
Köln (SID) - Im Streit zwischen dem ehemaligen Bundestrainer Berti Vogts und dem früheren DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder ist der amtierende DFB-Chef Theo Zwanziger bemüht, die Wogen zu glätten. In der Bild-Zeitung würdigte er die Verdienste beider um den deutschen Fußball und hofft auf ein Ende der Diskussion. "Ich bedaure, dass zwei Persönlichkeiten, die sich um den deutschen Fußball verdient gemacht haben, so miteinander umgehen. Es gibt im Fußball nicht nur eine Person, die für alles verantwortlich ist. Wir sind ein Teamsport", sagte Zwanziger.
In seinem Vorgänger Mayer-Vorfelder sieht der 66-Jährige im Rückblick die entscheidende Kraft für die Fortschritte in der Talentförderung. Vogts rühmt Zwanziger für dessen Erfolge als Bundestrainer (1990 bis 1998) und die Rolle als Wegbereiter der positiven Entwicklung in der Nationalmannschaft. "MV hat nach dem EM-Desaster das Ruder rumgerissen und für ein Umdenken im DFB gesorgt. Berti hatte als Bundestrainer auch Pläne entwickelt, konnte sich gegen die damalige Führung aber nicht durchsetzen. Er hat 1996 bei der EM unseren letzten Titel geholt. Er hat uns Jürgen Klinsmann vermittelt. Ohne Klinsi kein Sommermärchen und ohne Sommermärchen kein Jogi Löw", bilanzierte Zwanziger.
Über die Hintergründe der Differenzen zwischen Vogts und Mayer-Vorfelder kann der scheidende DFB-Chef nach eigenem Bekunden nur rätseln: "Als Berti noch Bundestrainer und Gerhard Mayer-Vorfelder Delegations-Chef war, hat es wohl schon Spannungen gegeben, ohne dass ich Details kenne." Zwanziger gibt Vogts in diesem Zusammenhang einen Rat: "Ich wünsche mir, dass er nun auch Frieden mit dieser Zeit beim DFB schließt."