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Innovationen: Risiken abblocken mit Zertifikaten

Sicherheit bleibt Trumpf. Nach den negativen Erfahrungen, die viele Aktienanleger in den vergangenen Jahren machen mussten, ist es kein Wunder, dass nicht mehr die Gewinnmaximierung im Vordergrund steht, sondern in erster Linie Verlustvermeidung. In diesem Zusammenhang hat sich ein Anlageinstrument in den Vordergrund gespielt, das es den Anlegern erlaubt, defensive Anlagestrategien umsetzen zu können: Zertifikate.

von Armin Schmitz (DMEuro)

Gefragt sind jene Zertifikate, die in einem schwierigen Markt eine entsprechende Rendite bringen und das eingesetzte Kapital durch einen eingebauten Puffer weitestgehend schützen können. Dies leisten die so genannten Discount-Zertifikate. Über sie kaufen die Anleger eine Aktie mit einem Preisabschlag zum aktuell an der Börse gehandelten Kurs, den sie als Puffer gegen Kursverluste in fallenden oder in schwankenden Märkten nutzen können.

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Dieses Anlagekonzept hat die Schweizer UBS nun auch auf Anleihen übertragen. Das erste Discount-Zertifikat auf eine Anleihe (ISIN DE 000 A0A CPG 9) bezieht sich auf eine Bundesanleihe mit vier Prozent Verzinsung und einer Laufzeit bis zum 4. 7. 2009. Über das Zertifikat kann der Anleger die Anleihe aktuell zu einem Kurs von 98,42 Prozent erwerben, was einem Abschlag von 5,54 Prozent (Discount) auf den aktuellen Börsenkurs entspricht. Der Rückzahlungsbetrag aus dem Zertifikat ist an die Wertentwicklung der Anleihe gekoppelt. Zinszahlungen gibt es nicht. Steht der Anleihenkurs am Laufzeitende des Zertifikats am 27. 7. 2005 bei maximal 102,70 Prozent oder sogar darüber, erhält der Anleger einen Betrag zurückgezahlt, der dem Cap Level, der vertraglichen Obergrenze, entspricht. Bezogen auf den anfänglichen Verkaufspreis von 98,42 Prozent ergibt sich damit eine maximale Rendite von 4,35 Prozent. Unterschreitet der Anleihenkurs bei Fälligkeit den Cap, bekommt der Anleger einen Betrag ausgezahlt, der dem Kurs der Bundesanleihe bei Fälligkeit des Zertifikats entspricht. Das Erfreuliche: Gewinne aus der Anlage eines Anleihen-Discount-Zertifikats sind nach Ablauf der Spekulationsfrist von zwölf Monaten steuerfrei.

Und im Zinsbereich haben die Finanzingenieure der Banken noch mehr Innovatives zu bieten: reine Zins-Zertifikate. Bei diesen Zins-Papieren handelt es sich um börsengehandelte Zins-Anlagen, die Zugang zu den kurzfristigen Geldmarktsätzen in Währungen wie US-Dollar, Pfund oder Austral-Dollar ermöglichen. Durch den börsentäglichen Handel bieten die Zertifikate hohe Flexibilität. Anders als beim Termingeld werden die Zinsen nicht am Jahresende gutgeschrieben, sondern börsentäglich in den Zertifikat-Kurs eingepreist. Diese Zins-Papiere unterliegen zwar nicht dem Kursrisiko, wie sie eine Anleihe trägt, doch sie haben ein Zinsrisiko. Sie beziehen sich auf die Tagesgeld-Sätze oder auf Ein- bis Drei-Monats-Zinsen, die täglich schwanken. Die Notierung in einer Fremdwährung ist Chance wie Risiko zugleich.

