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Finanzmärkte: Kampf gegen die Kasino-Kapitalisten

Die Politik kontrolliert die Derivate-Märkte in Zukunft stärker. Weil die Funktionsweise dieser Märkte aber so schwer zu verstehen ist, droht eine Überregulierung.

Händler bei Chicago Mercantile Exchange: Hier werden die weltweit meisten Derivate auf Rohstoffe gehandelt. Quelle: Reuters
Händler bei Chicago Mercantile Exchange: Hier werden die weltweit meisten Derivate auf Rohstoffe gehandelt. Quelle: Reuters

FRANKFURT. An Derivaten scheiden sich die Geister von Finanzexperten und Politikern in aller Welt. Einige dieser synthetischen Finanzinstrumente gelten als Auslöser der jüngsten Finanzkrise.

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Mit einer strengeren Regulierung will die Politik einen Zusammenbruch des Finanzsystems verhindern. Aus dem Mangel an Verständnis über die Funktionsweise dieser vielfältigen Märkte droht jedoch eine Überregulierung. Davon könnten auch jene Teilbereiche betroffen sein, die nicht nur mit der Krise nichts zu tun hatten, sondern die sich als Stabilisatoren des Welt-Finanzsystems erwiesen haben - nämlich die seit mehr als 160 Jahren existierenden Derivatebörsen.

Kein neues Regelwerk in Sicht

Auch zwei Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise ist in Teilbereichen der Derivateszene noch immer eine Mentalität zu erkennen, die an die Zeit des Kasino-Kapitalismus erinnert.

Dies gilt vor allem für bilateral zwischen Banken am OTC-Markt (Over the Counter) gehandelte Freiverkehrs-Derivate wie Zins-, Währungs- und Credit Default Swaps. Dieses Segment ist in den vergangenen beiden Jahren geschrumpft. Das ist jedoch nicht einem belastbaren neuen Regelwerk zuzuschreiben. Denn daran mangelt es noch immer, weil sich Banken dagegen wehren, dass ihnen Kontrollbehörden im OTC-Geschäft zu enge Fesseln anlegen.

Die nachlassende Dynamik der OTC-Derivatemärkte ist darauf zurückzuführen, dass als Folge der Finanzkrise strukturelle Eckpfeiler in diesem Geschäft weggebrochen sind und sich einige Banken aus diesem Segment zurückgezogen haben. Zudem ist festzustellen, dass sich die in diesem Markt verbliebenen Banken untereinander wenig Vertrauen schenken und die Bereitschaft zu bilateralen Abschlüssen nachgelassen hat.

Das spielt vor allem der Finanzmarkt-Aufsicht in die Karten. Denn diese drängt seit Monaten darauf, möglichst viele der OTC-geschäfte an organisierten und überwachten Terminbörsen zu handeln und dann über Clearinghäuser der Börsen abzurechnen. Auf diese Weise adaptieren OTC-Märkte die Stärken des börslichen Derivatehandels.

An Terminbörsen werden standardisierte Derivate wie Optionen und Futures gehandelt. Dieses Segment der globalen Derivateszene war während der Finanzkrise ein Hort der Stabilität. Derzeit entfallen aber laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) immer noch fast 90 Prozent der Derivategeschäfte auf den OTC-Markt, der ein Volumen von rund 600 Billionen US-Dollar aufweist.

  • 12.10.2010, 14:21 UhrAnonymer Benutzer: Siggi40

    Korrektur:
    Europas bankster sitzen auf über 21 Milliarden Dollar absolut wertloser Papierschnipsel, die sie aus den bilanzen ausgelagert haben, um sie vor dem sofortigem Kollaps zu bewahren.

    Natürlich nicht Milliarden, sondern billionen. bei so vielen Nullen komme ich schon ganz durcheinander.

  • 12.10.2010, 14:18 UhrAnonymer Benutzer: Siggi40

    600 billionen, also 600.000 Milliarden Dollar, eine unvorstellbare Summe, fast schon wie vor der letzten Währungsreform. biZ Quartalsbericht Juni 2008: http://www.bis.org/press/p080609_de.pdf
    (Trends im internationalen bankgeschäft und an den internationalen Finanzmärkten)

    Unabhängige Experten gehen aber von mindestens der doppelten Summe aus, von 1600 billionen Dollar, weil fast alle Geschäfte außerbilanziell getätigt wurden, um sie vor der Finanzaufsicht zu verstecken. Eine Zeitbombe, die man nicht entschärfen kann.

    Allein die SachsenLb hatte insgesamt 11 irische Zweckgesellschaften gegründet, um die jetzt absolut wertlosen Papierschnipsel in Höhe von 64 Milliarden Euro vor der Finanzaufsicht zu verstecken. bei den anderen Landesbanken dürfte es nicht besser aussehen. bei der HRE sind auch erst 375 Milliarden Risiken, also absolut wertlose Papierschnipsel ans Tageslicht gekommen, für die der Steuerzahler aufkommen muss.
    Europas bankster sitzen auf über 21 Milliarden Dollar absolut wertloser Papierschnipsel, die sie aus den bilanzen ausgelagert haben, um sie vor dem sofortigem Kollaps zu bewahren.

    Jetzt kann man sein Vermögen immer noch günstig und sicher in Edelmetalle umschichten, bevor der große „Run“ losgeht.

  • 10.10.2010, 18:15 UhrAnonymer Benutzer: martinsgarten

    Nichts wird die Politik hier kontrollieren.
    Mit jeder Aktion in diese Richtung macht sie sich weiterhin lächerlich. Man muß die Spieler beim Versagen auf die Schn... fallen lassen.
    Das Thema hat man verpaßt.

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