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24.04.2008 

Einen peinlichen Fauxpas leisteten sich die Versicherer bereits bei der Vorstellung der Deutschland-Rente: Unter der Überschrift "Top im Ranking" präsentierten sie ihr Produkt in einer Vergleichstabelle vor aller Konkurrenz. Als Quelle nannten sie das renommierte Hofheimer Analyse- und Softwarehaus Morgen & Morgen. Doch das hatte von der Deutschland-Rente bis zu diesem Zeitpunkt noch nichts gehört, geschweige denn Leistungen berechnet. Einer Aufforderung des Analysehauses, dies in den Medien klarzustellen, kam man nicht nach.

Die Kritik der Finanzaufsicht dürfte aber weit über den Fall Deutschland-Rente hinaus in der Branche Auswirkungen haben. Ihr sei nicht entgangen, dass bestimmte Versicherer mit Einzelhändlern im Vertrieb von Versicherungen zusammenarbeiteten, teilt die Aufsicht auf Anfrage mit. "Die BaFin befasst sich mit diesem Thema", sagt ein Sprecher und ergänzt: "Die Prüfungen dauern an."

Branchenkreisen zufolge stört sich die Aufsicht insbesondere daran, dass der Vertrieb über die Plus-Filialen von den Betreibern als nicht-erlaubnispflichtige Versicherungsvermittlung angesehen wird. Daran habe das Amt "erhebliche Zweifel", sagen Branchenvertreter. Schließlich bekomme Plus für die Vermittlung eine Provision. Das lasse eine gewerbsmäßige Vermittlung vermuten. Und professionelle Vermittler müssen sich in Deutschland bei ihrer Industrie- und Handelskammer (IHK) registrieren lassen. Die Zulassung der IHK bedingt dann auch noch einen Qualifikationsnachweis. Sinn dieser Regelung ist: Wer Policen vermittelt, soll auch was davon verstehen.

Im Streit über die Supermarkt-Rente geht es aber nicht bloß um die IHK-Zulassung. Es geht auch um Beratungspflichten. Die hat jeder Vermittler ernst zu nehmen und zu dokumentieren. Läuft die Beratung falsch, haftet entweder der freie Vermittler oder die Versicherung. Die BaFin hegt in diesem Punkt ebenfalls erhebliche Zweifel daran, dass die Beratungspflichten auf die Plus-Verkäufer nicht zutreffen sollten.


Sammel-Rente

Angespart

Bei der Deutschland-Rente machen sich die Versicherer Kundenbindungsprogramme zunutze. Bezahlt der Versicherte mit einer speziellen Kreditkarte oder kauft über eine Internetplattform ein, werden ihm Beträge für seine Altersvorsorge gutgeschrieben. Selbst muss er monatlich mindestens 19,90 Euro für die Police ansparen.

Abgewatscht

Die "Rabattmarken-Rente" lohnt sich nach Berechnungen des Bundes der Versicherten jedoch nicht: Der Versicherer ziehe so hohe Kosten - etwa für die eigene Verwaltung - ab, dass bei Produkten mit gleichem Beitrag und Verzinsung am Laufzeitende 10 000 Euro mehr winkten.

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