Bei der Suche nach dem geeigneten Zertifikat sollten Anleger zunächst ihr Sicherheitsbedürfnis festlegen und damit den Abstand zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswerts und der Kursschwelle bestimmen. Keine einfache Entscheidung: Denn je größer der Abstand, desto geringer das Risiko – aber gleichzeitig auch der Bonus. Wolfgang Gerhardt, Zertifikateexperte bei Sal. Oppenheim, rät dazu, Papiere zu wählen, bei denen die Untergrenze mindestens 20 Prozent unter dem aktuellen Kurs liegt. Für Wesseling liegt der optimale Puffer noch rund zehn Prozent darüber.
Sobald das richtige Sicherheitsmaß gefunden ist, beginnt die Suche nach dem günstigsten Angebot. „Am besten trägt der Anleger seinen persönlichen Risikopuffer mit dem Lineal auf dem Chart des gewählten Basiswert ab, damit er abschätzen kann, wie lange der Puffer hält“, empfiehlt Experte Gerhardt. Unter den Papieren, die dann noch zur Auswahl stehen, kann er das Zertifikat mit dem größten Bonus wählen.
Die Absicherung gegen fallende Notierungen und die gleichzeitige Chance, von steigenden Kursen zu profitieren, ist natürlich nicht umsonst. So gehören Zertifikate auf den Euro Stoxx 50 zu den Produkten, die die höchsten Bonuszahlungen bieten. Denn ähnlich wie beim Dow Jones oder Nikkei beziehen sich die Papiere auf einen Kursindex, in dem keine Dividenden berücksichtigt werden. Der Anleger verzichtet zwar auf die Ausschüttung , profitiert aber von der Sicherheit und der Bonuszahlung des Zertifikats. Die Emittenten finanzieren mit der Dividendenzahlung den Bonus.
Neben den klassischen Bonuszertifikaten bieten die Emittenten auch abgewandelte Produkte an. Dabei wird auf eines der drei Kernmerkmale des Bonuszertifkates verzichtetet: Bonus, unbegrenzte Teilhabe an steigenden Kursen, begrenzte Absicherung bei fallenden Notierungen.
Bei den meisten neuen Produkten profitieren Anleger über den Bonuswert hinaus überproportional von Kursgewinnen des Basiswertes und bekommen teilweise das anderthalbfache der Zuwächse ausgezahlt. Allerdings steigt auch das Risiko. So wird oft die Kursschwelle höher gesetzt als bei dem klassischen Bonuszertifikat. „Die Entwicklung ist zwar spannend“, sagt Wesseling. Viele dieser neuen Produkte seien aber kaum bekannt und wenig verbreitetet. Er rät daher risikobewussten Anlegern, vorerst auf klassische Bonuszertifikate zu setzten.

