
Bochum (SID) - Ante Sapina hat im Wettskandal-Prozess seine Beteiligung an Manipulationen in europäischen Fußball-Ligen gestanden. "Ich habe mich an den Kosten beteiligt, wenn Spieler Geld bekamen", sagte der Hauptangeklagte am fünften Verhandlungstag vor dem Bochumer Landgericht. Der 35-Jährige gab zu, zusammen mit seinem Kompagnon Marijo C. unter anderem Spieler in der Schweiz bestochen zu haben. "Wir haben einige Spiele manipuliert", sagte er.
Schon in seinen Vernehmungen nach der Festnahme im November 2009 und im Prozess gegen vier andere mutmaßliche Wettbetrüger hatte der Berliner, der 2005 im Skandal um den DFB-Schiedsrichter Robert Hoyzer zu zwei Jahren und elf Monaten Haft verurteilt worden war, ein weitreichendes Geständnis abgelegt. Unter anderem gab er zu, FIFA-Schiedsrichter bestochen zu haben.
Am Donnerstag ging Richter Wolfgang Mittrup mit Sapina die einzelnen Spiele durch, die unter Manipulationsverdacht stehen. Der mutmaßliche Kopf der Wettmafia bestätigte, dass ein Trainingslager des bosnischen Klubs NK Travnik in der Schweiz organisiert und finanziert wurde, um hohe Wettgewinne mit manipulierten Spielen zu erzielen. Marijo C. habe die Spiele organisiert "mit FIFA-Schiedsrichtern und namhaften Gegnern", sagte Sapina, dem von der Staatsanwaltschaft in 43 Fällen gewerbs- und bandenmäßiger Betrug vorgeworfen wird.
Insgesamt 52 Anklagepunkte werden den sechs Beschuldigten vorgehalten, betroffen sind 46 Spiele in Deutschland, Europa und Kanada. Neben Sapina und Marijo C. sind vier mutmaßliche Helfer angeklagt. Sie sollen Spieler und Schiedsrichter bestochen und durch Wetten auf manipulierte Partien hohe Gewinne erzielt haben.