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Zertifikateanleger: Höhere Risiken werden nicht immer belohnt

Für höhere Emittentenrisiken werden Zertifikateanleger einer Analyse zufolge nicht immer mit höheren Renditen belohnt. Das zeigen die Ergebnisse einer Untersuchung des Analysehauses Scope.

Die CDS-Prämien entscheiden sich von Bank zu Bank beträchtlich. Quelle: dapd
Die CDS-Prämien entscheiden sich von Bank zu Bank beträchtlich. Quelle: dapd

FrankfurtScope hat Mitte Dezember Discountzertifikate verschiedener Emittenten auf den Dax untersucht. Die Schuldnerqualitäten der Emittenten waren - gemessen an den Preisen für Kreditausfallversicherungen (CDS) - ganz unterschiedlich. Die analysierten Zertifikate verfügten über dieselben Laufzeitenden und Gewinnobergrenzen (Caps) und teilten damit die wesentlichen Eigenschaften. Von diesen Produkten hat Scope die Renditen verglichen, welche Anleger erzielen würden, wenn sich der Kurs des Dax vom Zeitpunkt des Kaufes bis zum Laufzeitende nicht verändern würde.

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„Die Ergebnisse zeigen, dass höhere CDS nicht immer mit höheren Risikoprämien in Gestalt höherer Renditen einhergehen“, sagte Sasa Perovic, der die Zertifikateanalyse bei Scope leitet. Nur wenige Emittenten vergüteten höhere Ausfallrisiken durchweg mit höheren Renditen. Bei den meisten Banken gebe es von Produkt zu Produkt Unterschiede. Andere Emittenten böten durchweg niedrigere Renditen, obwohl der Markt ihre Ausfallrisiken anhand der CDS-Prämien höher als bei den Wettbewerbern einstufe.

Das Ausfallrisiko der Emittenten ist ein wichtiger Faktor bei der Auswahl von Zertifikaten. Denn bei Zertifikaten handelt es sich ebenso wie bei Anleihen um Inhaberschuldverschreibungen. Das heißt: Wird der Emittent zahlungsunfähig, kann der Anleger unter Umständen sein gesamtes eingesetztes Kapital verlieren - unabhängig davon, welche Risikopuffer oder welchen Kapitalschutz die Produkte versprechen. Neben den Bonitätsnoten der großen Ratingagenturen bieten die CDS-Prämien einen guten Anhaltspunkt dafür, wie hoch der Finanzmarkt das Risiko eines Zahlungsausfalls einschätzt.

Im Zuge der europäischen Schuldenkrise sind die CDS-Prämien der Emittenten am deutschen Zertifkatemarkt deutlich angestiegen. Dabei gibt es von Bank zu Bank jedoch große Unterschiede: Beispielsweise lag die CDS-Prämie der Credit Suisse zuletzt bei 156 Basispunkten. Das heißt: Um sich gegen den Ausfall eines Kredites über zehn Millionen Euro an das Schweizer Institut abzusichern, mussten Investoren 156.000 Euro bezahlen. Die CDS-Prämie der Commerzbank lag dagegen zuletzt bei 323 Basispunkten.

„Die CDS-Prämien reagieren sehr schnell auf aktuelle Nachrichten“, sagte Perovic. „Dadurch spiegeln sie sich nicht immer in den Preisen wieder.“ Bei bestehenden Zertifikaten sei es für die Emittenten teilweise unmöglich, die Renditen im Nachhinein anzupassen. Zudem spiele die Größe der Banken eine Rolle. „Bei Emittenten mit kleineren Produktpaletten sind die Fixkosten je Zertifikat oft zwangsläufig höher“, sagte Perovic. „Und etablierte Emittenten mit hohen Marktanteilen sind weniger als neue Anbieter darauf angewiesen, sich über Preise und Renditen attraktiv zu machen.

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