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Chartanalyse: Versorger-Index auf Erholungskurs

Anleger sollten nicht nur auf die Rekordstände der klassischen Leitindizes schauen. Auch Nebenwerte-Indizes sind im Zuge der allgemeinen Börsenerholung wieder interessant. Wie Anleger profitieren.

Nicht nur der Dax, sondern auch einzelne Branchenindizes sind aus charttechnischer Situation interessant. Quelle: dpa
Nicht nur der Dax, sondern auch einzelne Branchenindizes sind aus charttechnischer Situation interessant. Quelle: dpa

DüsseldorfDeutlich mehr als Euro Stoxx 50, der die nach Marktkapitalisierung größten 50 europäischen Werte umfasst, oder der deutsche Leitindex Dax haben in den vergangenen Jahren die Versorgerwerte verloren. So büßte der entsprechende Branchen-Index Stoxx 600 Utilities seit 2008 mehr als die Hälfte seines Wertes ein. Er fiel von 550 im Jahr 2008 auf zwischenzeitlich bis zu 235 Zählern (siehe Grafik).  Aktuell notiert er derzeit bei rund 270 Punkten. 26 europäische Branchengrößen aus der Versorgerbranche bilden den Index –  aus Deutschland sind die Dax-Werte Eon und RWE dabei.

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Begriffe aus der Charttechnik

  • Widerstand- und Unterstützungslinien

    Kann der Kursverlauf mehrmals einen bestimmten Kurs nicht überwinden entsteht eine Widerstandslinie. Wird der Widerstand durchbrochen entsteht ein Kaufsignal. Wird ein bestimmter Kurs mehrmals erreicht und nicht unterschritten, entwickelt sich eine Unterstützungslinie. Wird die Unterstützung durchbrochen, entsteht ein Verkaufssignal.

  • Auf- und Abwärtstrend

    Ein Trend gibt die grundsätzliche Richtung eines Kursverlaufs an. Er wird bei steigenden Kursen als Aufwärtstrend, bei gleich bleibenden Kursen als Seitwärtstrend und bei fallenden Kursen als Abwärtstrend bezeichnet. Trends besitzen eine unterschiedliche Dauer. Zu unterscheiden sind hier der Primärtrend (langfristig), der Sekundärtrend (mittelfristig) und der Tertiärtrend (kurzfristig). Kann zusätzlich zur unteren Trendlinie eine parallele obere Trendlinie gezogen werden, entsteht ein Trendkanal.

  • Gleitende Durchschnitte

    Gleitende Durchschnittslinien dienen der Kursglättung. Zu Bestimmung der Durchschnitte werden die Kurse für einen festen Zeitraum addiert und durch die Anzahl der Tage geteilt. Gängige Durchschnitte sind die 38-, 100- und 200-Tage-Linie. Je länger der gewählte Zeitraum ist, umso „glatter“ verlaufen die Durchschnittslinien.

Doch nun könnte nach Meinung von Charttechniker Jörg Scherer von der Bank HSBC Trinkaus eine Trendwende  bevorstehen (siehe Grafik ). „Der Abwärtstrend wurde bereits durchbrochen, zuletzt gab es sogenanntes „Pullback“ an die Baisselinie vom Hochpunkt 2008, ohne dass der Index das bisherige Verlaufstief von 235/236 Punkten erreicht hat. Durch dieses charttechnische Phänomen wird der zuvor gesehene Trendbruch mit einem Ausrufezeichen versehen“, meint Scherer.  Und es scheint im Bereich von 250 Punkten verstärkte Nachfrage zu geben.

Um die Bodenbildung abzuschließen, gilt es nach Ansicht von Scherer eine Serie von Widerständen zu überwinden. Zum einen das letzte Erholungshoch bei 279/280 Punkten Mitte 2012 und Mitte 2011. Und auch die fallende 38-Monate-Durchschnittslinie bei aktuell 282 Zählern (nicht im Chart zu sehen).  „Aus einer erfolgreichen Bodenbildung lässt sich ein Anschlusspotenzial von rund 45 Punkten ableiten“, sagt Scherer.

  • 12.05.2013, 19:14 UhrPaul7744

    Bei den erwähnten Eon und RWE sieht man auch nicht nur die geringste Andeutung von Trendumkehr. Etwas sorgfältiger dürfte die Beobachtung des Vogelflugs schon sein.

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