_

Derivate: Politiker nehmen Derivatemärkte an die Kandare

Als mögliche Verursacher der Weltwirtschaftskrise sind Finanz-Derivate auf den Radarschirm der Politik geraten. Weltweit sind Politiker bestrebt, diese teils komplexen Märkte stärker zu zähmen. Wie die Politik die Derivatemärkte regulieren will.

Der intransparente Freiverkehrs-Derivatemarkt (OTC) ist US-Präsident Barack Obama ein Dorn im Auge. Quelle: Reuters
Der intransparente Freiverkehrs-Derivatemarkt (OTC) ist US-Präsident Barack Obama ein Dorn im Auge. Quelle: Reuters

FRANKFURT. In den USA zielen Pläne von Präsident Barack Obama und Finanzminister Timothy Geithner zur Regulierung der dortigen Derivatemärkte eindeutig auf eine Stärkung der organisierten Terminbörsen und ihrer Clearinghäuser ab. Dem US-Präsidenten ist der weitgehend intransparente Freiverkehrs-Derivatemarkt (OTC) mit seinem Volumen von 194 Billionen US-Dollar offensichtlich suspekt.

Anzeige

Washington hat die Stärken organisierter und durch Regierungsorgane beaufsichtigter Terminbörsen - Größenordnung rund sieben Billionen US-Dollar - erkannt. Diese Börsen haben ihren Nutzen für die Weltwirtschaft seit mehr als 160 Jahren unter Beweis gestellt - gerade auch während dieser Krise. Und so wollen aufgeschreckte Politiker vor allem die Abwicklung und Abrechnung - das Clearing - von Kreditderivaten stärker über Clearinghäuser abwickeln lassen, die eigenständig oder aber Teil der Terminbörsen sind. Dadurch würde das Emittentenrisiko dieser Kontrakte deutlich reduziert.

Derivate waren in den vergangenen Dekaden das am stärksten wachsende Subsegment des globalen Finanzwesens. Doch die Krise hat den Siegeszug stark gebremst. "Zum ersten Mal seit der Datenerhebung im Jahr 1998 ist es im zweiten Halbjahr 2008 bei Derivaten zu einem Rückgang des Nominalwertes gekommen", sagen Experten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mit Blick auf die Entwicklung der OTC-Derivatemärkte. An diesen Freiverkehrsmärkten werden direkt zwischen Banken - also an der Börse vorbei - maßgeschneiderte Derivate wie Kreditderivate, Zinsswaps oder Forwards gehandelt. In den ersten fünf Monaten 2009 hat sich der rückläufige Trend fortgesetzt.

Auch im zweiten großen Derivate-Segment - börsengelisteten standardisierten Derivaten wie Optionen und Futures - ist die Wachstumskurve zuletzt deutlich abgeknickt. In den ersten fünf Monaten lagen die Kontraktzahlen (mit Ausnahme der boomenden Klimabörsen) um 15 bis 20 Prozent unter denen des Vorjahreszeitraums. Im Mai ist die deutsch-schweizerische Terminbörse Eurex - Tochter der Deutsche Börse AG - im Übrigen wieder zur weltgrößten Terminbörse vor der CME Group aufgestiegen.

Auch am deutschen Markt für Privatanleger-Derivate wie Zertifikate, Optionsscheine und Aktienanleihen macht sich die Wirtschaftskrise in einer deutlichen Verlangsamung des Geschäfts bemerkbar. "Das Zertifikatevolumen hat sich im Vergleich zum Hoch des Jahres 2007 in etwa halbiert", sagt Jörg Kukies von Goldman Sachs. Auf die von deutschen Politikern geübte Kritik an der zu geringen Transparenz des deutschen Zertifikatemarkts reagieren Emittenten mit unterschiedlichen Initiativen.

  • Die aktuellen Top-Themen
IPOs: Facebook-Fiasko schreckt weitere Börsenkandidaten

Facebook-Fiasko schreckt weitere Börsenkandidaten

Das Chaos um den Facebook-Börsengang schreckt offenbar weitere Börsenaspiranten ab. Neben US-Firmen überdenkt nun auch die Formel 1 ihre geplante Notierung in Asien, aus Angst vor einer deutlich niedrigeren Bewertung.

