Gewaltige Summen
Gewinner und Verlierer: Jahr für Jahr büßen Anleger mit dubiosen Steuersparmodellen, windigen Aktiendeals und hochriskanten Termingeschäften Beträge im zweistelligen Milliardenbereich ein. Das hat die Zahl der Anwälte, die sich auf diese Themen spezialisiert haben, deutlich erhöht. Der Grund: Das Kapitalanlagerecht gilt inzwischen als deutlich lukrativer als etwa das Miet- oder Arbeitsrecht. Denn wegen der Vielzahl der Geschädigten geht es in den Prozessen schnell um hohe Streitwerte. Das ist gleichbedeutend mit höheren Einnahmen für die Anwälte.
Risiken am Graumarkt: Meist streiten die Anlegeranwälte gegen Anbieter, die sich auf dem grauen Kapitalmarkt tummelten. Zu den spektakulärsten Fällen gehörten in den vergangenen Jahren gehören die Pleiten von Phoenix und der Göttinger Gruppe. Phoenix, der insolvente Anbieter von Termingeschäften, hatte bei mehr als 30 000 Kunden gut 800 Millionen Euro eingesammelt - Geld, das zum Teil spurlos verschwunden ist. Knapp eine Milliarde Euro soll die Finanzholding Göttinger Gruppe bei 250 000 Anlegern eingesammelt und dieses Geld fast komplett verpulvert haben. Anfang Juni 2007 meldete das Firmenkonglomerat Insolvenz an.
Zertifizierte Unsicherheit: Wer ein Zertifikat kauft wie im Fall der insolventen amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers, investiert sein Geld nicht in Aktien oder Währungen, sondern leiht es schlicht dem Emittenten, also dem Anbieter der Zertifikate. Geht dieser pleite, kann sich der Anleger beim Insolvenzverwalter melden und hoffen, dass am Ende noch etwas für ihn von der Insolvenzmasse übrig bleibt. Ansonsten erwägen derzeit einige Anleger eine Schadensersatzklage gegen die Bank, die ihnen die Zertifikate verkauft hat. Der Vorwurf: Falschberatung. So hätten viele Banker Zertifikate als sehr sichere Geldanlageform angepriesen.




