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Heimlicher Star: Silber macht reicher als Gold

Silber ist der heimliche Star der Rohstoff-Investoren. Der Preis des Edelmetalls hat sich zuletzt besser entwickelt als der von anderen Rohstoffen. Wer Anfang des Jahres in Silber investiert hat, kann sich heute über ein Plus von rund 72 Prozent freuen. Wie Anleger auf einen weiteren Anstieg setzen können.

Silber wird nicht nur unter Anlegern immer beliebter. Quelle: Reuters
Silber wird nicht nur unter Anlegern immer beliebter. Quelle: Reuters

BONN. Da das Vertrauen in die Papierwährungen angesichts der internationalen Schuldenkrise immer weiter schwindet, sind Edelmetalle derzeit gefragt. Der Grund: Edelmetalle werden gern als Krisenwährung für schwierige Börsenzeiten ins Depot genommen. Das gilt insbesondere für Gold, das seit Monaten nicht aus den positiven Schlagzeilen kommt. Seit Anfang Januar ist der Preis für eine Feinunze Gold in US-Dollar um rund 30 Prozent gestiegen. Das klingt beeindruckend.

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Doch im Vergleich zur Entwicklung des Silberpreises, über die kaum in den Medien geschrieben wird, ist das eine recht magere Rendite. Wer Anfang des Jahres in Silber investiert hat, kann sich heute über ein Plus von rund 72 Prozent freuen. Auch im Fünfjahresvergleich hat das weiß glänzende gegenüber dem gelben Metall die Nase deutlich vorne: Der Goldpreis ist in diesem Zeitraum um 225 Prozent gestiegen, der Silberpreis um mehr als 350 Prozent.

Trotzdem gilt Silber unter Börsianern immer noch nur als "der kleine Bruder des Goldes". Das liegt zum einen am geringeren Preis. Denn eine Feinunze Silber kostet derzeit keine 30 US-Dollar, eine Feinunze Gold dagegen knapp 1400 US-Dollar. Aber es liegt zum anderen auch am geringeren Handelsvolumen. "Silber wird wesentlich weniger gehandelt als Gold. Aufgrund dieser fehlenden Liquidität gibt es mehr und deutlich höhere Preissprünge", sagt Dirk Heß von Citigroup. Konkret: Die Volatilität für Silber ist zur Zeit doppelt so hoch wie bei Gold. Anleger, die mithilfe von Hebel-Produkten auf Preisbewegungen beim Silber spekulieren, sollten das bedenken. "Wird bei einem Knock-Out-Zertifikat der Basispreis zu nah am tatsächlichen Silberpreis gewählt, ist die Gefahr sehr hoch, dass die Knock-Out-Barriere berührt wird und die Spekulation nicht aufgeht", erklärt Heß. Denn selbst wenn sich der Silberpreis am Ende des Tages in die vom Anleger gewünschte Richtung bewegt hat, können zwischenzeitliche starke Preisssprünge für unangenehme Überraschungen sorgen.

Deshalb sollten Anleger, die von einem weiter steigenden Silberpreis überzeugt sind, entweder entsprechend vorsichtig oder gleich sehr langfristig agieren und einfache Partizipationszertifikate bevorzugen. Diese entwickeln sich im Verhältnis von eins zu eins so wie der Silberpreis. Tagesschwankungen bleiben dabei ohne vernichtende Folgen. "Aufgrund der hohen Volatilität eignet sich Silber allerdings auch sehr gut als Basiswert für Discountzertifikate", sagt Markus Jakubowski von der Société Générale. Denn der Rabatt bei Discountzertifikaten wird dadurch erzielt, dass Optionen auf den Basiswert - hier also auf Silber - verkauft werden. Der Erlös aus diesem Verkauf wird Anlegern als eine Art Rabatt weitergegeben.

"Je höher die Volatilität eines Basiswertes ist, desto teurer sind die Optionen, desto höher ist der Verkaufserlös und desto höher ist letztlich damit auch der von Banken gewährte Rabatt eines Discountzertifikats", erklärt Jakubowski. Beispiel: Silber-Discountzertifikate mit einer Restlaufzeit von etwa einem Jahr und einem Cap (einer Begrenzung also) von 25 US-Dollar bieten derzeit zwischen neun und zehn Prozent Rendite. Und dies selbst dann, wenn der Silberpreis bis Dezember 2011 um 13 bis 14 Prozent fallen sollte.

Anleger, die befürchten, dass der US-Dollar gegenüber dem Euro stark aufwertet, können auch in währungsgesicherte Discountpapiere investieren. Nachteil: Die Absicherungskosten können einen Teil der Rendite auffressen. Das ist vor allem dann ärgerlich, wenn der US-Dollar gegenüber dem Euro an Wert verliert. Und gerade die Angst vor einem Wertverfall des US-Dollar treibt Anleger ja an, in Edelmetalle zu investieren.

  • 01.01.2011, 20:32 UhrAnonymer Benutzer: Hans Zoebelein

    Ja, das liebe Papier...

    Wer Papier statt "the real thing" kauft, gibt die Hauptvorteile von Edelmetall auf:

    Papier kann man drucken. Edelmetall muss man finden.

    Ein bürokratischer Federstrich genügt und der Papierbarren ist nicht das Papier wert, auf dem er gedruckt ist.

    Daher besser physisches kaufen...

  • 30.12.2010, 17:11 UhrAnonymer Benutzer: Mark

    Kauft Papier ! Gold und Silber kann man nicht essen !

  • 29.12.2010, 15:57 UhrAnonymer Benutzer: dsc

    Zertifikate sind Zertifikate (Lehmann lässt grüßen) und Edelmetalle sind Edelmetalle, also geliebte, verpönte, gehasste oder auch verbotene, aber stets werthaltige Wertspeicher seit Alterszeiten. Jeder muss wissen zu welchem Zweck er das eine oder andere kauft!
    Dass die Treuhänder der größten Silber-ETFs von Anlegervertretern und US-Aufsichtsbehörden unisono der Silberpreis-Manipulation (nach unten) mit Hilfe von "Papier-Silber"-Kontrakten bezichtigt werden, kann da eine wertvolle Entscheidungshilfe sein!

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