Börse New York: Krisen-Angst lähmt Wall Street

Krisen-Angst lähmt Wall Street

Auch die beste Kauflaune der US-Konsumenten seit Jahren half nicht. Die Händler in New York konzentrieren sich auf die drohende Eskalation der Schuldenkrise in der Euro-Zone. Der Dow tauchte vor Handelsschluss nochmals.

Austritt Griechenlands: Heilsamer Schnitt?

Heilsamer Schnitt?

Der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ist kein Tabu-Thema mehr. Doch was wären die Folgen? Zunächst einmal großes Chaos, vermuten Experten. Auf lange Sicht aber könnte der Euro gewinnen.

Ratgeber Geldanlage

Die beste Strategie für das eigene Vermögen: Der Ratgeber von Handelsblatt Online erklärt Grundlagen, Chancen und Risiken von Investments in Aktien, Fonds, Anleihen, Zertifikaten und Zinskonten. Anleger erfahren, wie sie die passenden Produkte auswählen und unkalkulierbare Risiken vermeiden. Mehr…

  • Depot-Contest
Depot-Contest : Wer am meisten aus Geld macht

Wer am meisten aus Geld macht

Welcher Vermögensverwalter ist der beste? Finden Sie es heraus: Wir lassen 30 Profis beim DAB-Depot-Contest gegeneinander antreten.

  • Video

ZertifikateNews Singulus schafft die Trendwende - endlich

Der Spezialmaschinenbauer schreibt nach drei Jahren erstmals wieder schwarze Zahlen. Vor allem das neue Blu-ray-Format belebt das Geschäft.

  • Tagesgeld-Vergleich

    Top-Kondtionen für Tagesgeld, inklusive Gebühren, Einlagensicherung und Abgeltungsteuer.

  • Festgeld-Vergleich

    Der Rechner sucht die höchsten Zinsen für Festgeld für jede Laufzeit und Höhe des Anlagebetrages.

  • Girokonten-Rechner

    Kosten für das Konto ermitteln, inklusive Entgelte für Kreditkarten sowie Dispo- und Guthabenzinsen.

  • Rendite-Rechner

    Der Zins entspricht nicht immer der Rendite. Welche Erträge Anlagen tatsächlich bringen.

  • Ratenkredit-Vergleich

    Die besten Angebote für Ratenkredite vergleichen. Für verschiedenen Bonitätsstufen.

  • Ratgeber Geldanlage

    Die beste Strategie für Ihr Vermögen: Grundlagen, Chancen und Risiken verschiedener Investments.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Depot

    Erstellen Sie ein virtuelles Depot, mit dem Sie Ihre Strategie testen und Kursentwicklungen verfolgen.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Bausparrechner

    Der Bausparberater hilft den passenden Bausparvertrag zu finden.

  • Finanzierungsplanung

    Der Kassensturz zeigt, wie viel Kredit sich Immobilienkäufer leisten können.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Notar- und Grundbuchrechner

    Die Nebenkosten machen beim Immobilienkauf einige tausend Euro aus. Wie viel Sie zahlen müssen.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Zinsentscheidung

    Immobilienbesitzer können ausrechnen, ob sie Kredite kurz- oder langfristig festschreiben sollten.

  • Angebotsvergleich

    Niedrige Zinsen sind nicht alles. Vergleichen Sie die Baugeld-Offerten von mehreren Banken.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Renten-Rechner

    Welches Vermögen und welche Sparraten Sie aufbringen müssen, um eine Rentenlücke zu decken.

  • Ratgeber Versicherungen

    Rundum geschützt: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie sich optimal gegen Risiken absichern

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Immobilien-Wertfinder

    Finden Sie Miete- und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße mit einem interaktivem Tool.

  • Ratgeber Altersvorsorge

    Clever sparen für den Ruhestand: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie eine solide Altersvorsorge planen.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Auto-Versicherungsvergleich

    Mit dem Auto-Versicherungsvergleich können günstige Versicherungen suchen aund damit ihre Kosten reduzieren.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen