscheidung habe.

In einen Rürup-Vertrag können die Förderberechtigten bis zu 20 000 Euro im Jahr einzahlen und in diesem Jahr 64 Prozent, also 12 800 Euro, von der Steuer absetzen. In den nächsten Jahren steigt dieser Anteil jährlich um zwei Prozentpunkte bis auf 100 Prozent. (siehe „Steuerbonbon Rürup-Rente“). Die Rürup-Rente gilt vor allem als geförderte private Vorsorge für Selbstständige und Freiberufler, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Außerdem ist sie für gut verdienende Ältere sinnvoll, die darüber Teile ihrer Steuerlast in das Rentenalter verlagern können, sagen Experten. Das genossenschaftliche Fondshaus Union Investment beziffert das Marktpotenzial auf 17 Mill. Verträge. Allerdings passt die als unflexibel geltende Privatrente de facto nicht für jeden. Das echte, für sie erreichbare Potenzial benennt Union Investment daher mit 1,2 Mill. Verträgen.

Für Finanzvermittler ist der Abschluss eines Rürup-Vertrags lukrativer als die Riester-Rente. Laut GdV-Schätzung zahlt ein Rürup-Kunde durchschnittlich 2 000 Euro im Jahr ein, somit rund fünfmal so viel wie ein Riester-Kunde.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Fondsbranche ist empört.

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