Nachrichten

_

Aber Banken enthalten den Käufern die Dividendenerträge der Korbwerte vor: Bonuszertifikate sind bei stagnierenden Kursen gefragt

Schätzungen zufolge ist die Zahl der Papiere bereits auf rund 60 gestiegen, nachdem die Hypo-Vereinsbank das erste dieser Gattung am 7. April 2003 emittiert hatte. Es ist kein Zufall, dass Bonuszertifikate vor allem auf dividendenstarke Titel wie etwa Versorger begeben werden.

von Kathrin Quandt (Handelsblatt)

FRANKFURT/M. „Bonus hört sich gut an“, haben sich die Produktentwickler in den Banken sicher gedacht. In der Tat kommen die „Bonuszertifikate“ bei Anlegern gut an. Schätzungen zufolge ist die Zahl der Papiere bereits auf rund 60 gestiegen, nachdem die Hypo-Vereinsbank das erste dieser Gattung am 7. April 2003 emittiert hatte. Zuerst kamen Bonuspapiere auf Indizes wie den Euro Stoxx 50, dann auf Aktienkörbe (auch da waren die Münchener führend). Sal. Oppenheim brachte später als erster Bonuszertifikate auf einzelne Aktien.

Anzeige

Die Papiere, bei denen es trotz des viel versprechenden Namens natürlich nichts geschenkt gibt, funktionieren in der Regel wie folgt: Der Anleger erhält eine festgelegte Rückzahlung am Ende der Laufzeit, falls die zugrunde liegende Aktie den Bonuskurs nicht übersteigt und während der Laufzeit nicht auf bzw. unter die Bonusschwelle gefallen ist. Diese Rückzahlung entspricht genau dem Bonuskurs. Endet die Aktie dagegen oberhalb oder unterhalb dieses Korridors, so bekommt der Kunde die Aktie ausgeliefert oder bei Indexpapieren den Gegenwert ausbezahlt.

Würde die Tui-Aktie zum Beispiel auf 17 Euro klettern, erhielte der Inhaber des entsprechenden Commerzbankpapiers die Aktie – und nicht nur den Bonuskurs von 16,50 Euro. Nach oben hin partizipiert der Investor also ohne Gewinnbeschränkung an der Aktienkursentwicklung. Anleger können mit den Papieren demnach auf leichte Kursrückgänge, eine Seitwärtsbewegung oder steigende Kurse setzen. Der „Minimum Bonus“ drückt dabei aus, welche Rendite bezogen auf den heutigen Kurs des Zertifikats bis zur Fälligkeit mindestens erzielt werden kann, wenn die Bonusschwelle nicht berührt wird. Der „Risiko-Puffer“ ist der prozentuale Abstand zwischen der Bonusschwelle und dem aktuellen Aktienkurs.

Während der Laufzeit orientiert sich der Wert des Zertifikats am Aktienkurs. Er kann aber wegen der speziellen Konstruktion, die Optionskomponenten enthält, insbesondere zum Ende der Laufzeit davon abweichen, wie Wolfgang Gerhardt, Derivateexperte bei Sal. Oppenheim, erklärt.

Es ist kein Zufall, dass Bonuszertifikate vor allem auf dividendenstarke Titel wie etwa Versorger begeben werden: Um die Papiere zu finanzieren, behalten die Emittenten die während der Laufzeit ausgeschütteten Dividenden ein, so dass sich diese nicht im Kurs des Zertifikats niederschlagen. Daher sind auch Bonusindexzertifikate auf Kursindizes wie den Euro Stoxx 50 beliebt – hier werden die Dividenden in den Index nicht einberechnet. Die Institute sichern sich über Optionen, Futures und einzelne Aktien ab, auf diese Art vereinnahmen sie dann die Dividenden. Vor diesem Hintergrund ist auch klar, warum ein von manchen Anlegern geäußerter Wunsch nach Bonuszertifikaten auf Hightech-Aktien nicht in Erfüllung gehen dürfte: Internetwerte zahlen oft gar keine oder nur geringe Dividenden, so dass die Banken kaum Einnahmen generieren würden, aus denen die Bonusstruktur finanziert werden könnte. Weil nicht so viele Kursindizes zur Wahl stehen und die Palette dividendenstarker Titel ebenfalls weitgehend ausgereizt ist, dürften Neuemissionen vor allem Variationen bei den Produkteigenschaften wie etwa den Bonus-Schwellen enthalten.

Ein Beispiel bieten die so genannten „Pro“-Papiere seines Hauses, sagt Christopher Maaß von der Commerzbank. Alle auf einzelne Titel ausgerichtete Papiere besitzen folgende Struktur: Es zählt nur, ob die Aktie die Bonus-Schwelle innerhalb der letzten drei Monate berührt oder unterschritten hat; das Risiko wird also von der gesamten Laufzeit auf drei Monate verringert. Allerdings dürfte das verminderte Risiko auch etwas auf die Rendite drücken.

