
DüsseldorfNach dem Erreichen das Allzeithoch im deutschen Leitindex Dax im Frühjahr und kurz vor den Sommermonaten bleibt die Frage: Wie geht es weiter mit den deutschen Aktien? Treibt die um sich greifende Rezession in Europa den Börsianern bald wieder die Tränen in die Augen? Oder geht die Hausse weiter?
Auf der einen Seite spricht einiges dafür, dass deutsche Aktien auch weiterhin gefragt sein werden. Hauptargument für eine Fortsetzung der Hausse: Die Liquidität ist aufgrund der laxen Geldpolitik der Zentralbanken in den entwickelten Industrienationen weiterhin so hoch und die Zinsen so niedrig, dass es eigentlich keine vernünftigen Alternativen zu Aktien gibt. Speziell für deutsche Aktien spricht zudem, dass Deutschland im Euro-Raum die letzte verbliebene Wachstumslokomotive ist.
Auf der anderen Seite ist die Aktienhausse auf Pump gekauft. Insbesondere die Carry-Trades, bei denen Investoren sich in Japan Geld leihen, die geliehenen Yen in Euro tauschen und damit deutsche Aktien kaufen, trieben die Kursentwicklung des Dax zuletzt kräftig an. Es ist abzusehen, dass diese Carry-Trade-Blase sich nicht endlos aufblasen lassen wird. Denn die betreffenden Investoren werden irgendwann ihr Geld wieder abziehen, um die Yen-Kredite zu tilgen – entweder, weil der Yen plötzlich an Wert gewinnt, die Zinsen steigen oder einfach deshalb, weil sie Gewinne mitnehmen wollen. Passiert dieser Rückzug nicht peu à peu, kann es zu heftigen Kurskorrekturen an den Börsen kommen.
Bonuszertifikate bieten einen Risikopuffer gegen Kursverluste bis zu einer bestimmten Kursschwelle, gleichzeitig Gewinnchancen in seitwärts tendierenden Märkten und unbegrenzte Gewinnchancen in steigenden Märkten.
Die Papiere bestehen aus drei Komponenten: Erstens die Chance, an der positiven Entwicklung eines Basiswertes zu verdienen – ein Index oder eine einzelne Aktie; zweitens am Laufzeitende ein Bonus, der bei Auflage des Zertifikats festgelegt, aber nur dann gezahlt wird, wenn drittens eine deutlich unter dem Startwert des jeweiligen Basiswertes liegende Kursbarriere, die sogenannte Knock-in-Schwelle, während der gesamten Laufzeit nie berührt oder unterschritten wurde. Bis zur Knock-in-Schwelle hat der Anleger also einen Risikopuffer.
Ja. Wird die Knock-in-Schwelle während der Laufzeit unterschritten oder auch nur berührt, wandelt sich das Produkt in ein klassisches Index- oder Partizipations-Zertifikat. Der Bonus geht verloren.
Im Vergleich zum Kauf einer Aktie oder eines Index bezahlen Anleger bei einem Discountzertifikat durch den Abschlag (Discount) einen günstigeren Preis. Notiert der Kurs des Basiswertes am Ausübungstag auf oder oberhalb des festgelegten Höchstbetrags (Caps) des Discountzertifikates, wird der maximal mögliche Auszahlungsbetrag erzielt. Steigt der Kurs des Basiswertes darüber hinaus, nehmen Anleger an dieser Kursentwicklung nicht mehr teil.
Das Sicherheitspolster in Form des Discounts kommt insbesondere bei Seitwärtsbewegungen oder leicht fallenden Kursen des Basiswertes zum Tragen. Erst wenn der Kurs des Basiswertes unter den individuellen Kaufpreis des Discountzertifikates fällt, tritt ein teilweiser Kapitalverlust ein. Dafür sind die Gewinnchancen begrenzt – der Preis des Sicherheitspolsters. Ein Verlust ist bei einem Discounter immer geringer als bei dem zugehörigen Basiswert.
Index- oder Partizipationszertifikate bilden einen Index eins zu eins ab. Somit ist die Performance des Zertifikats stets identisch mit der Wertentwicklung des zugrunde gelegten Basiswertes. Manche Indexzertifikate haben eine begrenzte Laufzeit, viele laufen jedoch endlos. Die Papiere werden häufig mit einem Bezugsverhältnis von 100:1 emittiert, so dass ein Zertifikat jeweils ein Prozent des jeweiligen Index abbildet.
Sie bieten gegenüber dem Kauf von Einzelaktien den Vorteil der Diversifikation über verschiedene Aktien. Außerdem sind diese Zertifikate eine kostengünstige Alternative zum klassischen Fondsinvestment.
Hebelzertifikate sind häufig hochspekulativ, der Kapitaleinsatz ist gering, die Gewinnchance überproportional. Der Hebel gibt an, in welchem Verhältnis das Papier die Kursbewegung des Basiswertes nachvollzieht. Dax-Papiere gibt es bis zu einem Hebel von 200. So wird aus einem Kursplus von fünf Prozent beim Basiswert ein Plus von 1000 Prozent beim Zertifikat.
Ja. Fällt das Papier unter ein festgeschriebenes Niveau, das sogenannte Knock-out-Niveau, wird es wertlos. Hebelzertifikate gibt es mit begrenzter Laufzeit und als Endlos-Papiere. Spekulieren können Anleger auf steigende (long) und fallende (short) Kurse.
