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Telekommunikations-Aktien: Bei Anruf Rendite

Aktien von Telekom-Unternehmen gelten als volatil. Doch gerade in unruhigen Börsenzeiten sind die Titel aufgrund ihrer stabilen Dividenden ein interessantes Investment. Und: Sie sind nicht besonders konjunktursensibel.

Aktienhändler in Frankfurt: Bei Telekomaktien stimmt die Dividende, wenngleich die Kursentwicklung mäßig ist. Quelle: dpa
Aktienhändler in Frankfurt: Bei Telekomaktien stimmt die Dividende, wenngleich die Kursentwicklung mäßig ist. Quelle: dpa

Discountzertifikate auf Telekommunikations-Aktien sind unter Schnäppchenjägern seit jeher ein Geheimtipp. Dafür sorgen die hohen Dividendenrenditen der meisten Telekom-Unternehmen. Hintergrund: "Je höher die Dividende einer Aktie, desto besser sehen in der Regel die Konditionen der betreffenden Discountzertifikate aus", sagt Heiko Weyand von HSBC Trinkaus. Denn die erwartete Dividende einer Aktie fließt als ein nicht unwesentlicher Teil in den Rabatt ein, den Discountzertifikate gegenüber einem direkten Kauf der jeweiligen Aktie gewähren. So kommt es, dass beispielsweise Discountzertifikate auf die Dividendenkönige Telekom Austria, die niederländische KPN, die spanische Telefonica oder die Deutsche Telekom zwischen 6,5 und rund zehn Prozent maximale Rendite per annum bieten - und das bei Preisabschlägen gegenüber dem jeweiligen Basiswert im zweistelligen Prozentbereich.

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Doch Telekom-Aktien sind derzeit nicht nur für Dividenden- und Rabattjäger interessant. "Telekom-Unternehmen sind nicht besonders konjunktursensibel. In der jetzigen Situation, der letzten Phase eines starken Konjunkturaufschwungs, können Telekom-Aktien deshalb eine gute Wahl sein", sagt Matthias Jörss, Europa-Analyst bei Macquarie. "Konzerne wie die spanische Telefonica oder die Deutsche Telekom verdienen auch dann noch gutes Geld, wenn sich das Wachstum etwas abschwächt. Die Aktien haben sich im vergangenen Jahr zwar unterdurchschnittlich entwickelt. Doch das ändert sich gerade", sagt Jörss.

Beispiel Deutsche Telekom: Seit rund zehn Jahren dümpelt der Kurs der ersten deutschen "Volksaktie", mit Notierungen zwischen sieben und 17 Euro lustlos vor sich hin. Zuletzt schien der Aktienkurs über Monate hinweg bei etwa zehn Euro wie festgetackert. Nun ist er wieder in Schwung geraten. Der Grund: Der rosa Riese verabschiedet sich von dem Anspruch, als Global Player weltweit zu agieren. Was unter dem Strich zählt, ist die Rendite. Und die stimmt in Deutschland und bei den europäischen Telekom-Töchtern. Aber in den vergangenen Jahren nicht in den USA. Deshalb hat sich die Telekom nun konsequenterweise von ihrer schwächelnden Mobilfunktochter T-Mobile USA getrennt und an den Telekommunikationskonzern AT&T für 39 Milliarden US-Dollar verkauft. 25 Milliarden wird AT&T in bar zahlen, den Rest in Aktien. Mit einem Anteil von rund acht Prozent wird die Telekom größter Minderheitsaktionär des US-Telekom-Riesen und behält so indirekt ein Standbein in den USA. Die Anleger finden das offensichtlich gut. Die Aktie des Bonner Dax-Konzerns sprang seit Bekanntwerden der ersten Gerüchte von zuletzt 9,60 auf 10,76 Euro. Das ist ein Plus von zwölf Prozent innerhalb von zehn Handelstagen.

Ziel: Schuldenabbau

Der Verkauf der US-Tochter ist nicht nur ein Befreiungsschlag im laufenden Geschäft, sondern sorgt nebenbei auch für Entspannung in der Bonner Portokasse. Ein Teil des Verkaufserlöses soll nämlich in den Schuldenabbau gesteckt werden. Das wiederum freut die Ratingagenturen. Die Ratingagentur Standard & Poor's beließ es zwar bislang bei einer Rating-Einstufung von "BBB+", hob ihren Rating-Ausblick für die Deutsche Telekom jedoch an. Auch die Agentur Fitch hatte der Telekom bereits vor wenigen Tagen eine bessere Kredit-Einstufung in Aussicht gestellt. Gut für den Telekom-Finanzvorstand Tim Höttges: Verbessert sich das Rating, muss er demnächst weniger Zinsen für frische Kredite zahlen.

Die Tatsache, dass der Konzern nach einem Verkauf nicht mehr die Nummer eins, sondern hinter Telefónica und Vodafone die Nummer drei in Europa ist, stört Telekom-Chef René Obermann nicht. Im Gegenteil, es ist ein Teil seiner Strategie: Die Größe sei "irrelevant", sagte Obermann dem Handelsblatt. Im Gegensatz zu seinen Rivalen, die vor allem wachsen wollen, räumt Obermann der Rendite den Vorrang ein. "Die reine Größendiskussion um Global Player, wie sie in der Vergangenheit geführt wurde", habe in vielen Unternehmen nicht dazu geführt, dass die Kapitalrendite angemessen gewesen sei. "Auch bei uns ist sie noch nicht zufriedenstellend", ergänzte er.

Zudem prüft Obermann derzeit in allen 13 europäischen Auslandsmärkten, ob er das jeweilige Netz seines Unternehmens mit dem eines Konkurrenten zusammenlegen kann. Den Anfang soll Polen machen. Die Telekom hat bereits angekündigt, dass sie dort zusammen mit France Télécom ein neues Netz der vierten Generation baut. Das ist schnell genug, um Nutzern das Surfen mit dem Handy im Internet zu ermöglichen. In hochrangigen Kreisen von France Télécom heißt es nun, man wolle auch in Österreich und Rumänien über Netz-Kooperationen verhandeln. Durch solche Abkommen können die Telekomanbieter ihre laufenden Kosten deutlich senken. Ein passendes Discountzertifikat zur Aktie der Deutschen Telekom kommt von der DZ Bank (WKN:DZ1V3J). Das Papier hat eine Restlaufzeit von rund einem Jahr und bietet bei 15 Prozent Rabatt eine maximale Rendite von fast zehn Prozent.

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