Viele Deutsche im mittleren Alter werden einer Studie zufolge als Rentner künftig kürzer treten müssen. Nach Schätzungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) legte mehr als die Hälfte der untersuchten Haushalte nicht genug für die Altersvorsorge zurück.
HB BERLIN. „Wer zu den Geburtsjahrgängen zwischen 1959 und 1973 gehört und seinen Ruhestand mit 65 anstrebt, hat 26.000 Euro zu wenig gespart, um das Alter sorgenfrei genießen zu können“, schrieb der Autor der Studie, Manfred Jäger.
Die künftigen Rentner müssten sich darauf einstellen, dass ihre Bezüge im Vergleich zu ihrem früheren Gehalt viel geringer ausfallen werden. „Im Jahr 2030 bekommen Ruheständler, die im Idealfall 45 Jahre gearbeitet und durchschnittlich verdient haben, nur noch rund 40 statt derzeit etwa 50 Prozent ihres früheren Bruttoeinkommens vom Staat überwiesen“, schrieb Jäger.
Fast zehn Millionen Bürger hätten zwar mit Riester-Verträgen zusätzlich für das Alter vorgesorgt. „Allerdings ist noch nicht ausreichend erforscht worden, ob diese Verträge wirklich zusätzlich zu bisherigen Sparanstrengungen hinzukommen oder ob sie andere Anlagen einfach nur ersetzen“, heißt es in der Studie.
» Link: Manfred Jägers Studie: Rentenlücken in Deutschland (pdf)
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Private Rentenversicherung liegt vorn
Die private Rentenversicherung liegt auf dem ersten Platz, wenn Berufstätige ihre Altersvorsorge verbessern wollen. Das hat eine Umfrage im Auftrag der Postbank ergeben. 23 Prozent der Befragten geben demnach der privaten Rentenversicherung den Vorzug, der gleiche Anteil wie im Jahr 2006.
Auf Platz zwei folgt der Kauf einer Wohnung oder eines Hauses zur eigenen Nutzung. Die Beliebtheit dieser Art der Altersvorsorge stieg von 20 auf 22 Prozent. Mit 19 Prozent folgt auf Platz drei nun die Riester-Rente (Vorjahr: 18 Prozent). Deutlich an Beliebtheit verloren haben der Umfrage zufolge die als Rente ausbezahlte Lebensversicherung (von 20 auf 16 Prozent) und Sparverträge (von 20 auf elf Prozent). Auch Aktien büßten an Popularität ein, von 17 auf 15 Prozent. Einen Sprung von neun auf 13 Prozent machten festverzinsliche Wertpapiere. Bausparverträge, in diesem Jahr erstmals abgefragt, kamen mit 14 Prozent auf Platz sechs der Beliebtheitsskala.
» Link: Weitere Informationen des IW zu der Studie
