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Starke Nerven gefragt: Was Anleger zum Thema Rohstoffe wissen müssen

Rohstoffe sind für Anleger ein begehrtes Investitionsobjekt. Über einen Kamm scheren lassen sich Gold, Nickel und Öl aber nicht. Was unbedingt ins Portfolio gehört, und wovon Anleger lieber die Finger lassen sollten.

Bei Goldanlagen beißen Anleger nicht auf Granit. Quelle: Reuters
Bei Goldanlagen beißen Anleger nicht auf Granit. Quelle: Reuters

Düsseldorf/Sydney/São PauloUnsichere Zeiten treiben Anleger in der Regel in Anlageklassen, die für Sicherheit stehen. Dazu gehören neben dem Schweizer Franken und dem amerikanischen Dollar auch die Edelmetalle, allen voran Gold. Das zeigt sich deutlich im Preis des gelben Edelmetalls. Doch auch Silber und Platin haben in den vergangenen Jahren stark zugelegt. Experten bleiben optimistisch.

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Langfristig liegt Gold klar im Plus. Zum Vergleich: Seit Anfang 2008 hat sich der Preis bis heute mehr als verdoppelt. Das hohe Niveau schreckt aber nicht von Zukäufen ab. "Neun von zehn Kunden stehen auf der Käuferseite", sagt Robert Hartmann, Geschäftsführer des Goldhandelshauses Pro Aurum. Und mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen, etwa die Zuspitzung der Krise in Europa, habe Gold durchaus Potenzial. "Sollte die Ausweitung der Geldmenge in eine höhere Inflation münden, spricht das für deutlich höhere Goldpreise", sagt Hartmann.

Nachfrage Welche Länder gierig nach Gold sind

  • Nachfrage: Welche Länder gierig nach Gold sind
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  • Nachfrage: Welche Länder gierig nach Gold sind
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"Edelmetalle, insbesondere Gold, gehören heutzutage in jedes gut geführte Portfolio", sagt Mark Augustynak, Seniorhändler Edelmetalle bei der Royal Bank of Scotland (RBS) in London. Dafür sprächen die nicht vorhandene oder sogar negative Korrelation zu anderen Assetklassen wie Aktien und Anleihen, aber auch die Werterhaltungsfunktion bei Inflation.

Angesichts der Euro-Schwäche näherte sich der Goldpreis zeitweise seinem Allzeithoch bei 1 374 Euro an. Laut Augustynak könnte Gold diesen Rekord in der zweiten Jahreshälfte überbieten. Auf Dollar-Basis erwartet er ebenfalls eine "signifikante Erholung" auf mindestens 1 700 Dollar.

Was Sie über Gold wissen sollten

  • Was ist Gold?

    Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

  • Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

    Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

  • Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

    Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

  • Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

    In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

  • Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

    Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

  • Was passiert mit dem Gold?

    29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

  • Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

    Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

    Quelle: World Gold Council

  • Wer sind die größten Goldbesitzer?

    Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Jetzt pendelt Gold um die Marke von 1 600 Dollar. Die Höchststände von 1 923,70 Dollar je Unze vom 6. September 2011 scheinen indes außer Reichweite. Laut Bloomberg News prognostizieren aber Eugen Weinberg von der Commerzbank und Nick Trevethan von ANZ Banking Group, dass innerhalb eines Jahres auch dieses Rekordhoch überboten wird.

Höchststände sind auch bei Silber und Platin nicht in Sicht, doch erfreuten beide Edelmetalle ihre Investoren mit satten Gewinnen. So hat Platin in den vergangenen zehn Jahren seinen Preis von rund 600 auf gut 1 400 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) mehr als verdoppelt. Silber kostete seinerzeit sogar nur sechs Dollar, heute sind es 28 Dollar je Unze.

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