Fußball Confed-Cup: DFB-Boss Grindel übt Kritik am Confed-Cup

Fußball Confed-Cup
DFB-Boss Grindel übt Kritik am Confed-Cup

DFB-Präsident Reinhard Grindel (55) spricht sich für die Abschaffung des Confed Cup aus.
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Frankfurt/Main (SID) - DFB-Präsident Reinhard Grindel (55) spricht sich für die Abschaffung des Confed Cup aus. "Ich glaube, dass sich der Wettbewerb überlebt hat", sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) dem Hamburger Abendblatt: "Es wäre ein gutes Signal an die Spitzenklubs in Europa, die mit Recht vor einer zu hohen Belastung ihrer Spieler warnen, zu sagen: Wir verzichten auch mal auf einen Wettbewerb."

Der Fußball-Weltverband FIFA, der allerdings weiterhin von dem Format der WM-Generalprobe überzeugt ist, "sollte grundsätzlich über das Format nachdenken", äußerte Grindel: "Angesichts der Leistungsfähigkeit unserer Scouts und unserer Orga-Abteilung sind die Vorbereitungen auf eine WM so detailliert, dass es eines Kennenlernens von Stadien und Regionen nicht bedarf, von denen man ohnehin nicht weiß, ob man während des Turniers dort spielt. Der Sinn hat sich damit eigentlich erübrigt."

Der Confed Cup wird seit 1992 ausgetragen, seit 1997 unter dem Dach der FIFA. Die deutsche Nationalmannschaft tritt im kommenden Jahr (17. Juni bis 2. Juli) als Weltmeister an. Das DFB-Team trifft in der Vorrunde auf den Südamerika-Meister Chile, den noch zu ermittelnden Afrikameister und Asiens Champion Australien. Bundestrainer Joachim Löw hatte bereits angekündigt, das Mini-Turnier ein Jahr vor der WM 2018 in Russland als Testlauf für einige junge Spieler nutzen zu wollen.

"Wir verfügen über eine solche Breite an guten Nationalspielern, dass wir auf jeden Fall ein wettbewerbsfähiges Team schicken können. Aber: Ich unterstütze ausdrücklich die Überlegungen von Joachim Löw, den besonders beanspruchten Spielern auch einen Sommer der Regeneration zu gönnen", sagte Grindel: "Ich gehe außerdem davon aus, dass die sportliche Leitung frühzeitig abstimmen wird, wer zur U21-EM in Polen abgestellt wird, denn für uns ist das auch ein bedeutsames Turnier, bei dem wir mit einer starken Mannschaft auftreten wollen."

Zudem werde der DFB darauf pochen, dass die FIFA "die Kosten für die gesamte Delegation übernimmt". Mitte Dezember werde Grindel darüber mit FIFA-Generalsekretärin Fatma Samoura sprechen. 

"Die Mannschaft plus das Team hinter dem Team und die Delegation, zusammen sind das rund 60 Personen", sagte der DFB-Präsident: "Es kann nicht sein, dass wir an der Stelle draufzahlen müssen. Die FIFA entwertet den Confed Cup durch die bisherige Regelung so natürlich selbst. Das ist keine gute Werbung und tut mir auch für den Veranstalter Russland leid, der nichts dafür kann."

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