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Contracts for Difference: Heiße Spekulation für Privatanleger

Hohe Gewinne mit geringem Einsatz: Contracts for Differences (CFDs) ermöglichen dies. Die Differenzkontrakte bieten interessante Optionen, sind aber hoch spekulativ. Worauf Anleger beim Handel achten sollten.

Dax-Werte an der Börse Frankfurt. Mit CFDs kann man auch auf Einzelwerte mit Hebel wetten. Quelle: dpa
Dax-Werte an der Börse Frankfurt. Mit CFDs kann man auch auf Einzelwerte mit Hebel wetten. Quelle: dpa

FrankfurtFRANKFURT. Der Markt für Differenzkontrakte, Contracts for Differences (CFDs) genannt, hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Dennoch ist der Anteil von CFDs am Gesamtvolumen der globalen Derivatemärkte immer noch gering. "Obwohl wir in den vergangenen zwölf Monaten um rund 60 Prozent gewachsen sind und uns in der Krise bewährt haben, dürfte der Marktanteil von CFDs in Europa derzeit noch immer nur bei rund 1,5 Prozent liegen", sagt Michael Lippa, Deutschland-Chef des britischen Anbieters IG Markets Ltd. Gerade deshalb sieht Lippa allerdings für diesen Markt noch eine Menge Aufholpotenzial.

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Hauptgeschäft entfällt auf Indizes

Rund 85 Prozent des CFD-Geschäfts werde derzeit mit privaten Investoren abgewickelt, der Rest mit institutionellen Investoren wie etwa Vermögensverwaltern. CFDs beziehen sich auf fast alle Anlageklassen, beim Großteil des Geschäfts seien aber Aktienindizes die Basiswerte. "Bei uns machen Indizes in etwa 60 Prozent des Gesamtgeschäfts aus", berichtet Lippa. Auf Devisen würden etwas mehr als 25 Prozent und auf Aktien rund 10 Prozent entfallen. Bei Rohstoffen stecke das Geschäft noch in den Anfängen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Anlagegeschäften muss der Anleger bei Eröffnung einer CFD-Position nicht den gesamten Gegenwert der Transaktion einzahlen, sondern nur eine so genannte Sicherheitseinlage, die Margin. Sie liegt meist bei fünf Prozent. Der Anleger spekuliert also faktisch auf Kredit und hebelt sein Investment, weil er mit einem geringen Einsatz eine Gesamtposition bewegt, die den 20-fachen Gegenwert aufweist. Geht seine Spekulation nicht auf, droht daher rasch der Totalverlust. Unter diesem Aspekt ist ein gutes Risikomanagement erforderlich - zum Beispiel durch das Setzen von Stopp-Marken, bei denen die Position automatisch geschlossen wird.

Zudem hält kaum ein Anleger seine CFD-Position über Nacht aufrecht, obwohl diese Kontrakte im Gegensatz etwa zu Optionen und Optionsscheinen keine feste Laufzeit haben.

CFDs gelten zwar als spekulativ, sind allerdings für Anleger mit ausreichendem Fachwissen auch strategisch einsetzbar. Denn mit ihnen kann der Anleger sowohl auf steigende wie auch auf fallende Kurse setzen. Dabei ist der spekulative Charakter dieser Instrumente auch daran zu erkennen, dass der Anleger unter Umständen laufend weitere Sicherheitszahlungen leisten muss.

  • 23.02.2011, 18:28 Uhrk.h.a.

    Mangelnde Standartisierung in Verbindung mit freien Händlern jeglicher Coleur und höchstes Risiko sind eine Kombination, welche selbst erfahrene Spekulanten abschreckt. Daher sind auch zumeist Laien, welche mit Schulungen geködert werden, ideale Opfer dieser Russisch-Roulette-Spielchen. Der Weg durch den Spielsaal konzessionierter Kasinos ist dagegen ein Spaziergang.

  • 22.02.2011, 18:56 UhrInsider

    Wenn CFDs mehr als die 1,5% Marktanteil erreichen sollen, dann eben nur über den Weg an die Börse. Das Problem entsteht eben genau durch den intransparenten OTC-Markt. In Deutschland lassen sich Privatanleger gnadenlos über den Tisch ziehen. CFD-Anbieter diskriminieren ihre Kunden, indem sie das Anlageverhalten der Kunden analysieren und dementsprechend die Spreads verändern. Weiter sind die Quotes der OTC-Plattformen nicht bindend, d.h. der Kunde erhält oft eine schlechtere oder gar keine Ausführung. Weiter trägt der Privatanleger das volle Ausfallrisiko der OTC-Anbieter und sogar derer Kontrahenten, die der Privatanleger nichtmals kennt. Die Münchner Börse ist hier leider keine Lösung, da es eben ein OTC-Modell mit ein bisschen Kontrolle ist - von Transparenz und Counterparty risk mitigation keine Spur. Die Börse Stuttgart hatte mit zentralem Kontrahenten und offenem Orderbuch den richtigen Ansatz. Der wahre Grund für den Projektstop ist die Marktmacht der Emittenten, die einfach zu viel mit Zertifikaten verdienen und in der CFD-Börse eine große Kanibalisierungsgefahr sahen. Die Pistole auf der Brust, war dann eben doch zu bedrohlich.

  • 22.02.2011, 11:26 UhrAnonymer Benutzer: Hansi

    Die Anbieter sind aber durchweg Bucket Shops, d.h mein Gewinn ist deren Verlust und umgekehrt.
    Denkbar schlechte Ausgangssituation. Wie beim Roulette, eigentlich. Da spielt man ja auch gegen "seine" Bank. Aber in dem Fall "sieht" die Bank ja meine Stops und kann mich gezielt ausstoppen, wenn ich zuviel Gewinn mache. Würden sie natürlich nie offen zugeben...

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