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Fußball-Bundesliga: Club schleicht sich an Europa-League-Plätze heran

Der 1. FC Nürnberg hat durch ein 2:1 (0:0) gegen den FSV Mainz 05 gute Chancen, doch noch in den Mehrkampf um die Europa-League-Plätze einzugreifen.

Mann des Spiels: Per Nilsson mit einem Doppelpack. Quelle: SID
Mann des Spiels: Per Nilsson mit einem Doppelpack. Quelle: SID

NürnbergTorhüter Christian Wetklo schimpfte wie ein Rohrspatz, Torschütze Nicolai Müller haderte mit dem Schiedsrichter: Ein Doppelpack von Per Nilsson und die daraus resultierende 1:2 (0:0)-Niederlage beim 1. FC Nürnberg hatte den Spielern des FSV Mainz 05 die Laune gründlich verdorben. „Das Glück scheint uns nicht gerade ins Gesicht“, sagte ein sichtlich enttäuschter Trainer Thomas Tuchel. Durch die erste Niederlage nach sieben Spielen verpassten die Mainzer den Sprung auf Platz fünf und erlitten im Kampf um die Europa-League-Qualifikation einen Dämpfer.

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Für Gesprächsstoff sorgte eine Szene aus der 28. Minute, als Müller von Javier Pinola im Strafraum umgerissen wurde. „Ich hatte den Eindruck, dass ich den Ball nur reinschieben muss. Für mich war es eine klare Rote Karte“, sagte Müller. Schiedsrichter Tobias Stieler gab nicht einmal Gelb, den Foulelfmeter setzte Adam Szalai am von ihm aus gesehen linken Torpfosten vorbei. „Es tut mir leid, dass ich der Mannschaft geschadet habe“, sagte Szalai.

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Während der Mainzer Stürmer traurig vom Platz schlich, ließ sich Nilsson für seine Treffer (54. und 69.) nach Standardsituationen feiern. Beide Male hatte Hiroshi Kiyotake mit einem ruhenden Ball die Vorarbeit geleistet. „Natürlich macht das Spaß“, sagte Innenverteidiger Nilsson, der mit fünf Toren nun bester Nürnberger Schütze ist.

Der erstmals seit der Saison 2006/07 seit neun Spielen ungeschlagene Club träumt bei vier Punkten Rückstand auf Rang sechs nun sogar von Europa, auch wenn der Sieg glücklich war. „Wenn wir in Rückstand geraten wären, wäre es nicht einfacher geworden. In der ersten Halbzeit waren wir nicht gut im Spiel. Da waren wir zu fehlerhaft. In der zweiten Halbzeit haben wir gut gearbeitet. Bei den Standards waren wir eiskalt“, sagte Michael Wiesinger, dem der beste Start eines Club-Trainers seit 1981 gelang.

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Mainz liegt nur noch einen Zähler vor dem Club. Tuchel trauerte der Chance nach, wieder auf einen Europa-League-Platz vorzurücken. „Die Gegentore wurmen mich“, meinte Tuchel, der sich trotz fast doppelt so viel Ballbesitz wie der Gegner nur über den zwischenzeitlichen Ausgleich von Müller freuen konnte (60.).

Das Spiel war lange Zeit von Taktik geprägt. Mainz war optisch überlegen, nutzte aber die wenigen sich bietenden Räume nicht konsequent genug aus. Der Club stand hinten gut, fand nach vorne aber nicht statt, weil auch Mainz sehr geschickt und konsequent verteidigte.

Der Club trat nach dem 2:2 eine Woche zuvor beim VfL Wolfsburg mit einer Änderung an: Angreifer Tomas Pekhart stand von Beginn an für Mike Frantz auf dem Feld. Bei den Mainzern, zuletzt bei 1899 Hoffenheim und gegen Werder Bremen jeweils mit einem Unentschieden, rückte der wiedergenesene Junior Diaz auf die linke Abwehrseite, davor lief Jan Kirchhoff auf. Stefan Bell und Andreas Ivanschitz mussten zunächst auf die Bank.

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Nürnberg wirkte erst nach dem vergebenen Mainzer Elfmeter etwas aktiver und konnte schließlich wieder einmal auf Kiyotake vertrauen. Zunächst zirkelte der Japaner einen Freistoß mustergültig auf den Kopf des aufgerückten Nilsson, der zur Führung traf. Nachdem Torhüter Raphael Schäfer mit einem etwas unnötigen Ausflug aus seinem Tor den Ausgleich ermöglicht hatte, drückte Nilsson schließlich einen Eckball von Kiyotake über die Linie. Mainz fiel in der Schlussphase nicht mehr viel ein.

Quelle: SID

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