Ratgeber + Hintergrund

_

Emittentenrisiko: Der feine Unterschied

Bei sehr vielen Indizes haben Anleger die Wahl zwischen börsennotierten Indexfonds und Zertifikaten. Die Unterschiede liegen im Detail, können aber mitunter gravierend sein.

Der "Dax" als Autokennzeichen. Das deutsche Standardwertebarometer ist bei ETF- und Zertifikate-Anlegern sehr beliebt. Quelle: dapd
Der "Dax" als Autokennzeichen. Das deutsche Standardwertebarometer ist bei ETF- und Zertifikate-Anlegern sehr beliebt. Quelle: dapd

Auf die gängigen Länder- und auch Branchenindizes rund um den Globus können Anleger mittlerweile sowohl mit börsennotierten Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETFs) als auch mit Zertifikaten setzen. Bevor sie sich entscheiden, sollten sie sich über die Unterschiede beider Produkte im Klaren sein.

Anzeige
Zertifikate

Wichtigster Punkt – gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten – ist das Emittentenrisiko.  „Investoren achten verstärkt auf die Bonität der Anbieter“, sagt Lars Brandau, Geschäftsführer des Deutschen Derivate Verbandes (DDV). „Da es sich bei Zertifikaten genauso wie bei Anleihen um Schuldverschreibungen handelt, ist die Bonität ein wichtiges Kriterium für die Anlageentscheidung.“ Im Falle einer Pleite des Emittenten würden die Papiere wertlos verfallen. Die Erfahrung aus der Lehman-Pleite sitzt noch tief: Damals verloren rund 50.000 Anleger einen Großteil ihres Geldes, weil ihre Lehman-Zertifikate gemeinsam mit der Bank Schiffbruch erlitten.

Wie hoch das Misstrauen gegenüber Banken – und damit den Emittenten –  ist, zeigen die abgestürzten Aktienkurse, die sinkenden Ratings und vor allem die hohen Prämien für Kreditausfallversicherungen. Diese sogenannten Credit Default Swaps (CDS) sind eigentlich ein Instrument für professionelle Anleger, um Kreditausfallrisiken abzusichern. Die CDS zeigen aber auch, bei welchen Häusern der Markt Bonitätsprobleme sieht. Zertifikate-Anleger starren deshalb derzeit gebannt auf diese Panik-Indikatoren. Die Übersichten über Ratings und die CDS der Emittenten gehören zu den am häufigsten besuchten Seiten des DDV im Internet.

Wackelbörse Die Lieblinge der Anleger

  • Wackelbörse: Die Lieblinge der Anleger
  • Wackelbörse: Die Lieblinge der Anleger
  • Wackelbörse: Die Lieblinge der Anleger
  • Wackelbörse: Die Lieblinge der Anleger

Anders ist es bei ETFs. Wie klassische Investmentfonds bilden Exchange Traded Funds Sondervermögen des Emittenten. Das heißt, dass das Vermögen eines ETF vom Vermögen des Emittenten getrennt ist. Auch im Falle einer Insolvenz des Emittenten bleibt es erhalten.

Ein weiterer Unterschied: die Kosten. Zertifikate sind oft etwas billiger, Papiere auf die großen, liquiden Indizes in der Regel sogar gratis. Indexfonds kosten zwar auch nicht viel – den Dax gibt es beispielsweise bei iShares (WKN 570477) mit einer Verwaltungsgebühr von 0,15 Prozent. Noch billiger das vergleichbare Papier von db X-Trackers  (WKN A0MEKV) mit einer Management-Fee von 0,05 Prozent.

Interessant ist auch der Blick auf die Spreads – also die Differenz zwischen An- und Verkaufkurs. Das iShares-Papier hat einen Spread von maximal einem Prozent, der ETF der Deutsche-Bank-Tochter kommt auf maximal drei Prozent. In der Praxis sind die Spreads aber sehr viel geringer: In den vergangenen zwei Monaten hat der durchschnittliche Spread beim Dax-ETF von db X-trackers 0,106 Prozent betragen. Bei manchen Indexzertifikaten entfällt dieser Spread, beispielsweise bei einem Indexzertifikat der Deutschen Bank (WKN 709335) auf den Dax.

Ob Anleger eher zu Zertifikaten oder ETFs greifen sollten, lässt sich schwer pauschal beantworten: „Es ist Geschmackssache, ob ein Anleger lieber in Indexfonds oder Zertifikate investiert, ob ihm die Sicherheit des Sondervermögens beim ETFs oder der Kostenvorteil des Zertifikats wichtiger ist“, sagt Dominik Auricht, Experte für Wertpapier-Anlagelösungen Hypo-Vereinsbank onemarkets.

  • 20.11.2011, 14:44 Uhrbaschtia

    Ich halten den Artikel für wenig durchdacht. Sie geben an, dass das Emittentenrisiko "Der wichtigste Punkt - in wirtschaftlich schwierigen Zeiten - ist. Das halte ich für falsch

    Was hilft es mir, wenn ich einen TOP-Emitteneten habe, wenn der abgebildete Basket nichts mehr wert ist! So haben warscheinlich die meisten Menschen ihr Geld verloren.

