
FrankfurtEs herrscht Anlagenotstand bei Deutschlands Investoren: Sichere Anlagen wie Tages- und Festgeld oder Bundesanleihen werfen kaum noch Zinsen ab. Und Bonds solider Unternehmen, die lange Zeit als renditeträchtigere Alternative für konservative Anleger galten, sind längst kein Geheimtipp mehr - und entsprechend teuer. Wohin also mit dem Ersparten? Zwar sind sich Profis einig: Langfristig führt an Aktien kein Weg mehr vorbei. So glaubt Aktienstratege Ken Van Weyenberg von der Fondsgesellschaft Dexia Asset Management: „Wer sich heute für eine langfristige Anlage in Aktien entscheidet, wird dies in den nächsten Jahren vermutlich nicht bereuen.“ Doch nach zuletzt kräftigen Kursgewinnen sind viele Investoren misstrauisch geworden: So brach der Aktienumsatz an der Börse Frankfurt im August im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über fünfzig Prozent auf 84 Milliarden Euro ein - trotz Sommerrally.
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.095,90 Euro*
*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.209 Euro*
*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.266 Euro*
*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent
Auf mittlere Sicht teilen Experten die Skepsis der Anleger. So gehen die Chefanalysten von BayernLB, Helaba, Dekabank, LBBW und NordLB davon aus, dass sich der Aufwärtstrend deutlich abschwächen wird: Nachdem sich die Aktienmärkte seit Anfang Juni deutlich erholt hätten, „werden die europäische Staatsschuldenkrise, die konjunkturelle Schwäche im Euro-Raum, die gedämpfte Weltkonjunktur und deren negative Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne wieder zunehmend zu Belastungsfaktoren für weitere Kursgewinne“. So die Experten in einer gemeinsamen Erklärung vergangene Woche. Daher seien Seitwärtsbewegungen an den Börsen mit zwischenzeitlichen Kursrückgängen wahrscheinlich.
Eigentlich ein ideales Szenario für Anlagezertifikate: Gilt es doch als Vorteil der Produkte, dass sie auch dann, wenn die Märkte eine Verschnaufpause einlegen, Erträge liefern können. „Solche 'Seitwärtsrenditen' ermöglichen beispielsweise Bonuszertifikate, die als defensivere Alternative zu einem Direktinvestment in Aktien dem Depot beigemischt werden können“, sagt Dominik Auricht, Derivate-Experte bei Hypo-Vereinsbank Onemarkets. Die Funktionsweise: Solange der Kurs des Basiswerts - das kann zum Beispiel eine Aktie oder ein Börsenindex sein - während der Laufzeit des Zertifikats nie bis auf ein festgelegtes Kursniveau fällt, gibt es eine Mindestrendite. Gleichzeitig profitiert der Käufer von weiter steigenden Aktien- oder Indexständen unbegrenzt.