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Für Anleger, die ihre Investments aus dem Tagesgeld umschichten wollen, für die aber das Risiko einer Zinswende am Anleihenmarkt zu groß ist, bieten sich auch so genannte Vario Rendite Zertifikate (DE 000 AOA AQ5 3) an. Es ist ein konservatives Rolling-Discount-Zertifikat auf den Euro Stoxx 50 Total Return Index, bei dem die Dividenden reinvestiert werden. Bei einer Stagnation erzielt der Index allein durch die Dividenden der Index-Mitglieder eine jährliche Performance um zwei Prozent. Hinter dem Vario Rendite Zertifikat steckt eine verbriefte Terminmarktkonstruktion, bei dem der Emittent in einem rollierenden Verfahren Kauf-Optionen auf den Euro Stoxx 50 mit einer Restlaufzeit von einem Monat mit einem Basispreis schreibt, der zehn Prozent unter dem aktuellen Kursniveau liegt. In der Analyse über die vergangenen zehn Jahre zeigte sich, dass das Vario Rendite Zertifikat eine durchschnittliche Rendite von 7,2 Prozent bei einem Risiko von 4,3 Prozent gebracht hätte. Das geringe Risiko ergibt sich aus der vereinnahmten Prämie bei dem systematischen Schreiben der Option. Die Prämien dienen als Sicherheitspuffer. Die Rendite ist vergleichbar mit dem Ergebnis des Euro STOXX 50 und dem JPM German Bond Index im gleichen Zeitraum. Obwohl es sich bei dem Vario Rendite Zertifikat im engeren Sinne um ein Aktienmarkt-Produkt handelt, liegt das Risiko zwischen Anleihen und Aktien. Nach Ablauf der Spekulationsfrist sind die aufgelaufenen Gewinne steuerfrei.

Für risikobewusste Anleger bieten sich auch Zertifikate mit Sicherheitspuffer an. Das ist eine Gruppe von Anlage-Zertifikaten mit so genannten "Callable"-Strukturen. Je nach Ausgestaltung ist dem Zertifikat ein Korb von Aktien oder Indizes unterlegt. Der Emittent zahlt das Zertifikat mit einem Aufschlag vorzeitig zurück, wenn das Papier innerhalb eines festgelegten Zeitraums eine bestimmte Bedingung erfüllt. Das Gewinnpotenzial ist zugunsten eines Sicherheitspuffers limitiert. Beispiele für Papiere mit einem Sicherheitspuffer sind das Payback Zertifikat (DE 000 CG0 AJ2 3) der Citigroup oder das MaxiRend III (DE 000 952 047 8) der DZ Bank. Das Zertifikat der Genossen wirft eine Rendite von 8,75 Euro ab, wenn der dem Zertifikat zu Grunde liegende Euro STOXX 50 am Stichtag, dem 29. 3. 2005, mindestens auf dem gleichen Niveau notiert wie am letzten Tag der Zeichnungsfrist. Liegt er darunter, läuft das Zertifikat bis zum nächsten Stichtag weiter. Hat der Index dann sein Limit erreicht, bekommt der Anleger 17,50 Prozent ausgezahlt. Übertrifft er das Niveau allerdings nicht, läuft das Zertifikat ein Jahr länger. Diese Überprüfung wiederholt sich bis zum Laufzeitende im März 2008. Liegt er dann endlich über seinem Startpreis, winkt eine Bonuszahlung von 35 Prozent. Einen Kapitalschutz räumt die DZ Bank erst ab dem vierten Stichtag ein, wenn der DJ Euro Stox 50 seinen Startwert nicht erreicht. Die Bank zahlt den investierten Nominalbetrag zurück, wenn der Kursrückgang innerhalb eines am Ende der Zeichnungsfrist festgelegten Sicherheitspuffers liegt. Dieser Puffer wird mindestens 25 Prozent betragen. Nur wenn der Index am Laufzeitende unterhalb dieses Schwellenwertes liegt, erfolgt die Rückzahlung des Zertifikates entsprechend dem prozentualen Indexrückgang gegenüber seinem Startwert.

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Dem Payback-Zertifikat ist ein Korb von sieben internationalen Indizes (Dax, Aex, Ibex35, Smi, Nasdaq, Tecdax, Nikkei 225) unterlegt. Fällt ein Index in einem Jahr auf oder unter 85 Prozent des Schlusskurses vom 29. 3. 2004, winkt die Mindestverzinsung von 0,5 Prozent. Hält die Barriere, gibt's dazu 6,5 Prozent. Die Rückzahlung erfolgt am Laufzeitende, am 31. 10. 2010, zu 100 Prozent oder früher, wenn ein Jahr lang alle Indizes über 85 Prozent liegen. Der 6,5 Prozent-Bonus wird dann für zurückliegende Jahre aufaddiert. Die Maximalverzinsung liegt beim Payback-Zertifikat bei 42 Prozent. Bei beiden Zertifikaten wird die auf den ersten Blick kräftige Rendite durch einen Ausgabeaufschlag von 2,5 Prozent reduziert. Ein Manko: Zusätzlich müssen Anleger auf die Erträge auch nach Ablauf der Spekulationsfrist Steuern entrichten. Dennoch: Der Nachfrage nach defensiven Zertifikaten tut dies keinen Abbruch.

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