
Leverkusen (SID) - Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser vom Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen hat DFB-Sportdirektor Matthias Sammer und U16-Verbands-Trainer Steffen Freund für deren Kritik als Experten des Pay-TV-Senders Sky getadelt. "Meines Erachtens sollte sich der DFB hier einmal generell Gedanken darüber machen, in welche Rolle die Angestellten des weltweit größten Sportverbandes so alles schlüpfen dürfen und sollten. Eine Frage, die nicht erst seit heute dringend einer Klärung bedarf", sagte der 61-Jährige.
Der ehemalige Ligasekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) reagierte damit auf Kritik von Sammer beim Champions-League-Spiel in Valencia an der Bayer-Mannschaft und von Freund nach dem Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV. "Offene Kritik an einem Bundesliga-Trainer (Bayer-Coach Robin Dutt, d.Red.) über Ein- oder Auswechslungen von Spielern oder an der Weitergabe der Kapitänsbinde stehen einem hauptamtlichen Auswahltrainer des DFB meines Erachtens nicht zu", betonte Holzhäuser, "deswegen ist auch eine öffentliche Äußerung direkt nach dem Spiel durch DFB-Sportdirektor und/oder DFB-Trainer überflüssig und auch kontraproduktiv."
Hätte sich Bayer-Sportchef Rudi Völler so vor irgendeiner Kamera echauffiert, "er hätte sicher einmal mehr die Willkür der Sportgerichtsbarkeit teuer zu spüren bekommen", sagte Holzhäuser. Im Oktober war Völler wegen Kritik an Schiedsrichter Günter Perl (Pullach) zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verdonnert worden.
Sammer sagte der Bild-Zeitung: "Grundsätzlich hätte ich mir gewünscht, dass Herr Holzhäuser mich direkt anruft, wenn es ein Problem gibt. Niemals würde ich einen Trainer kritisieren." Er habe Dutt erst am vergangenen Montag bei der Trainersitzung getroffen und dieser habe sich "ausdrücklich bei mir für die Unterstützung gedankt, die ich als Sportdirektor den Trainern zukommen lasse".
Der DFB hatte die Verträge von Sammer und Freund mit Sky abgesegnet.