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Luxus-Boom: Wie Geldanleger profitieren

Aktien von Luxus-Produkten wie Champagner und Designer-Marken sorgen für solide Renditen. Das Geheimnis: Der Verkauf der liebsten Statussymbole der Schwerreichen läuft auch in Zeiten schwacher Konjunktur.

Luxusuhren in einem Schaufenster. Quelle: dpa
Luxusuhren in einem Schaufenster. Quelle: dpa

Luxus-Artikel sind gefragt, insbesondere in Asien. Anleger können davon profitieren - mit soliden Renditen und geringerer Konjunkturabhängigkeit. Das grüne Krokodil auf der Brust, die Rolex am Handgelenk, die Gucci-Brille auf der Nase und der zum Dolce & Gabbana-Anzug farblich passende Porsche vor der Tür: Die Zielgruppe für Luxusartikel, die so markenbewusst auftritt, ist auf Du und Du mit Roberto Cavalli, Gucci und Versace.

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Und diese Zielgruppe wächst unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung. Laut dem aktuellen "World Wealth Report 2010", der jährlich von Cap Gemini und Merrill Lynch herausgegeben wird, gab es im Jahr 2009 zehn Millionen Superreiche. Deren Vermögen hat sich seit 1995 bis heute auf geschätzte 40 Billionen US-Dollar fast verdreifacht. Das trieb die Wachstumsraten der Luxusbranche.

Reiche Asiaten stehen auf Luxus

Das Bling-Bling-Geschäft mit Statussymbolen wächst mit der Anzahl und dem Vermögen der Superreichen in aller Welt. Laut der aktuellen Studie "The New World of Luxury", herausgegeben von der Boston Consulting Group, umfasst der Markt für Premium-Autos, teure Uhren, Schmuck, Markenkleidung und edlen Lederwaren weltweit fast eine Billion Euro. Als besonders kauffreudige Kundschaft gilt hier laut Studie die neureiche Klientel. Diese findet sich zunehmend in Asien. Von 2006 bis 2009 haben sich allein die Fabrikverkäufe der Luxusmarken in China schon mehr als verdoppelt. Die neuen Gewinner der Globalisierung lassen es sich gut gehen. Und sie können es sich zunehmend leisten. "Gerade in den Emerging Markets, in China, Indien und Brasilien ist ein sprunghafter Anstieg der sogenannten High Networth Individuals zu verzeichnen", sagt Jeroen Brand, Manager des ING Invest Prestige & Luxe Aktienfonds.

Die Fakten sprechen für sich: Die etwa drei Millionen Superreichen in der asiatisch-pazifischen Region verfügten laut World Wealth Report im Jahr 2009 über ein Vermögen von 9,7 Billionen US-Dollar - und verwiesen damit die europäischen Superreichen, deren Vermögen 9,5 Billionen betrug, auf Platz zwei. So verwundert es nicht, dass bereits mehr als 70 Prozent der Luxusartikel außerhalb Europas verkauft werden.

Luxus-Aktien stabilisieren Depot

Unternehmen aus dem Bereich der Luxusgüterindustrie stehen seit einiger Zeit wieder verstärkt auf den Kaufzetteln der Börsenhändler. Ihr stärkstes Argument: Der Luxusgütermarkt bewegt sich fast ohne Konkurrenz von außen in einem eigenen Orbit. Denn mit steigenden Einkommen wächst auch die Nachfrage nach Luxusgütern überdurchschnittlich im Vergleich zu allen anderen Gütern. Der Preis spielt umso weniger eine Rolle, je voller das Portemonnaie ist. Umso mehr zählen Beratung, Qualität - und die Marke.

Das sind ideale Voraussetzungen für die Unternehmen des Luxus-Sektors. Die Folge: Aktienkurse von Luxusaktien haben sich in den vergangenen 20 Jahren weniger konjunktursensitiv als die Weltwirtschaft entwickelt. Fondsmanager, die hohe Erträge bei weniger Volatilität in ihre Depots betten wollen, holen sich deshalb gerne solche Papiere ins Depot. "Vor allem Glamour-Aktien führender Herstelleretablieren sich als solides Rendite-Investment, selbst in mageren Börsenzeiten", sagt Dieter Berners von der Landesbank Baden-Württemberg. Als Wachstumsbranchen gelten Mode, Accessoires, Uhren und Schmuck, Edel-Automarken und Champagner-Hersteller, aber auch exklusive Hotel-Ketten und Reise-Anbieter. Zum Premium-Segment zählen Unternehmen wie beispielsweise Polo RalphLauren, Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH) und Hugo Boss, die in fast jedem Aktienkorb vertreten sind, der Luxus als Thema hat.

Gewinne auch an der Börse

Beste Qualität und eine gute Markenpflege zahlen sich in den Bilanzkennzahlen und auch an der Börse aus. Einige Beispiele: LVMH ist seit Jahren auf Wachstumskurs und konnte allein2010 seinen

Gewinn um 73 Prozent auf 3,03Milliarden Euro steigern. Der Wert der Aktien von LVMH hat sich in den vergangenen beiden Jahren fast verdreifacht. Die Aktienkurse des Mode-Labels HugoBoss sowie des Schweizer Schmuckherstellers Compagnie Financière Richemont haben sich im gleichen Zeitraum sogar verfünffacht. Es spricht also offensichtlich einiges dafür, sich Luxus im Depot zu erlauben. Wer sich die börsengehandelten Schmuckstücke ins Depotlegen will, findet eine ganze Reihe von passenden Papieren. Bei den angebotenen Zertifikaten werden die Basiswerte nach einem ähnlichen Muster zusammengesetzt. Die Aktien von Hugo Boss, Christian Dior, Compagnie Financière Richemont,Polo Tiffany,Pernod Ricard und Burberry finden sich in fast allen Auswahlindizes oder Baskets wieder.

Großzügige Auslegung

Kleine Ausnahmen bestätigen die Regel. Zu diesen Ausnahmen zählt beispielsweise das Indexzertifikat von der BNP Paribas auf den World Luxury Index (WKN:BN1LUX). In dem von der deutschen Börsen entwickelten Index wird die Kursentwicklung der 20größten und liquidesten Aktien der Luxusgüterindustrie abgebildet. Die Indexgewichtung richtet sich nach der Marktkapitalisierung, ist allerdings auf zehn Prozent pro Unternehmen beschränkt. Der Index ist nach verschiedenen Sektoren wie Luxushotels, Premium Lebensmittel sowie sonstigen Luxusartikeln usw. aufgeteilt.

Die strikte Einschränkung auf den Wert der Marktkapitalisierung einerseits und die großzügige Ausdehnung des Begriffs Luxus andererseits hat zur Folge, dass Klassiker wie Hugo Boss,Richemont und Tiffany im Indexfehlen. Dafür tauchen Hotelkettenbetreiber wie Intercontinental Hotels,Starwood Hotels & Resources oder Wynn Resorts sowie Kreuzfahrtanbieter wie Royal Carribean Cruises und Carnival im Index auf. Bis auf Starwood finden sich diese Unternehmen auch im Zertifikat von der Commerzbank auf den Solactive Luxus & Lifestyle Performanceindex wieder (WKN:DR0NUM).

Die Performance der beiden Zertifikate ähnelt sich entsprechend: Das Commerzbank-Zertifikat hat sich mit rund 38Prozent in den vergangenen zwölf Monaten einen Prozentpunkt besser entwickelt als das Luxus-Papier von der französischen Bank BNP Paribas.

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