
Johannesburg (SID) - Es verdichten sich die Anzeichen, dass FIFA-Boss Joseph S. Blatter bei der Wahl am 1. Juni in Zürich in seine vierte Amtszeit als Präsident des Fußball-Weltverbandes geht. Der 75-Jährige erhält bei der Kampfabstimmung auf dem FIFA-Kongress gegen Herausforderer Mohamed Bin Hamman aus Katar wie erwartet auch breite Unterstützung aus Afrika.
Bei einem Treffen des Rates südafrikanischer Verbände COSAFA in Johannesburg sicherten am Samstag alle 37 anwesenden Verbände dem Schweizer ihre Stimme für die Wahl zu. Erst am vergangenen Montag hatte sich das Exekutivkomitee der afrikanischen Konföderation CAF für die erneute Wahl Blatters ausgesprochen. Der Eidgenosse hatte maßgeblich dazu beigetragen, dass Südafrika 2010 als erstes afrikanisches Land eine WM-Endrunde ausrichten durfte. Seit 1998 ist der Mann aus dem Wallis FIFA-Chef.
Zuvor hatten bereits die Europäische Fußball-Union (UEFA), die südamerikanische Konföderation CONMEBOL und die Konföderation Ozeaniens OFC Blatter ihre Unterstützung zugesagt. Wahrscheinlich ist auch, dass die Konföderation von Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik CONCACAF den Eidgenossen unterstützt.
Großes Vertrauen genießt Blatter auch in Europa. "Das war ein sehr starkes Zeichen und eine starke Aussage von Michel Platini (UEFA-Präsident, d.Red.)", sagte Blatter unlängst. "Das Exekutivkomitee hat entschieden, Blatter seine einstimmige Unterstützung zu geben", hieß es in dem UEFA-Schreiben vom 6. Mai, das von Platini und DFB-Präsident Theo Zwanziger sowie den weiteren 14 Exko-Mitgliedern unterzeichnet ist. Das UEFA-Exekutivkomitee empfiehlt allen Mitgliedern der UEFA, bei der kommenden Wahl Blatter zu unterstützen.
Zwanziger hatte FIFA-Präsident Blatter zuletzt verteidigt und sich deutlicher denn je für eine weitere Amtszeit des Schweizers ausgesprochen. "Der DFB muss sich an dem orientieren, was für den Fußball weltweit am besten ist", sagte Zwanziger dem SID: "Da sollte man, wenn man den FIFA-Präsidenten gerecht beurteilt, sich einfach auch mal anschauen, was sich in den vergangenen 20 Jahren unter seiner Führung entwickelt hat."
Der englische Verband FA wird sich indes wegen des anhaltenden Korruptionsverdachts bei der doppelten Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 bei der Kampfabstimmung um das FIFA-Präsidentenamt enthalten. Die FA sieht sich wegen der Bestechungsvorwürfe nicht in der Lage, Blatter oder dessen Herausforderer Bin Hammam beim FIFA-Kongress zu unterstützen.
Blatter hatte zuletzt wiederholt der Korruption im Weltverband den Kampf angesagt. "Liegen Beweise vor, werde ich umgehend handeln. Null-Toleranz, keine Ausnahmen. Ich werde der Korruption einen Riegel vorschieben", schrieb der 75-Jährige am vergangenen Freitag in einer Kolumne der Schweizer Zeitung Blick. Zuletzt hatte es von englischer Seite neue Manipulationsvorwürfe gegen vier FIFA-Exekutivmitglieder im Zusammenhang mit der WM-Vergabe 2022 an Katar gegeben.