Kapitalgarantierte Zertifikate bieten einen Kapitalschutz oder eine Teilgarantie auf das zum Emissionszeitpunkt eingezahlte Kapital – wenn das Papier bis zur Fälligkeit gehalten wird. Zudem kann der Investor von einer positiven Kursentwicklung des Basiswertes, etwa einer Aktie, profitieren. Der Kapitalschutzbetrag sowie die Partizipationsquote werden direkt bei der Emission vom Emittenten festgelegt.
Der Kapitalschutzbetrag kann bis zu 100 Prozent betragen. Entwickelt sich das Zertifikat negativ, weil die Aktie zum Laufzeitende unterhalb des (garantieren) Basispreises notiert, erhält der Anleger mindestens diesen Betrag ausbezahlt. Die sogenante Partizipationsquote ist am Laufzeitende mitentscheidend für die Auszahlung an den Anleger. Notiert der Basiswert über dem Basispreis, erhält der Anleger den Nennwert zuzüglich der Differenz zwischen dem Schlusskurs des Basiswertes und dem Basispreis, multipliziert mit der Partizipationsquote zurück.
Aktien- und Indexanleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die mit einem hohen, oft zweistelligen Coupon ausgestattet sind. Ihre Preisentwicklung ist an den Kursverlauf eines der Anleihe zugrunde liegenden Basiswertes, einer Aktie oder eines Index, gebunden. Die bei Emission einer solchen Anleihe fixierten Rahmenbedingungen enthalten den Basiswert, den zugehörigen Basispreis, die Laufzeit, die Höhe des Zinscoupons und den Nennwert.
Liegt der Kurs der Aktie am Stichtag unter dem festgelegten Basispreis, erhält der Anleger kein Bargeld, sondern eine bestimmte Anzahl von Aktien. Die Tilgung von Indexanleihen erfolgt durch Lieferung von Indexzertifikaten, Fondsanteilen oder durch die Zahlung des aktuellen Indexstands in Geld. Obwohl sie „Anleihen“ genannt werden, sind die Produkte Zertifikate.
Expresszertifikate sind Produkte mit begrenzter Laufzeit, mit denen sich in seitwärts tendierenden oder leicht steigenden Märkten Geld verdienen lässt. Sie beziehen sich auf einen Basiswert – eine Aktie, einen Aktienkorb oder einen Index. Obwohl sie mitunter Laufzeiten von mehreren Jahren haben, bieten sie die Chance einer Sonderzahlung, wenn sie bereits deutlich vor ihrem Laufzeitende fällig werden, etwa wenn der Basiswert am Ende einer Betrachtungsperiode, nach drei Monaten oder einem Jahr, gleich oder höher notiert ist als an ihrem Anfang. Der Anleger erhält dann den Emissionswert des Zertifikats zuzüglich dieser Sonderzahlung. Er erzielt eine vor Emission festgelegte Rendite, die höher sein kann als die Kurssteigerung der Aktie oder des Index.
Bei stark steigenden Kursen verdient er allerdings weniger als mit dem Basiswert. Zwischen den Beobachtungstagen darf das Papier in die Verlustzone geraten, wichtig ist nur, dass an einem der Beobachtungstage das Startniveau erreicht wird. Nach unten besteht volles Verlustrisiko, falls das Produkt keine Sicherheitsschwelle hat. Aber auch wenn Expresszertifikate einen Risikopuffer haben, können sie genauso viel verlieren wie eine Aktie oder ein Index. Das passiert, wenn der Kurs des Expresszertifikats am Fälligkeitstag auf oder unter der Untergrenze liegt.
Immerhin: Kurzfristig droht dieses zweite Szenario nicht, denn weder die US-amerikanische Fed noch die Europäische Zentralbank und erst recht nicht die Bank of Japan senden irgendwelche Anzeichen dafür, dass sie ihre Geldpolitik zu ändern gedenken. Für Anleger bedeutet diese Konstellation, dass sie kurzfristig die Gunst der Stunde nutzen können, um vergleichsweise hohe Renditen an den Aktienmärkten zu erzielen. Das mittelfristige Risiko, das von Seiten der Politik oder den Zentralbanken droht, sollten sie allerdings nicht aus den Augen verlieren. Eine probate Lösung, Aktieninvestments mit einem Schuss Sicherheit zu verbinden, ist es, in Bonus-Zertifikate zu investieren, die eine vergleichsweise kurze Laufzeit und einen adäquaten Sicherheitspuffer zum jeweils aktuellen Aktienkurs bieten, auf den sich die Zertifikate beziehen.
Ein weiterer wichtiger Faktor, auf den Anleger achten sollten, ist jeweils das Aufgeld der betreffenden Bonus-Zertifikate. Denn ein hohes Aufgeld verringert nicht nur die maximale Rendite, sondern birgt auch ein nicht zu unterschätzendes Risiko: „Sinkt der Kurs des Basiswertes unter die Barriere eines Bonus-Zertifikats, verliert das Zertifikat mehr an Wert als der Basiswert“, erklärt Peter Bösenberg von der Société Générale. Hintergrund: Bei Bonus-Zertifikaten wird das Chance/Risikoprofil gegenüber ihren Basiswerten verschoben. Jedes Plus an zusätzlicher Renditechance und/oder zusätzlichem Sicherheitsabstand bis zur unteren Barriere kostet extra. Denn die entsprechenden Optionen, die in Bonus-Papieren stecken, müssen bezahlt werden. Und diese Kosten stecken im Aufgeld.





