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Riskante Geldanlagen: Vorsicht vor Zockerpapieren

Die gute Börsenentwicklung der vergangenen Monate reicht manchen Anlegern nicht aus. Sie versuchen mit Hebelinvestments mit kleinen Einsätzen große Gewinne zu erzielen. Doch die Risiken sind enorm.

Turbulente Börsenphasen bergen auch hohe Risiken. Quelle: dpa
Turbulente Börsenphasen bergen auch hohe Risiken. Quelle: dpa

FrankfurtDeutschland ist das Land der Zocker. Viele Anleger spekulieren auf die wildesten Trends und investieren etwa in sogenannte Hebelpapiere. Mit ihnen können Investoren schon mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz hohe Gewinne erzielen - allerdings auch hohe Verluste erleiden. Doch der Reiz des schnellen Geldes ist groß: Im März handelten deutsche Privatanleger über die Börsen Hebelpapiere im Wert von rund 3,3 Milliarden Euro. Das entspricht einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Das außerbörsliche Handelsvolumen dürfte mindestens noch einmal so hoch sein.

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Der Handel mit den hochspekulativen Finanzprodukten ist insgesamt so umsatzstark wie der komplette Rest des Zertifikatehandels und mittlerweile eine tragende Säule der Branche. "Selbst als nach dem Zusammenbruch der Bank Lehman Brothers der Markt für Anlagezertifikate eingebrochen ist, haben uns die Hebelprodukte immer noch vergleichsweise hohe Umsätze beschert", sagt Mathias Schölzel von der Deutschen Bank. Kein Wunder, dass sich zunehmend auch andere Anbieter dafür interessieren. Zum Beispiel Onlinebroker, die sogenannte Contracts for Difference (zu Deutsch: Differenzgeschäfte), kurz CFD, anbieten. War das Geschäft mit den schnellen Hebelprodukten bis vor wenigen Jahren noch einigen britischen und amerikanischen Brokern vorbehalten, drängen in Deutschland nun auch etablierte Onlinebanken wie Comdirect oder die Sparkassentochter S-Broker auf den Markt.

Anleger können mithilfe von CFDs mit minimalem Kapitaleinsatz große Geldsummen bewegen. Das Prinzip der Papiere ist einfach: Mit jedem Cent, den der jeweilige Basiswert, also etwa eine Aktie oder eine Währung, steigt oder fällt, steigt oder fällt auch der Wert des dazu passenden CFDs um einen Cent. Die Hebelwirkung entsteht dadurch, dass ein CFD nur einen Bruchteil des Preises des jeweiligen Basiswerts kostet.

Doch Anleger sollten sich von den großen Gewinnversprechen nicht blenden lassen. Das Risiko ist hoch: "CFDs werden oft mit sehr hoher Hebelwirkung über sehr kurze Zeitspannen gehandelt, manchmal nur Minuten oder Sekunden. Doch die Kursverläufe einer Aktie innerhalb eines Tages lassen sich nicht prognostizieren. CFDs sind also eher hochspekulative Wetten als Finanzinstrumente", sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Ein weiterer Risikofaktor: "Während bei Hebelzertifikaten das Verlustrisiko auf den Kapitaleinsatz beschränkt ist, können Anleger mit CFDs bei den meisten Anbietern in die Verlegenheit geraten, plötzlich neues Geld nachschießen zu müssen, wenn der Markt gegen sie läuft", sagt Kemal Bagci von der Royal Bank of Scotland. Rutscht der Anleger mit seinen Positionen zu weit ins Minus, kann der Broker einen Bargeldnachschuss fordern, den sogenannten Margin-Call.

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