
Jerusalem (SID) - Der israelische Fußballverband IFA ist unter Verdacht der Spielmanipulation geraten. Die Polizei in Jerusalem verhörte den IFA-Präsidenten Avi Luzon acht Stunden lang. Luzon wird verdächtigt, Resultate der ersten Liga beeinflusst zu haben, indem er die Ansetzungen der Schiedsrichter kontrolliert hatte.
Luzon bestreitet die Vorwürfe und wurde gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. Das Land verlassen darf er allerdings nicht. "Luzon kann jederzeit erneut befragt werden", sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. "Ich kann versprechen, dass der israelische Fußball so sauber wie der Vorsitzende der IFA ist" entgegnete Luzon im israelischen Armee-Radio.
Laut israelischen Medienberichten wurden zuvor bereits weitere Verbandsmitglieder, Spieler, Trainer und Schiedsrichter zur möglichen Affäre befragt. Die Zeitung Haaretz hatte berichtet, dass die Besitzer des Erstligisten Hapoel Petah Tikvah, IFA-Offizielle und das organisierte Verbrechen an den Manipulationen beteiligt gewesen sein sollen.
"Ich bin mehr als glücklich, dass die Polizei alle Details und nicht nur Bruchstücke ihrer Untersuchung veröffentlichen will", sagte der 56 Jahre alte Luzon, der auch im Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union UEFA sitzt.
Schon 2006 hatten drei Spieler des damaligen Zweitligisten Hapoel Beersheva zugegeben, ein Spiel absichtlich verloren zu haben. Sie beschuldigten die Mafia, Bestechungsgelder bezahlt und ihre Familien bedroht zu haben.