
Bremen (SID) - Die Geschäftsführung des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen hat irritiert auf Äußerungen des Bremer Innensenators Ulrich Mäurer reagiert. Mäurer hatte in einer Fernsehsendung bei Radio Bremen angekündigt, im Rahmen eines 7-Punkte-Plans unter anderem zum Rückrundenstart der Bundesliga gegen Rechtsradikale im Weser-Stadion vorgehen zu wollen.
"Der SV Werder Bremen begrüßt natürlich jede Aktivität gegen Rechtsradikalismus und Gewalt, doch wir wollen klarstellen, dass es gerade unser Verein ist, der in den vergangenen Jahren jede erdenkliche Möglichkeit wahrgenommen hat, um gegen Neonazis vorzugehen. Ich bin empört, dass durch die Aussagen Herrn Mäurers aus unserer Sicht ein anderes Bild entstanden ist", sagte Werder-Präsident Klaus-Dieter Fischer. Die von Mäurer in der Sendung angekündigte neue Stadionordnung sehe im Grunde nur das vor, was der SV Werder schon seit Jahren praktiziere, so Fischer.
Das Werder-Präsidium hatte jüngst in einer Sitzung den NPD-Funktionär Jens Pühse aus dem Verein ausgeschlossen. Pühse, der bei den Bremer Bürgerschaftswahlen als Wahlleiter der rechtsextremem Partei fungiert hatte, war bei der Sitzung nicht erschienen. Als Begründung gab der Verein an, dass die von Pühse als Spitzenfunktionär verfolgten Ziele der NPD mit denen in der Satzung von Werder verordneten Werten wie Toleranz und Integration unvereinbar seien.
"Der SV Werder Bremen steht für Fairness und Toleranz. Rassismus und Gewalt haben im Weser-Stadion keinen Platz. Das haben wir seit Jahren ganz oben auf der Agenda und arbeiten täglich daran", sagte Fischer nun und wies darauf hin, dass beispielsweise das Tragen von Kleidungsstücken der einschlägigen Marke "Thor Steinar" seit Jahren im Weser-Stadion verboten ist.