    @Petra - Ein Pauschalurteil über Zertifikate in dieser Art ist unangebracht - Es bereichert die Anlagemöglichkeiten - gerade in Märkte, die sonst kaum abzubilden sind. Das der Anleger wissen muss, was er unterschreibt - da gebe ich ihnen recht!

  • 20.11.2011, 14:20 Uhrfalsche_frage

    Wozu sollte man ein Zertifikat ohne Hebel kaufen?
    Gigantische Nachteile für 1-2 promille Ersparnis... kauf ich doch lieber ein DAX- Zertifikat für 5€, damit sich das Risiko auch lohnt... ;-)

  • 20.11.2011, 13:51 UhrPetra

    Zertifikate sind Wetten gegen die Bank (die Bank gewinnt immer!), wobei die Bank den Wetteinsatz sofort kassiert, keine Sicherheiten bietet und die Wettregeln nachträglich ändern kann (Verkaufsprospekt!)!
    Wer trotzdem Zertifikate kauft ist geldgeil nach dem Motto "Gier frisst Hirn" oder fällt schlichtweg auf die Werbeversprechen der provisionsgetriebenen Banken herein! Letztendlich muß jeder Käufer schriftlich bestätigen, daß er die Produkte verstanden hat (Beraterprotokoll). Wer es trotzdem unterschreibt ohne es verstanden zu haben, dem ist nicht zu helfen. Dummheit wird eben bestraft!

  • Die aktuellen Top-Themen
Papierwust nach der Feier: Das sollten frisch Verheiratete regeln

Das sollten frisch Verheiratete regeln

Nach der Hochzeit kommen die Flitterwochen – und dann der Papierkram. Aber es lohnt sich: Bei Versicherungen können Ehepaare viel Geld sparen. Und auch beim Bankkonto und der Altersvorsorge gibt es einiges zu klären.

Ratgeber zum Download: Die maximale Steuerrückzahlung

Die maximale Steuerrückzahlung

Mit diesen Steuertipps können sich Arbeitnehmer, Anleger und Rentner viel Geld vom Finanzamt zurückholen. Sie profitieren dabei von neuen Regeln und aussichtsreichen Steuerzahlerklagen.

Ratgeber Geldanlage

Die beste Strategie für das eigene Vermögen: Der Ratgeber von Handelsblatt Online erklärt Grundlagen, Chancen und Risiken von Investments in Aktien, Fonds, Anleihen, Zertifikaten und Zinskonten. Anleger erfahren, wie sie die passenden Produkte auswählen und unkalkulierbare Risiken vermeiden. Mehr…

  • Depot-Contest
  • ANZEIGE
Depot-Contest : Wer am meisten aus Geld macht

Wer am meisten aus Geld macht

Welcher Vermögensverwalter ist der beste? Finden Sie es heraus: Wir lassen 30 Profis beim DAB-Depot-Contest gegeneinander antreten.

ANZEIGE
  • Tagesgeld-Vergleich

    Top-Kondtionen für Tagesgeld, inklusive Gebühren, Einlagensicherung und Abgeltungsteuer.

  • Festgeld-Vergleich

    Der Rechner sucht die höchsten Zinsen für Festgeld für jede Laufzeit und Höhe des Anlagebetrages.

  • Girokonten-Rechner

    Kosten für das Konto ermitteln, inklusive Entgelte für Kreditkarten sowie Dispo- und Guthabenzinsen.

  • Rendite-Rechner

    Der Zins entspricht nicht immer der Rendite. Welche Erträge Anlagen tatsächlich bringen.

  • Ratenkredit-Vergleich

    Die besten Angebote für Ratenkredite vergleichen. Für verschiedenen Bonitätsstufen.

  • Ratgeber Geldanlage

    Die beste Strategie für Ihr Vermögen: Grundlagen, Chancen und Risiken verschiedener Investments.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Depot

    Erstellen Sie ein virtuelles Depot, mit dem Sie Ihre Strategie testen und Kursentwicklungen verfolgen.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Bausparrechner

    Der Bausparberater hilft den passenden Bausparvertrag zu finden.

  • Finanzierungsplanung

    Der Kassensturz zeigt, wie viel Kredit sich Immobilienkäufer leisten können.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Notar- und Grundbuchrechner

    Die Nebenkosten machen beim Immobilienkauf einige tausend Euro aus. Wie viel Sie zahlen müssen.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Zinsentscheidung

    Immobilienbesitzer können ausrechnen, ob sie Kredite kurz- oder langfristig festschreiben sollten.

  • Angebotsvergleich

    Niedrige Zinsen sind nicht alles. Vergleichen Sie die Baugeld-Offerten von mehreren Banken.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Renten-Rechner

    Welches Vermögen und welche Sparraten Sie aufbringen müssen, um eine Rentenlücke zu decken.

  • Ratgeber Versicherungen

    Rundum geschützt: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie sich optimal gegen Risiken absichern

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Immobilien-Wertfinder

    Finden Sie Miete- und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße mit einem interaktivem Tool.

  • Ratgeber Altersvorsorge

    Clever sparen für den Ruhestand: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie eine solide Altersvorsorge planen.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Auto-Versicherungsvergleich

    Mit dem Auto-Versicherungsvergleich können günstige Versicherungen suchen aund damit ihre Kosten reduzieren.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen