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Kurssturz: Die große Silberschmelze

Das Edelmetall kostet nur noch halb so viel wie vor zwei Jahren. Der Preis bricht sogar stärker ein als beim großen Bruder Gold. Analysten lagen mit ihren Prognosen komplett daneben. Nun hoffen einige auf die Wende.

Düsseldorf„Silber wird 2013 seinen Aufwärtstrend fortsetzen und neue Höchststände erklimmen“, gab sich Eckart Keil, Fondsmanager des Premium Pearls Fund noch zu Beginn des Jahres optimistisch. Mit dieser Einschätzung stand Keil nicht alleine da. Für viele Investmentexperten gehörte Silber zu den großen Favoriten des Jahres. Doch genau das Gegenteil ist jetzt der Fall.

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Das Edelmetall erlebt einen beispiellosen Preissturz. Es gab allein seit Jahresanfang um 35 Prozent nach, in den vergangenen zwei Jahren halbierte sich der Preis auf weniger als 20 Dollar je Feinunze. Die Verluste sind deutlich größer als bei Gold, das auf ein Minus von 22 Prozent kommt. Silber ist damit einer der größten Verlustbringer des Jahres.

Dabei hatten Investmentexperten in einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg im Dezember 2012 einen Preisanstieg von 33 Prozent für das Edelmetall bis zum Jahresende 2013 vorausgesagt. Der Optimismus der vermeintlichen Experten entpuppte sich – wie so häufig – eher als ein Indikator für die gegenläufige Entwicklung.

Meilensteine für Silber: Seit 1973

  • 1973

    Die Gebrüder Hunt beginnen, groß ins Silbergeschäft einzusteigen.

  • 18. Januar 1980

    In Reaktion auf die sowjetische Invasion in Afghanistan steigt der Silberpreis auf ein Rekordhoch von knapp unter 50 Dollar je Feinunze. Bis zum Jahresende ist er wieder auf rund 15 Dollar gefallen.

  • 1988

    Die Gebrüder Hunt - Söhne des texanischen Öl-Tycoons Haroldson Lafayette Hunt Jr. - werden wegen versuchter Manipulation des Silbermarktes verurteilt. Sie müssen an ein peruanisches Mineralunternehmen 134 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen. Die Brüder erklären ihren Bankrott.

  • 1997 und 1998

    Warren Buffett kauft rund 130 Millionen Feinunzen Silber.

  • 2010

    Der Silberpreis steigt um mehr als 80 Prozent und entwickelt sich damit deutlich besser als Gold, was 30 Prozent an Wert gewinnt.

  • 2011

    Die Rally setzt sich ungebremst fort. In den ersten vier Monaten steigt der Silberpreis um 55 Prozent und erreicht ein neues Rekordhoch bei 49,75 Dollar je Feinunze.

  • April 2011

    Doch Ende April kommt die plötzliche Wende: Unmittelbar nachdem der Silberpreis den Rekordpreis geknackt hat und über 50 Dollar gestiegen ist, setzt eine scharfe Korrektur ein. Binnen einer Woche stürzt die Notierung um ein Drittel auf 33 Dollar ab. Vielen Anlegern ist die Rally offenbar zu heiß geworden, zudem verschärfen zahlreiche Börsen die Sicherheitsanforderungen für den Handel mit Silber-Kontrakten. Das schreckt Investoren zusätzlich ab.

  • Juni 2012

    Der Silberpreis erreicht Ende Juni mit 26,16 Dollar den tiefsten Stand seit Jahren. Auf diesem Niveau stabilisiert sich der Preis, eine nachhaltige Erholung ist allerdings nicht in Sicht.

  • 31.Dezember 2012

    Der Silberpreis notiert am Ende des Jahres 2012 bei 29,10 Dollar. Auf Jahressicht legt Silber um knapp 9,0 Prozent zu. Gold schafft dagegen nur ein Plus von 6,6 Prozent.

  • Juli 2013

    Der Silberpreis fällt bis Ende Juli 2013 um mehr als 35 Prozent auf 19 Dollar. Die massive Geldschwemme der weltweiten Notenbanken treibt die Anleger raus aus den als „sicher" geltenden Edelmetallen.

  • 20. Dezember 2013

    Der Silberpreis ist seit August von 24 Dollar auf gut 19 Dollar gefallen. Damit hat er fast wieder die Jahrestiefs erreicht.

Doch wie konnten sich Analysten so täuschen? Der Erklärungsversuch von Daniel Briesemann, Rohstoff-Analyst bei der Commerzbank in Frankfurt: „Wir wurden von der Heftigkeit des Kursrutsches überrascht. Silber hat im Laufe des Jahres viele technische Kursmarken gerissen. Der Abwärtstrend hat sich dadurch verstärkt, ohne dass es fundamentale Gründe gab.“

Der Hauptgrund für die negative Entwicklung: Der Preis für Silber ist eng mit dem von Gold verbunden. Der Kursverfall für Gold gab auch für Silber die Richtung vor. Denn Silber hängt in der Regel am Tropf des Goldpreises, es zeichnet dessen Preisbewegungen sogar überproportional stark nach. Und Edelmetalle standen im ersten Halbjahr auf der Beliebtheitsskala der Investoren weit unten.

Anleger investierten im ersten Halbjahr lieber in die Aktienmärkte. Und das auch mit gutem Grund: Während Notenbanken ihre Politik des billigen Geldes fortsetzten, ist die Inflationsrate nicht gestiegen – allen Unkenrufen zum Trotz. „Maue Weltwirtschaft und sinkende Inflation sind nicht gerade das optimale Umfeld für steigende Gold- und Silberpreise“, erklärt Thorsten Schulte, ein ausgewiesener Experte, der in der Branche nicht umsonst den Spitznamen „Silberjunge“ trägt.

  • 12.08.2013, 12:11 UhrGoldfuchs63

    Lass es doch fallen, dass steigt auch wieder, außerdem ist es immer noch höher als noch vor 10 jahren wie man hier sehen kann: http://www.silberpreis.de/

    Also warum der Streß.

  • 29.07.2013, 13:17 UhrDumpfbacke

    falls das stoploss nicht aufgegangen ist verkauf jetzt zu 50 cent dx8xrk

  • 26.07.2013, 09:06 UhrDumpfbacke

    irgendwie habe ich Schiss dass Silber unter 19,50 fällt und verkaufe die Scheine DX8XRK zu stoploss 57 cents

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