
Grundsätzlich lassen sich an den Aktienmärkten gewisse saisonale Muster beobachten. Demnach fallen hierzulande die Sommermonate und insbesondere der August und der September statistisch betrachtet eher bescheiden aus. Worauf dies zurückzuführen ist, lässt sich nicht eindeutig bestimmen.
Ein Grund könnte aber das Anlageverhalten institutioneller Investoren sein, die laut Kemal Bagci von der Royal Bank of Scotland rund 60 Prozent der ihnen zufließenden Mittel im ersten und vierten Quartal investieren würden. „In jedem Börsenjahr startet der Wettbewerb um eine möglichst gute Performance aufs Neue. Fondsmanager und Portfolioverwalter versuchen deshalb durch aggressive Käufe in den ersten Monaten einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz herauszuholen“, sagt Bagci. „Im weiteren Verlauf des Jahres und insbesondere vor dem Sommerurlaub nimmt die Risikobereitschaft dann kontinuierlich ab. Gewinne werden realisiert, Verkäufe setzen ein. Rückläufige Kurse sind die Folge“, so der Anlageexperte weiter. „Viele Profis sind nun nicht mehr voll investiert, so dass gegen Ende des Jahres schon eine kleine Aufwärtsbewegung des Marktes ausreicht, um die Investoren unter Zugzwang zu setzen und zu erneuten Käufen zu animieren.“
Vielleicht führen aber auch nur selbst erfüllende Prophezeiungen – man denke hier etwa an das Sprichwort „Sell in may and go away… “ – dazu, dass sich Anleger in den Sommermonaten tatsächlich etwas stärker zurückhalten. Dabei können sich die saisonalen Effekte über viele Jahre hinweg übrigens ganz erheblich summieren. So hat beispielsweise das Dax Best Seasons Open End Zertifikat der Royal Bank of Scotland (WKN: 559282), mit Investitionsphasen in den Dax von jeweils Anfang November bis Ende Juli seit Emission im November 2000 bis heute um 58,1 Prozent zulegen können (4,1 Prozent pro Jahr). Der Deutsche Aktienindex selbst hat im selben Zeitraum dagegen elf Prozent an Wert verloren.





