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24.04.2008 
Deutschland-Rente

Wirbel um „Shoppen für die Rente“

von Rita Lansch und Monika Lier

Der Verkauf von Versicherungs-Policen des Arag-Konzerns bei Plus und Co. sorgt für Wirbel. Doch der Verkauf könnte sein baldiges Ende finden: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht meldet Bedenken an. Einen peinlichen Fauxpas leisteten sich die Versicherer bereits bei der Vorstellung der Deutschland-Rente.

Das Aus für die Discounter-Rente? Quelle: ArchivLupe

Das Aus für die Discounter-Rente? Quelle: Archiv

DÜSSELDORF/ KÖLN. Der Wirbel um den Versicherungsverkauf im Supermarkt nimmt kein Ende. Immer mehr Versicherer wollen ihre Policen über Einzelhändler wie Plus oder Tchibo an den Kunden bringen. Doch der neue Absatzweg könnte sich als Sackgasse entpuppen: Nach Informationen des Handelsblatts sieht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Sache sehr kritisch und droht in einem Schreiben an den Vorstand der Arag-Lebensversicherung mit aufsichtsrechtlichen Maßnahmen.

Die Arag bestätigte die Anfrage der BaFin. Ein Sprecher betonte jedoch: "Wir sind unverändert der Meinung, dass wir gegen keinerlei gesetzliche Bestimmungen verstoßen und befinden uns dazu mit der BaFin im Gedankenaustausch." Die Aufsicht äußert sich zu konkreten Fällen zwar grundsätzlich nicht. Nach Informationen aus Branchenkreisen moniert die BaFin in ihrem Schreiben jedoch konkret den Vertrieb der sogenannten Deutschland-Rente. Die haben die beiden Lebensversicherer Arag und Rheinland über die Filialen des Lebensmittel-Discounters Plus vertrieben.

Ein ohnehin schon umstrittenes Projekt: Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), der Lobbyorganisation der Versicherungsvertreter, wetterte gegen die Plus-Konkurrenz: "Schon wieder wird versucht, ein Versicherungsprodukt zu verramschen, und dann auch noch eine Rentenversicherung, der angesichts der demografischen Entwicklung und der Situation der gesetzlichen Rentenversicherung eine grundsätzliche und überlebenswichtige Funktion zukommt." Der verwendete Slogan "Shoppen für die Rente" sei gedankenlos und gefährlich.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wieviel versteht der Discounter von Versicherungen?

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