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Nach dem Kurssturz: Ausverkauf bei Gold?

Finanzkrise überstanden, niedrige Inflation und günstige Rohstoffe: Gold ist billig wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. Die Frage lauten nun: Wie tief wird der Preis fallen? Und wie können Anleger davon profitieren?

DüsseldorfDas Edelmetall ist heutigen Freitag  unter die Marke von 1.200 Dollar gefallen. So tief wie seit drei Jahren nicht mehr.  Zwischen April und Juni hat der Goldpreis damit ein Viertel seines Wertes eingebüßt und damit auf Quartalssicht nach Daten der Nachrichtenagentur Reuters so viel verloren wie seit mindestens 1968 nicht mehr. Ein elf Jahre währender Anstieg des Goldpreises, der im September 2011 mehr als 1.900 Dollar erreicht hatte, ist Geschichte.

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Nach der großen Finanzkrise und während der Euro-Krise war es vor allem die Angst, die viele Menschen ins Gold trieb. Und weil der Preis seit dem Jahr 2000 schon ordentlich angezogen hatte, schien das eine sichere Sache zu sein. Die Phase der Angst ist aber endgültig vorbei.

Goldnachfrage weltweit (in Tonnen)

  • 2003

    Schmuck: 2.484
    Barren und Münzen: 304
    ETFs: -
    Industrie: 386
    Zentralbanken: -620
    Gesamt: 2.594 Tonnen

  • 2004

    Schmuck: 2.616

    Barren und Münzen: 355

    ETFs: 133

    Industrie: 419

    Zentralbanken: -479

    Gesamt: 3.044

  • 2005

    Schmuck: 2.719

    Barren und Münzen: 396

    ETFs: 208

    Industrie: 438

    Zentralbanken: -663

    Gesamt: 3.098

  • 2006

    Schmuck: 2.300

    Barren und Münzen: 414

    ETFs: 260

    Industrie: 468

    Zentralbanken: -365

    Gesamt: 3.077

  • 2007

    Schmuck: 2.423

    Barren und Münzen: 435

    ETFs: 253

    Industrie: 476

    Zentralbanken: -484

    Gesamt: 3.104

  • 2008

    Schmuck: 2.304

    Barren und Münzen: 869

    ETFs: 321

    Industrie: 461

    Zentralbanken: -235

    Gesamt: 3.720

  • 2009

    Schmuck: 1.814

    Barren und Münzen: 780

    ETFs: 623

    Industrie: 410

    Zentralbanken: -34

    Gesamt: 3.593

  • 2010

    Schmuck: 2.017

    Barren und Münzen: 1.205

    ETFs: 382

    Industrie: 466

    Zentralbanken: 77

    Gesamt: 4.147

  • 2011

    Schmuck: 1.972

    Barren und Münzen: 1.515

    ETFs: 185

    Industrie: 453

    Zentralbanken: 457

    Gesamt: 4.582

  • 2012

    Schmuck: 1.908

    Barren und Münzen: 1.256

    ETFs: 279

    Industrie: 428

    Zentralbanken: 535

    Gesamt: 4.405

Viele Investoren fürchten, dass es mit dem Goldpreis noch weiter bergab geht. „Schnäppchenjäger halten sich vorerst zurück“, kommentierte George Gero von RBC Capital gegenüber dem „Wall Street Journal“. Die Analysten kommen mit ihren Prognosen dem Markt gar nicht mehr hinterher: Morgan Stanley senkte sie für 2013 von 1.487 auf 1.409 Dollar und rechnet bis 2015 jetzt mit einem anschließenden Rückgang auf 1.300 Dollar, was immer noch über dem aktuellen Niveau liegt.

„Obwohl wir langfristig einen weiteren Goldpreisrückgang erwarten, ist das kurzfristige Bild alles andere als klar“, schreibt Goldman Sachs in einer Studie. Die jüngste Korrektur preist ein, dass die US-Notenbank schneller aus ihren Wertpapierkaufprogrammen aussteigen und schneller den Leitzins wieder anheben wird, als dies von Goldman Sachs erwartet wird. Jedoch bewegt der Mittelabfluss aus Goldfonds sowie die Dynamik der Korrektur im Goldpreis die Analysten dazu, ihr Jahresendziel für den Goldpreis von 1.435 auf 1.300 Dollar zu senken.  Die Analysten senken auch ihr Kursziel für das Jahresende 2014. Dann werde der Goldpreis bis auf 1.050 Dollar gesunken sein – bislang war man noch von 1.270 Dollar ausgegangen.

  • 18.07.2013, 09:24 UhrDSL-Fan

    @Zeitenwende

    "Finanzkrise überstanden, niedrige Inflation ..."

    So wünschenswert das wäre, so ein Blödsinn ist das zugleich.

    Wobei nun auch noch der Silberpreis abgestürzt ist.

    Das auf der Welt frei erhältliche Silber müsste derzeit etwa einen Wert von < 16 Mrd € haben (1.000 Mio Unzen a 16 €).

    Aber selbst die Zahl von 1 Mrd Unzen Silber ist nur ganz grob geschätzt.

  • 30.06.2013, 00:40 UhrInflate_Or_Die

    Sie müssen bedenken, dass sich in den letzten ca. 30 Jahren das Volumen der Güterproduktion der Industriestaaten in etwa vervierfacht hat - aber das Geld- und Kreditvolumen VERVIERZIGFACHT. Der Anpassungsprozess wird also auf jeden Fall schmerzhaft werden. Wenn wir verantwortungsvolle Politiker und (Zentral-)Banker hätten, denen das volkswirtschaftliche Wohl wirklich am Herzen läge, könnte das vielleicht funktionieren, ohne dass das gesellschaftliche Gefüge ernsthaften Schaden nimmt, aber bei diesen ... (fügen Sie ein Wort Ihrer Wahl ein), wo Machtgewinn bzw- -erhalt und Gier offensichtlich an erster Stelle stehen? Wer hat zudem die gesellschaftlich anerkannte Position, den Menschen zu sagen, dass ein System, das auf Aufschuldung basiert, irgendwann scheitern muss? Die demokratisch gewählten Politiker tun das nicht, weil sie sofort abgewählt würden.
    Umso schäbiger finde ich jedoch das Verhalten der Medien, die den Menschen, die für schlechte Zeiten vorsorgen und mit Werthaltigem sparen (und damit die Kapitalbasis der Volkswirtschaft tatsächlich stärken!), das schlecht machen und ausreden wollen.

  • 30.06.2013, 00:38 Uhrhvh100

    Das ist Unsinn, zumal die Zeit der kostenfreien Energie zu ende geht. Schauen sie sich einmal heutige Minenanlagen an. Da wird unter enormen Energieeinsatz enorme Landmengen abgetragen. Laut IEA haben wir das globale Erdölfördermaximum für konventionelles Öl im Jahre 2008 erreicht. Bei täglich 82 Mio. Fass war Schluss. Seitdem sinken die Förderzahlen trotz 3-fachen Ölpreises. Vor lauter Elend fängt man mit Hydraulic Fracturing an und möchte der Welt weissmachen, dass die USA bald Energieexporteur wird. Lachhaft.

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