Kreativ ist zudem die Hypo-Vereinsbank, die sich gerne neue Basketkonstruktionen einfallen lässt. Das aktuelle Beispiel dafür ist das „All Above“-Basket-Zertifikat, das bis zum 29. August gezeichnet werden kann. Susann Cudok, Zertifikateexpertin bei den Münchenern, zufolge bezieht sich das neue Papier zu jeweils einem Drittel auf den Euro Stoxx 50, den amerikanischen S&P-500-Index und den japanischen Nikkei-Index.

  • Die aktuellen Top-Themen
Teurer Wohnraum: Chinas Immobilienpreise ziehen weiter an

Chinas Immobilienpreise ziehen weiter an

Der Grat zwischen Konjunkturbelebung und unnötiger Verteuerung von Immobilien ist für Chinas Führung schmal. Im April stiegen die Preise für Neubauten um bis zu zehn Prozent – und das trotz Gegenmaßnahmen der Regierung.

Eine Stufe weniger: Fitch senkt Kreditwürdigkeit Sloweniens

Fitch senkt Kreditwürdigkeit Sloweniens

Slowenien muss einen weiteren Rückschlag verkraften: Die Bonitätswächter der Ratingagentur Fitch senken den Daumen und stufen das angeschlagene Euroland herab. Der Schritt kommt allerdings nicht allzu überraschend.

Ratgeber Geldanlage

Die beste Strategie für das eigene Vermögen: Der Ratgeber von Handelsblatt Online erklärt Grundlagen, Chancen und Risiken von Investments in Aktien, Fonds, Anleihen, Zertifikaten und Zinskonten. Anleger erfahren, wie sie die passenden Produkte auswählen und unkalkulierbare Risiken vermeiden. Mehr…

  • Depot-Contest
  • ANZEIGE
Depot-Contest : Wer am meisten aus Geld macht

Wer am meisten aus Geld macht

Welcher Vermögensverwalter ist der beste? Finden Sie es heraus: Wir lassen 30 Profis beim DAB-Depot-Contest gegeneinander antreten.

ANZEIGE
  • Tagesgeld-Vergleich

    Top-Kondtionen für Tagesgeld, inklusive Gebühren, Einlagensicherung und Abgeltungsteuer.

  • Festgeld-Vergleich

    Der Rechner sucht die höchsten Zinsen für Festgeld für jede Laufzeit und Höhe des Anlagebetrages.

  • Girokonten-Rechner

    Kosten für das Konto ermitteln, inklusive Entgelte für Kreditkarten sowie Dispo- und Guthabenzinsen.

  • Rendite-Rechner

    Der Zins entspricht nicht immer der Rendite. Welche Erträge Anlagen tatsächlich bringen.

  • Ratenkredit-Vergleich

    Die besten Angebote für Ratenkredite vergleichen. Für verschiedenen Bonitätsstufen.

  • Ratgeber Geldanlage

    Die beste Strategie für Ihr Vermögen: Grundlagen, Chancen und Risiken verschiedener Investments.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Depot

    Erstellen Sie ein virtuelles Depot, mit dem Sie Ihre Strategie testen und Kursentwicklungen verfolgen.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Bausparrechner

    Der Bausparberater hilft den passenden Bausparvertrag zu finden.

  • Finanzierungsplanung

    Der Kassensturz zeigt, wie viel Kredit sich Immobilienkäufer leisten können.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Notar- und Grundbuchrechner

    Die Nebenkosten machen beim Immobilienkauf einige tausend Euro aus. Wie viel Sie zahlen müssen.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Zinsentscheidung

    Immobilienbesitzer können ausrechnen, ob sie Kredite kurz- oder langfristig festschreiben sollten.

  • Angebotsvergleich

    Niedrige Zinsen sind nicht alles. Vergleichen Sie die Baugeld-Offerten von mehreren Banken.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Renten-Rechner

    Welches Vermögen und welche Sparraten Sie aufbringen müssen, um eine Rentenlücke zu decken.

  • Ratgeber Versicherungen

    Rundum geschützt: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie sich optimal gegen Risiken absichern

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Immobilien-Wertfinder

    Finden Sie Miete- und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße mit einem interaktivem Tool.

  • Ratgeber Altersvorsorge

    Clever sparen für den Ruhestand: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie eine solide Altersvorsorge planen.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Auto-Versicherungsvergleich

    Mit dem Auto-Versicherungsvergleich können günstige Versicherungen suchen aund damit ihre Kosten reduzieren.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen