
Berlin (SID) - IOC-Vizepräsident Thomas Bach hat entspannt auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Exklusivvermarktung von Fernsehrechten reagiert. "Wir sind nicht direkt betroffen, weil wir die TV-Rechte an frei empfangbare Fernsehsender verkaufen", sagte Bach: "Wir werden uns natürlich das Urteil sehr genau anschauen, was es für die geografische Beschränkungen von Fernsehrechten im Allgemeinen bedeuten kann."
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte im Juli durch den weltweiten Verkauf der TV-Rechte an den Olympischen Spiele 2014 in Sotschi und 2016 in Rio de Janeiro erstmals mehr als vier Milliarden Dollar (umgerechnet rund 2,79 Milliarden Euro) eingenommen. Der 57-Jährige betonte, dass es die klare Politik des IOC sei, dass der Kern der Olympischen Spiele im frei empfangbaren Fernsehen übertragen werden müsse.
Das EuGH hatte am Dienstag geurteilt, dass territoriale Exklusivitäts-Vereinbarungen zum Beispiel bei der Übertragung von Fußballspielen gegen Unionsrecht, insbesondere gegen die Dienstleistungsfreiheit verstoßen.
Auslöser des Rechtsstreits war der Fall Karen Murphy, die in ihrem Pub im südenglischen Southsea im Jahr 2007 Live-Übertragungen von Spielen der Premier League gezeigt hatte. Dazu nutzte die Wirtin jedoch keine Gaststättenlizenz des britischen Pay-TV-Senders BSkyB, sondern importierte einen Satelliten-Decoder des Anbieters Nova, der seinerzeit die Übertragungsrechte für Premier-League-Spiele in Griechenland besaß. Dadurch sparte Murphy rund 6000 Euro (5200 britische Pfund) pro Jahr.