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Anlagestrategie: Die neuen Lieblinge der Anleger

Das Geschäft mit Aktienanleihen läuft immer besser. Die Papiere locken mit hohen Zinskupons. Anleger sollten sich aber nicht blenden lassen und einige wichtige Dinge bei der Auswahl berücksichtigen.

Händler an der Börse in Frankfurt. Quelle: dpa
Händler an der Börse in Frankfurt. Quelle: dpa

DüsseldorfFinanzminister Wolfgang Schäuble hat es gut. Der Bund kann derzeit Schulden zum Nulltarif aufnehmen. Was den Bürger freuen sollte, ärgert jedoch den Sparer. Mit Bundesanleihen ist aktuell kein Geld zu verdienen. Staatsanleihen des Bundes mit einer Restlaufzeit von zwölf Monaten bieten aktuell minus (!) 0,01 Prozent Rendite. Auch europaweit sieht es nicht viel besser aus. Selbst spanische Staatsanleihen mit einem Jahr Restlaufzeit bieten gerade einmal drei Prozent Rendite. Nach Abzug von Steuern und Inflation bleibt auch da unter dem Strich ein Minus stehen. So überrascht es nicht, dass sich seit einiger Zeit Aktienanleihen wie geschnittenes Brot verkaufen.

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Die strukturierten Papiere bieten teilweise zweistellige Zinskupons. Beispiel: Eine Solarworld-Aktienanleihe von der DZ Bank (WKN DZB821) mit Laufzeit bis zum 25. Oktober 2013 hat einen Kupon von 26 Prozent und lockt mit einer maximalen Rendite von 21 Prozent per annum. Papiere wie dieses sind keine Seltenheit. Solche hohen Ertrags-Aussichten klingen verlockend – und sie ziehen immer mehr Anleger an. Laut aktueller Statistik des Deutschen Derivate Verbandes (DDV) beträgt das ausstehende Volumen an Aktienanleihen rund 4,5 Milliarden Euro. Das sind rund 700 Millionen Euro oder 18,4 Prozent mehr als noch vor einem Jahr – und das in einem insgesamt stagnierenden Markt im Bereich der Anlagezertifikate. Das Geschäft mit Aktienanleihen ist eines der letzten Segmente, die regelrecht boomen und so wird das Angebot der Emittenten wohl auch weiter steigen. Rund viertausend neue Aktienanleihen kommen monatlich hinzu. Und fast alle Anbieter erweitern derzeit ihre Palette.

Alternative Investments unter der Lupe

  • Außenseiter

    Alternative Investments sind Kapitalanlagen, die außerhalb traditioneller Anlageformen (Aktien, Anleihen, Investmentfonds, Geldmarkt) und Bankeinlagen angesiedelt sind. Sie sind in der Regel komplizierter, intransparenter und illiquider und erfordern einen längeren Anlagehorizont.

  • Breites Spektrum

    Hedge-Fonds, Private Equity, Rohstoffe, Farmland, Forstland, Infrastruktur (Flughäfen, Straßen, Stromnetze) Öko-Investments (Cleantech) und Sammlerstücke wie Kunst, Wein, Schmuck, Diamanten, Oldtimer, Briefmarken Uhren und Münzen gehören dazu.

  • Neue Rolle

    Einst wurden diese "exotischen" Anlagen von institutionellen Anlegern und vermögenden Privat- anlegern als Privatplatzierung erworben. Dabei standen nicht selten steuerliche Aspekte im Vordergrund. Inzwischen hat sich die Situation geändert. Nach den verheerenden Auswirkungen der Finanzkrise sind Alternativinvestments hoffähig geworden und sollen das Risiko im Depot reduzieren.

Dass die Papiere sich seit einiger Zeit immer besser verkaufen, liegt nicht nur an den hohen Zinskupons, sondern auch an der Bezeichnung: „Seit Ausbruch der Finanzkrise ist das Thema Sicherheit bei Anlegern gefragt. Und der Namensbestandteil ,Anleihe’ suggeriert auf den ersten Blick, dass es sich bei Aktienanleihen um Rentenpapiere handelt – vergleichbar mit Bundes- oder Unternehmensanleihen. Entsprechend werden die Risiken von Anlegern auch gerne übersehen“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. In der Tat täuscht der Name über die Funktion der Papiere hinweg. Bei Aktienanleihen werden zwar Zinskupons an die Anleger ausgezahlt, doch das ist auch schon die einzige Gemeinsamkeit mit klassischen Anleihen.

Konkret: Anders als beispielsweise bei Bundesanleihen, die vom Finanzministerium bei Fälligkeit immer zum Kurswert von 100 Prozent ausgezahlt werden, behalten sich die Emittenten von Aktienanleihen für das Laufzeitende ein Wahlrecht vor. Dann entscheidet die Emissions-Bank, ob sie dem Anleger den Nennwert der Anleihe oder stattdessen eine vorher festgeschriebene Anzahl von Aktien des betreffenden Basiswertes ins Depot bucht.

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