
DÜSSELDORF. Cobold, Colibri, Synthia, XXL-Anleihe oder Crelino - diese illustre Namen bezeichnen in der Zertifikatelandschaft das gleiche Produkt: Credit Linked Notes (CLN), auch Bonitätsanleihe genannt.
Deren Rückzahlung hängt von der Kreditwürdigkeit der zugrunde liegenden Referenzanleihen ab. Der Inhaber einer Credit Linked Note erhält eine Schuldverschreibung mit einer festen Laufzeit und einem festen oder variablen Zinssatz, der meistens über dem Zins traditioneller Anlagen liegt. Das hat seinen Grund: Ob er bei Fälligkeit sein Kapital zurückerhält, hängt nicht nur von der Bonität des CLN-Emittenten ab, sondern auch von der finanziellen Situation der Referenzschuldner ab, die der Credit Linked Note zugrunde liegen. Das können einerseits einzelne Firmen oder thematisch zusammengestellte Körbe von Unternehmen sein. Andererseits ziehen Emittenten auch Staaten als Referenzschuldner heran.
Tritt bei einem dieser Referenzschuldner - Unternehmen oder Staat - ein Kreditereignis (Insolvenz oder Umschuldung) ein, darf der Emittent die Credit Linked Note in eine Anleihe des Schuldners tauschen. Alternativ ist in vielen Fällen auch die Zahlung des aktuellen Gegenwertes der Anleihe erlaubt. Der dann aber erheblich unter dem einst investierten Anlagebetrag liegen dürfte. "Üblicherweise sind CLNs mit sogenannten First to Default (FTD) Baskets ausgestattet. Dies bedeutet, dass sobald beim ersten Unternehmen ein Kreditereignis eintritt, das gesamte Produkt betroffen ist. Das erste Kreditereignis löst eine sofortige Fälligkeit aus", erklärt Nicole Plieth von der Landesbank Baden-Württemberg.
Als Kreditereignisse werden von den Emittenten beispielsweise die Insolvenz eines Unternehmens gesehen. Oder wenn Schulden nicht zurückgezahlt bzw. wenn diese umstrukturiert werden. Umstrukturierung heißt, die zu zahlenden Zinsen oder die Tilgung werden zum Nachteil der Geldgeber verändert. Tritt kein solches Ereignis ein, zahlt der Emittent der CLN am Laufzeitende ganz normal den Nennbetrag der Bonitätsanleihe zurück.




